Prism und Upstream Neue NSA-Folie zeigt Anzapfprogramme für Glasfaserkabel

Als Teil seines weltweiten Überwachungsprogramms zapft der US-Geheimdienst NSA auch Unterseekabel mit Glasfasern an. Dass es sich dabei um eine routinemäßige Operation handelt, zeigt eine neue Folie aus einer als streng geheim eingestuften Präsentation.

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Die Washington Post hat eine neue Folie aus einer Präsentation der NSA veröffentlicht. Darin wird deutlich, dass neben dem Überwachungsprogramm Prism auch das regelmäßige Abfangen von Kommunikation über transatlantische Kabel praktiziert wird.

Prism ist der Folie zufolge nur ein Teil der Strategie. Hinter diesem Namen verbergen sich Mechanismen, mit denen der Geheimdienst Daten von den Servern von Unternehmen wie Google, Facebook und Microsoft beziehen kann. Die Firmen bestreiten, dass die NSA dies direkt tun könne.

  • Upstream und Prism gehören zusammen. (Bild: Washington Post)
Upstream und Prism gehören zusammen. (Bild: Washington Post)

Die andere tragende Säule der Überwachung ist das System "Upstream", über welches das Nachrichtenmagazin Der Spiegel in seiner aktuellen Ausgabe berichtet. Die von der Washington Post veröffentlichte Folie zeigt mit dem Vermerk "Man sollte beides benutzen", dass Upstream für die US-Dienste ebenso wichtig ist wie Prism.

Mit Upstream können die Agenten sowohl transatlantische Glasfaserkabel als auch nicht näher bezeichnete Infrastruktur anzapfen. Dafür nennt das Dokument die Namen "Fairview, Stormbrew, Blarney" und "Oakstar". Zwei davon tauchen auch in einer früher vom Guardian veröffentlichten Folie auf, in der jedoch zwei weitere Namen geschwärzt sind.

Was mit diesen Namen gemeint ist, bleibt bisher unklar. Die Washington Post hält sie für die Codenamen von bestimmten Programmen zum direkten Abhören von Kabeln und Infrastruktur. Es ist jedoch nicht auszuschließen, dass damit auch bestimmte Knotenpunkte und Übergabestellen gemeint sind.

Manchmal ist ein direktes Mithören an solchen Stellen an Land aber offenbar gar nicht nötig. Laut bisher weder bestätigten noch dementierten Berichten soll das Atom-U-Boot USS Jimmy Carter, das 2005 in Dienst gestellt wurde, über Vorrichtungen verfügen, um optische Seekabel abzuhören. Dazu werden die Glasfasern so aufgetrennt, dass es keine Unterbrechung der Verbindung gibt und der Angriff nicht auffällt. Über die neu entstandene Gabelung der Faser sollen die US-Behörden dennoch mithören können.

Terrorabwehr erlaubt alles

Rechtlich gedeckt sind laut der NSA-Präsentation solche Maßnahmen durch ein als "FAA 702" bekanntes Gesetz aus dem Jahr 2008. Es erlaubt das Abhören von Personen ohne individuelle richterliche Genehmigung, wenn sich dadurch Gefahren für die Cybersicherheit, durch Terrorismus oder die Verbreitung von Atomwaffen abwenden lassen können.

Wie alle bisher von Washington Post und Guardian veröffentlichten NSA-Folien ist auch das neue Dokument mit den Vermerken "ORCON" und "NOFORN" versehen und zudem als "Top Secret" eingestuft. Dies ist die höchste öffentlich bekannte Geheimhaltungsstufe. Die beiden anderen Kürzel legen fest, dass das Dokument nicht von Angehörigen anderer Staaten als den USA eingesehen werden darf, auch wenn diese entsprechende Sicherheitsfreigaben besitzen. Zudem muss der Verfasser der Präsentation die Verbreitung der Unterlagen auch innerhalb seiner Behörde kontrollieren und dokumentieren - was in diesem Fall offensichtlich nicht geklappt hat.


EdRoxter 15. Jul 2013

Das hab ich auch verschiedene Weisen probiert und bin nicht wirklich weiter gekommen...

Akkordion 14. Jul 2013

@Tzven: es ist bestimmt kein guter Ton, hier so persönlich zu werden. kann verstehen...

Llame 11. Jul 2013

das layout der folie ist für viele anscheinend brisanter als deren inhalt bald...

fluppsi 11. Jul 2013

Die Amis bespitzeln sich mittlerweile selbst.

Wakarimasen 11. Jul 2013

Auf jeden fall ist es eine interessante Masche wenn das NSA die mitteilungen als...

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