Prism Deutsche IT-Branche fordert Aufklärung über NSA-Praktiken

Das NSA-Abhörprogramm Prism soll Vollzugriff auf die Nutzerdaten auf den Servern von Microsoft, Yahoo, Google, Facebook, Youtube, Skype, AOL und Apple gewähren. Die deutsche IT-Branche findet das geschäftsschädigend und verlangt Aufklärung. Auch andere melden sich zu Wort.

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Die deutsche IT-Branche fordert nach Berichten zu Abhörmaßnahmen der US-Geheimdienste bei Internetdiensten und IT-Anbietern in den USA "schnellstmögliche und vollständige Aufklärung durch die Behörden".

Die Washington Post und der britische Guardian hatten eine geheime Präsentation der NSA zu dem Programm Prism erhalten, über das dem Geheimdienst seit Jahren bei Firmen wie Microsoft, Yahoo, Google, Facebook, Youtube, Skype, AOL und Apple direkter Zugriff auf die Daten der Nutzer auf den Servern gewährt wird. Die NSA soll über das FBI direkten Zugang zu den Servern der Unternehmen haben. Die Firmen wiesen die Vorwürfe zurück. "Das Dementi verwundert nicht, denn die Firmen sind auch bei anderen Maßnahmen im Rahmen des Foreign Intelligence Surveillance Acts verpflichtet, über Überwachungsmaßnahmen Stillschweigen zu bewahren", erklärte die Bürgerrechtsorganisation Digitalcourage, die die BigBrotherAwards verleiht.

NSA-Direktor James Clapper bestätigte die Massenüberwachung: "Die im Rahmen dieses Programms gesammelten Daten gehören zu den wichtigsten und wertvollsten Auslandsgeheimdienstdaten, die wir sammeln."

"Solche Maßnahmen zerstören das Vertrauen von Verbrauchern und Unternehmen nicht nur in den USA, sondern weltweit und gerade auch in Deutschland", sagte Bitkom-Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder. Jetzt sei volle Transparenz notwendig.

Grundsätzlich kooperierten die deutschen Bitkom-Mitglieder mit staatlichen Behörden bei der Strafverfolgung. Sobald private oder unternehmenskritische Daten betroffen sind, müssten aber hohe Hürden gelten, wie eine richterliche Anordnung in jedem Einzelfall.

Laut dem Grünen-Netzexperten Malte Spitz greift auch der deutsche Auslandsgeheimdienst BND die Daten von Internetnutzern ab. "Auch in Deutschland greift der BND umfassend in das Fernmeldegeheimnis ein und wertet elektronische Kommunikation von Ausländern anhand von Suchbegriffen aus und hat dabei auch Zugriff auf die Datenübertragung", sagte er Handelsblatt Online. Ein so weitreichender Eingriff in das Telekommunikationsgeheimnis, wie jetzt aus den USA bekanntwurde, sei aber "bisher einzigartig".

Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) sagte der Welt: "Jetzt ist absolute Transparenz und Aufklärung notwendig. Auch die deutschen Bürger wollen nicht, dass ihre Daten automatisch bei den US-amerikanischen Diensten landen."


Wakarimasen 10. Jun 2013

ein Handy muss nicht einmal alle 24 Stunden mit dem internet verbunden sein ich hab...

ronlol 10. Jun 2013

Die Geheimdienste haben sich schon vor langer Zeit verselbstständigt. Die kann man nur...

GodsBoss 08. Jun 2013

Welche Flugdaten? Ich fliege nicht.

metalheim 08. Jun 2013

Die Story erinert mich an Turkmenistan. Wenn man da Fotos von manchen öffentlichen...

Rulf 07. Jun 2013

auch schon vor ms-zeiten hat skype vollumfänglich mit jeder sicherheitsbehörde...

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