Autorin Julia Schramm im April 2012
Autorin Julia Schramm im April 2012 (Bild: Marcus Brandt/AFP/Getty Images)

Piratenpartei Julia Schramm lässt illegalen Buchdownload löschen

Als Vorstandsmitglied der Piratenpartei steht sie für freies Kopieren, privat wohl eher nicht: Spackeria-Mitbegründerin Julia Schramm hat den unerlaubten Download ihres Buches "Klick mich" durch ihren Verlag unterbinden lassen.

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Julia Schramm, Mitglied im Bundesvorstand der Piratenpartei und Verfechterin der Post-Privacy-Bewegung, hat einen illegalen Download ihres Buches "Klick mich - Bekenntnisse einer Internet-Exhibitionistin" durch ihren Verlag gestern entfernen lassen.

Kurz nach der Veröffentlichung war das Buch als kostenloser Download über den Cloud-Speicherdienst Dropbox als PDF-Datei erhältlich gewesen. Der Link wurde über die Microblogging-Plattformen Twitter und Tumblr verbreitet. Mittlerweile findet sich nur noch der Hinweis: "This file is no longer available due to a takedown request under the Digital Millennium Copyright Act by Julia Schramm, Autorin der Verlagsgruppe Random House."

Der Link wurde gestern mit dem Hinweis auf einen Absatz im Parteiprogramm der Piraten verbreitet. Darin heißt es: "Daher fordern wir, das nichtkommerzielle Kopieren, Zugänglichmachen, Speichern und Nutzen von Werken nicht nur zu legalisieren, sondern explizit zu fördern, um die allgemeine Verfügbarkeit von Information, Wissen und Kultur zu verbessern, denn dies stellt eine essenzielle Grundvoraussetzung für die soziale, technische und wirtschaftliche Weiterentwicklung unserer Gesellschaft dar."

Schramms Buch war gestern im zum Random House gehörenden Knaus-Verlag für 16,99 Euro veröffentlicht worden. Das E-Book kostet 13,99 Euro. Für das Buch soll Schramm einen Vorschuss in Höhe von 100.000 Euro erhalten haben, berichtet die FAZ.

Julia Schramm ist Beisitzerin für die Piraten im Bundesvorstand und Mitbegründerin der datenschutzkritischen Spackeria, einer Interessengruppe, die sich mit Post-Privacy auseinandersetzt - der Informations- und Rechtsfreiheit im Internet. In ihrem Buch schildert sie ihre Erfahrungen mit dem Internet. Unsere Rezension kann hier nachgelesen werden.

Nachtrag vom 18. September 2012, 14:00 Uhr

Mittlerweile hat sich Julia Schramm zur Löschung des Downloadlinks durch ihren Verlag geäußert. Gegenüber Süddeutsche.de sagte sie: "Es ist ja klar, dass der Verlag dagegen vorgeht, wenn mein Buch bei Dropbox zum Download steht."

Kritiker werfen der Autorin vor, mit der Veröffentlichung ihres Buches bei einem kommerziellen Verlag gegen die Grundsätze der eigenen Partei zu handeln, die gegen das bestehende Urheberrecht vorgeht. Sie sehe darin keinen Widerspruch, so Schramm. Sie lehne nicht das Urheberrecht, sondern den Begriff des geistigen Eigentums ab, weil er ein Kampfbegriff sei, sagte sie zur Begründung.

Im Nachtrag stand statt "geistigen Eigentums" im letzten Satz ursprünglich "Urheberrecht". Süddeutsche.de hat das nachträglich geändert. In diesem Artikel wurde es daraufhin ebenfalls angepasst.


sys64738 21. Sep 2012

Ich sag auch nichts gegen die Ich-Form der Erzählung. Aber ich will hier keine Inhalte...

guckdo 21. Sep 2012

Das glaubst Du aber jetzt nicht wirklich, oder ? Die Kohle behält die Göre schon selber...

Anonymouse 21. Sep 2012

Das ist falsch.

mfeldt 21. Sep 2012

Logisch - wenn man die 100 Riesen erstmal eingesackt hat würde es einem persönlich...

ubuntu_user 21. Sep 2012

Man muss Julia Schramm nicht mögen doch was ihr widerfahren ist, ist...

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