Abo
  • Services:
Anzeige
Rezeptformular
Rezeptformular (Bild: Tom Lück/CCC-Lizenz Namensnennung 3.0 Unported)

Datenskandal: Millionen Arztrezeptdaten offenbar illegal gehandelt

Rezeptformular
Rezeptformular (Bild: Tom Lück/CCC-Lizenz Namensnennung 3.0 Unported)

Illegal wurden jahrelang Daten gesammelt, die genau verraten, wer in Deutschland welche verschreibungspflichtigen Medikamente benötigt. Landesdatenschützer Thilo Weichert vermutet einen der größten Datenskandale der Bundesrepublik im Medizinbereich.

Die beiden größten deutschen Apothekenrechenzentren sollen illegal mit den persönlichen Daten auf Millionen Rezepten gehandelt haben. Das berichtet das Nachrichtenmagazin Der Spiegel. Die Vorwürfe habe ein früherer Mitarbeiter des Unternehmens Pharmafakt Gesellschaft für Datenverarbeitung (GFD) erhoben. Versicherten der gesetzlichen Krankenversicherung werden erstattungsfähige Arzneimittel oder Heilbehandlungen auf Kassenrezepten verordnet.

Anzeige

Die Daten seien ausgewertet worden, um sie an Kunden aus der Pharmaindustrie zu verkaufen, so die Anschuldigungen. Der ehemalige Pharmafakt-Beschäftigte habe auf Anweisung der Geschäftsleitung jahrelang unverschlüsselte, nicht anonymisierte Rezeptdateien von den Apothekenrechenzentren bezogen.

Der Landesdatenschützer von Schleswig-Holstein hat den Bericht gegenüber dem Spiegel bestätigt: "Die Unterlagen, die uns in Auszügen zugespielt wurden, scheinen valide zu sein", sagte Thilo Weichert. "Sie könnten einen der größten Datenskandale der Bundesrepublik im Medizinbereich aufdecken."

Ärzte schweigen aus Angst

Weichert sagte Golem.de, dass dem Landesdatenschutzzentrum Schleswig-Holsteins Unterlagen vorgelegt wurden, "an deren Seriosität wir keine Zweifel haben und die belegen, dass illegal personenbeziehbare Daten an die Pharmaindustrie weitergegeben werden." Die Unterlagen bestünden aus nicht anonymisierten Daten, auch wenn die Patientennamen nicht mit übermittelt wurden. Auch der Bezug zum jeweiligen Arzt sei herstellbar.

Weichert: "Wofür die Daten genutzt werden, war nicht erkennbar. Wir haben keinen Hinweis darauf, dass die Daten ausschließlich zur wissenschaftlichen Forschung genutzt werden. Uns liegen vielmehr Aussagen von Ärzten vor, dass auf der Grundlage dieser Daten praxisbezogene Vermarktungsmaßnahmen durch die Pharmafirmen erfolgten. Leider ist aber - wohl aus Angst vor Repressalien - bisher keiner der Ärzte, die uns dies mitteilten, bereit, ihre Aussage öffentlich zu bestätigen."

Das Landesdatenschutzzentrum Schleswig-Holsteins habe hinsichtlich der betroffenen Rechenzentren keine Zuständigkeit, "weshalb wir keine eigene Prüfung durchführen können", sagte Weichert. Zuständig für das Norddeutsche Apothekenrechenzentrum sei beispielsweise der Bremer Landesdatenschützer.

Nachtrag vom 13. Februar 2012, 12:45 Uhr

Dietmar Wassener von GFD erklärte Golem.de: "Entgegen den im Spiegel nun formulierten Vorwürfen hat die GFD keine personenbezogenen Daten von Versicherten weitergegeben. Auch ein Verkauf von Daten fand nicht statt - sämtliche Daten waren lediglich die Grundlage für die Erstellung von Studien." Bis ins Jahr 2010 habe die GFD von verschiedenen Apothekenrechenzentren direkt Daten zu den Verschreibungen von Ärzten erhalten. Die Apothekenrechenzentren scannten die Rezepte ein und verarbeiteten sie im Rahmen der Bestimmungen des Sozialgesetzbuches. Die Daten würden von den Apothekenrechenzentren dann im Auftrag der Apotheker zur Abrechnung an die Krankenkassen übermittelt. Diese Daten dürften nach dem Sozialgesetzbuch von den Rechenzentren für andere Zwecke wie etwa Studien für Arzneimittelhersteller, Verbände oder Forschungseinrichtungen weitergegeben werden - an Dienstleister wie zum Beispiel die GFD, so Wassener.


eye home zur Startseite
Rulf 14. Feb 2012

hast du dich mit dem thema beschäftigt?...ich meinte daß hier unter dem vorwand etwas...

Rulf 13. Feb 2012

du hast überhaupt keine vorstellung wie modernes phamamarketing funktioniert...die...

cyzz 13. Feb 2012

Noch besser: Quelle tagesschau.de "Milliardenüberschuss der gesetzlichen Krankenkassen...

cyzz 13. Feb 2012

Herr im Himmel lass Hirn und Grammatik regnen.

elitezocker 13. Feb 2012

Als privat Versicherter sieht es anders aus. Der Kaufvertrag findet nur mit der Apotheke...



Anzeige

Stellenmarkt
  1. dSPACE GmbH, Paderborn
  2. T-Systems International GmbH, München
  3. Continental AG, Frankfurt
  4. Deutscher Alpenverein e. V., München


Anzeige
Top-Angebote
  1. 199,00€
  2. 0,90€
  3. 3 Monate gratis testen, danach 70€ pro Jahr

Folgen Sie uns
       

Anzeige
Whitepaper
  1. Tipps für IT-Engagement in Fernost


  1. Spionage im Wahlkampf

    Russland soll hinter neuem Hack von US-Demokraten stecken

  2. Comodo

    Zertifikatsausstellung mit HTML-Injection ausgetrickst

  3. Autonomes Fahren

    Mercedes stoppt Werbespot wegen überzogener Versprechen

  4. Panne behoben

    Paypal-Lastschrifteinzug funktioniert wieder

  5. Ecix

    Australier übernehmen zweitgrößten deutschen Internetknoten

  6. Die Woche im Video

    Ab in den Urlaub!

  7. Ausfall

    Störung im Netz von Netcologne

  8. Cinema 3D

    Das MIT arbeitet an 3D-Kino ohne Brille

  9. AVM

    Hersteller für volle Routerfreiheit bei Glasfaser und Kabel

  10. Hearthstone

    Blizzard feiert eine Nacht in Karazhan



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Wolkenkratzer: Wer will schon 2.900 Stufen steigen?
Wolkenkratzer
Wer will schon 2.900 Stufen steigen?
  1. Hafen Die Schauerleute von heute sind riesig und automatisch
  2. Bahn Siemens verbessert Internet im Zug mit Funklochfenstern
  3. Fraunhofer-Institut Rekord mit Multi-Gigabit-Funk über 37 Kilometer

Festplatten mit Flash-Cache: Das Konzept der SSHD ist gescheitert
Festplatten mit Flash-Cache
Das Konzept der SSHD ist gescheitert
  1. Ironwolf, Skyhawk und Barracuda Drei neue 10-TByte-Modelle von Seagate
  2. 3PAR-Systeme HPE kündigt 7,68- und 15,36-TByte-SSDs an
  3. NVM Express und U.2 Supermicro gibt SATA- und SAS-SSDs bald auf

Huawei Matebook im Test: Guter Laptop-Ersatz mit zu starker Konkurrenz
Huawei Matebook im Test
Guter Laptop-Ersatz mit zu starker Konkurrenz
  1. Netze Huawei steigert Umsatz stark
  2. Huawei Österreich führt Hybridtechnik ein
  3. Huawei Deutsche Telekom testet LTE-V auf der A9

  1. Re: Golem hilf ordentlich mit abzulenken

    mingobongo | 20:51

  2. Feine Sache

    snowhite | 20:41

  3. Re: sd Quattro

    snowhite | 20:34

  4. Mal nicht Nordkorea?

    onkel_joerg | 20:27

  5. Re: Zu Teuer (wie immer)

    goto10 | 20:27


  1. 14:22

  2. 13:36

  3. 13:24

  4. 13:13

  5. 12:38

  6. 09:01

  7. 18:21

  8. 18:05


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel