Paper Bay Plattform für den Austausch wissenschaftlicher Arbeiten

Paper Bay ist eine Plattform, über die Nutzer wissenschaftliche Aufsätze tauschen können. Das Angebot ist ein Protest gegen die Fachverlage, denen die Initiatoren vorwerfen, mit der Arbeit anderer gute Geschäfte zu machen.

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Der Zugang zu Artikeln in wissenschaftlichen Fachzeitschriften ist teuer - oft zu teuer für Privatnutzer oder Nutzer in ärmeren Ländern. Damit diese dennoch Zugriff auf diese Daten bekommen, hat der Niederländer Jacques Mattheij die Plattform The Paper Bay eingerichtet.

Die Idee des Angebots ist denkbar einfach: Nutzer, die auf der Suche nach einem Artikel sind, stellen das auf Paper Bay ein. Nutzer, die Zugriff auf diesen Aufsatz haben, können ihn dem Suchenden über das Angebot zukommen lassen: Über eine Eingabenmaske laden sie die PDF-Datei hoch, die dann dem Suchenden per Mail zugestellt wird. Wissenschaftler, die ihre Aufsätze gern öffentlich zur Verfügung stellen wollen, können diese bei Paper Bay einstellen, damit Nutzer sie herunterladen können.

Mehr Profit als Pornoverlage

Die Verlage verdienten Geld mit Forschungsergebnissen, zu deren Gewinnung sie nicht beigetragen hätten, kritisiert Mattheij. Obwohl die Kosten für das Publizieren der Aufsätze dramatisch gefallen seien, seien die Preise für den Zugang noch genauso hoch wie früher. Ein gutes Geschäft für die Verlage - die Gewinnspanne für das Herausgeben wissenschaftlicher Fachartikel stelle sogar die für das Veröffentlichen von Pornografie in den Schatten, schreibt Mattheij in seinem Blog.

Hinzu komme, dass die Bürger, wenn die sie für einen Aufsatz bezahlten, zum zweiten Mal zur Kasse gebeten würden: Schließlich seien die Ergebnisse, die in den Aufsätzen festgehalten seien, mit ihren Steuergeldern finanziert worden. Die Initiatoren glaubten deshalb auch, dass für das Bereitstellen eines öffentlich finanzierten Werks für die Öffentlichkeit keine Entschädigung fällig sei, heißt auf der Paper-Bay-Seite.

Bestürzung über Swartz' Tod

Anlass, Paper Bay einzurichten, sei der Freitod von Aaron Swartz im Januar dieses Jahres gewesen, sagt Mattheij. "Der Schock darüber, dass Aaron sich unter diesem Druck das Leben genommen hat, hat meine Unzufriedenheit mit dem System wieder aufleben lassen und mir klargemacht, dass ich nicht passiv sein darf."

Swartz setzte sich für den freien Zugang zu wissenschaftlichen Publikationen ein. Er stand unter Anklage, weil er zwischen September 2010 und Januar 2011 über 4 Millionen Dokumente von Computern des Massachusetts Institute of Technology heruntergeladen hatte. Dabei handelte es sich um digitalisierte akademische Fachzeitschriften aus dem Onlinearchiv Jstor. In dem Verfahren drohten ihm hohe Haft- und Geldstrafen.

Aus ähnlichen Erwägungen heraus hat die britische Regierung 2012 beschlossen, dass ab 2014 die Ergebnisse aus öffentlich finanzierter Forschung frei zugänglich sein müssen. Andere europäische Länder sollten diesem Beispiel folgen, sagte David Willetts, der britische Staatsminister für Universitäten und Wissenschaft, seinerzeit.


Pseudomonas 14. Feb 2013

Glaubst du denn, die Bibliotheken bekämen diesen Zugang geschenkt? Nein, tun sie nicht...

kopfspringer 13. Feb 2013

Es gibt auch andere Geschäftsmodelle... In diesem Geschäft ist nicht immer alles scheiße...

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