The Paper Bay: kein Grund für eine Entschädigung
The Paper Bay: kein Grund für eine Entschädigung (Bild: Paper Bay/Screenshot: Golem.de)

Paper Bay Plattform für den Austausch wissenschaftlicher Arbeiten

Paper Bay ist eine Plattform, über die Nutzer wissenschaftliche Aufsätze tauschen können. Das Angebot ist ein Protest gegen die Fachverlage, denen die Initiatoren vorwerfen, mit der Arbeit anderer gute Geschäfte zu machen.

Anzeige

Der Zugang zu Artikeln in wissenschaftlichen Fachzeitschriften ist teuer - oft zu teuer für Privatnutzer oder Nutzer in ärmeren Ländern. Damit diese dennoch Zugriff auf diese Daten bekommen, hat der Niederländer Jacques Mattheij die Plattform The Paper Bay eingerichtet.

Die Idee des Angebots ist denkbar einfach: Nutzer, die auf der Suche nach einem Artikel sind, stellen das auf Paper Bay ein. Nutzer, die Zugriff auf diesen Aufsatz haben, können ihn dem Suchenden über das Angebot zukommen lassen: Über eine Eingabenmaske laden sie die PDF-Datei hoch, die dann dem Suchenden per Mail zugestellt wird. Wissenschaftler, die ihre Aufsätze gern öffentlich zur Verfügung stellen wollen, können diese bei Paper Bay einstellen, damit Nutzer sie herunterladen können.

Mehr Profit als Pornoverlage

Die Verlage verdienten Geld mit Forschungsergebnissen, zu deren Gewinnung sie nicht beigetragen hätten, kritisiert Mattheij. Obwohl die Kosten für das Publizieren der Aufsätze dramatisch gefallen seien, seien die Preise für den Zugang noch genauso hoch wie früher. Ein gutes Geschäft für die Verlage - die Gewinnspanne für das Herausgeben wissenschaftlicher Fachartikel stelle sogar die für das Veröffentlichen von Pornografie in den Schatten, schreibt Mattheij in seinem Blog.

Hinzu komme, dass die Bürger, wenn die sie für einen Aufsatz bezahlten, zum zweiten Mal zur Kasse gebeten würden: Schließlich seien die Ergebnisse, die in den Aufsätzen festgehalten seien, mit ihren Steuergeldern finanziert worden. Die Initiatoren glaubten deshalb auch, dass für das Bereitstellen eines öffentlich finanzierten Werks für die Öffentlichkeit keine Entschädigung fällig sei, heißt auf der Paper-Bay-Seite.

Bestürzung über Swartz' Tod

Anlass, Paper Bay einzurichten, sei der Freitod von Aaron Swartz im Januar dieses Jahres gewesen, sagt Mattheij. "Der Schock darüber, dass Aaron sich unter diesem Druck das Leben genommen hat, hat meine Unzufriedenheit mit dem System wieder aufleben lassen und mir klargemacht, dass ich nicht passiv sein darf."

Swartz setzte sich für den freien Zugang zu wissenschaftlichen Publikationen ein. Er stand unter Anklage, weil er zwischen September 2010 und Januar 2011 über 4 Millionen Dokumente von Computern des Massachusetts Institute of Technology heruntergeladen hatte. Dabei handelte es sich um digitalisierte akademische Fachzeitschriften aus dem Onlinearchiv Jstor. In dem Verfahren drohten ihm hohe Haft- und Geldstrafen.

Aus ähnlichen Erwägungen heraus hat die britische Regierung 2012 beschlossen, dass ab 2014 die Ergebnisse aus öffentlich finanzierter Forschung frei zugänglich sein müssen. Andere europäische Länder sollten diesem Beispiel folgen, sagte David Willetts, der britische Staatsminister für Universitäten und Wissenschaft, seinerzeit.


Pseudomonas 14. Feb 2013

Glaubst du denn, die Bibliotheken bekämen diesen Zugang geschenkt? Nein, tun sie nicht...

kopfspringer 13. Feb 2013

Es gibt auch andere Geschäftsmodelle... In diesem Geschäft ist nicht immer alles scheiße...

Kommentieren



Anzeige

  1. Anwendungs- / Softwareberater/in Business Intelligence (BI)
    Robert Bosch GmbH, Stuttgart-Feuerbach
  2. Junior SAP Basis Berater (m/w)
    OEDIV KG, Bielefeld
  3. IT-Anwendungsbetreuer/in System- und Netzwerktechnik
    Große Kreisstadt Freising, Freising
  4. SAP-PM Projektbetreuer (m/w)
    Stadtwerke Schwerin GmbH, Schwerin

 

Detailsuche


Spiele-Angebote
  1. The Witcher 3: Wild Hunt
    44,99€ USK 18
  2. NUR NOCH HEUTE: PS4-Spiele reduziert
    (u. a. Lego der Hobbit 26,72€, The Crew 29,19€, Assassins Creed Unity 29,19€, The Wolf Among...
  3. Games-Downloads Angebote
    (u. a. Bioshock Infinite 7,49€, Xcom Enemy Unknown 4,99€, Boderlands 2 7,49€)

 

Weitere Angebote


Folgen Sie uns
       


  1. Telefonie und Internet

    Störungen bei O2 und 1und1 in Berlin

  2. Telltale

    Details und Trailer zu Minecraft Story Mode veröffentlicht

  3. Geheimdienst

    NSA spähte Dutzende Telefone der Regierung Brasiliens aus

  4. Raumfahrt

    Russisches Versorgungsschiff erreicht ISS

  5. UNHRC

    Die UNO hat einen Sonderberichterstatter für Datenschutz

  6. Nordamerika

    Arin aktiviert Wartelistensystem für IPv4-Adressen

  7. Modellreihe CUH-1200

    Neue PS4 nutzt halb so viele Speicherchips

  8. Die Woche im Video

    Apple Music gestartet, Netzneutralität bedroht, NSA geleakt

  9. Internet.org

    Mark Zuckerberg will Daten per Laser auf die Erde übertragen

  10. TLC-Flash

    Samsung plant SSDs mit 2 und 4 TByte



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de



Urheberrecht: Die Panoramafreiheit ist bedroht
Urheberrecht
Die Panoramafreiheit ist bedroht
  1. EU-Urheberrecht Wikipedia fürchtet Abschaffung der Panoramafreiheit
  2. Experten Filesharing-Urteil des Bundesgerichtshofs für Musikindustrie
  3. Privatkopie Österreich will Downloads von illegalen Quellen verbieten

Unity: "Inzwischen entstehen viele tolle Spiele ohne Programmierer"
Unity
"Inzwischen entstehen viele tolle Spiele ohne Programmierer"
  1. Unity Technologies 56.289 Engine-Tests in einer Nacht
  2. Engine Unity 5.1 mit neuer Rendering-Pipeline für Virtual Reality
  3. Microsoft Hololens setzt auf die Unity-Engine

Anno 2205 angespielt: Brückenbau und Mondbesiedlung
Anno 2205 angespielt
Brückenbau und Mondbesiedlung
  1. E3-Tagesrückblick im Video Crytek, Virtual Reality und ehrenhafte Krieger
  2. Ubisoft Blue Byte schickt Anno 2205 auf den Mond

  1. Re: Hat die BVG zu viel Geld?

    plutoniumsulfat | 14:46

  2. Re: zu leise gibt es nicht

    plutoniumsulfat | 14:45

  3. Re: Dresden hat die Klimaproblematik listig gelöst..

    plutoniumsulfat | 14:45

  4. Re: Nicht so schwer zu verstehen

    plutoniumsulfat | 14:44

  5. Re: Ab 29. Juli im Handel?

    plutoniumsulfat | 14:42


  1. 14:50

  2. 14:34

  3. 12:32

  4. 12:17

  5. 14:04

  6. 11:55

  7. 10:37

  8. 09:33


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel