Abo
  • Services:
Anzeige
Filesharing-Netzwerke erschweren die Sammlung von Nutzerdaten.
Filesharing-Netzwerke erschweren die Sammlung von Nutzerdaten. (Bild: Bittorrent)

P2P: Der Wohnsitz beeinflusst das Filesharing-Verhalten

Auf welche Weise Menschen Filesharing-Netzwerke nutzen, hängt weniger mit der simplen Verfügbarkeit von Breitbandinternet zusammen als mit den Lebensumständen der Anwender. Das haben Wissenschaftler herausgefunden. Sie überwachten Millionen Bittorrent-Nutzer aus armen und reichen Ländern.

Anzeige

Weltweit nutzen 150 Millionen Menschen mindestens einmal im Monat das P2P-Filesharing-Netzwerk Bittorrent. Je nach Kontinent trägt es zwischen 9 und 27 Prozent zum gesamten Internet-Traffic bei. Trotzdem existieren wenige Daten zum Nutzerverhalten - was daran liegt, dass es sich um ein Netz ohne zentrale Server handelt, das unter anderem gerade deshalb in dieser Form geschaffen wurde, um die Sammlung von Nutzerdaten zu erschweren.

Das Netzwerk bleibt wegen seiner ökonomischen und politischen Auswirkungen ein einflussreiches System und ein spannendes Untersuchungsobjekt für die Wissenschaft. In den Veröffentlichungen der US-Akademie der Wissenschaften (PNAS) stellt jetzt ein internationales Forscherteam Ergebnisse einer vierjährigen Datensammeltätigkeit vor. Als Messfühler diente ihnen Ono, ein Plugin für den Bittorrent-Client Vuze. Mit expliziter Genehmigung von 1,4 Millionen Usern des Plugins konnten die Forscher eine umfangreiche Datenbank darüber aufbauen, wer mit Bittorrent was mit wem austauscht.

Erste Erkenntnis: Zwar zeichneten die Wissenschaftler den Dateityp nicht auf, wohl aber die Dateigröße. Dabei ergaben sich deutlich Peaks bei bestimmten Dateigrößen, die sich Inhaltstypen zuordnen ließen. 18 Prozent der getauschten Dateien enthielten demnach Musik, 12 Prozent TV-Serien, 26 Prozent SD-Filme und 9 Prozent HD-Filme. Zusätzlich ordneten die Forscher ihren Daten das Herkunftsland der IP-Nummer zu - und waren überrascht: Einzelne Länder zeigten jeweils ziemlich klare Profile, was das Nutzerverhalten in P2P-Netzwerken betrifft. Gemeinsamkeiten lassen sich schnell finden, wenn man dazu den sozioökonomischen Status des Landes betrachtet. Nutzer aus Ländern wie Schweden, den Niederlanden und den USA verhielten sich anders als Nutzer aus Brasilien und Indien.

Die Forscher ziehen aus ihrer Arbeit Schlussfolgerungen, die zum Beispiel die Diskussion zwischen der Content-Industrie und den Peer-to-Peer-Usern betreffen. So führt allein die Möglichkeit schneller Downloads nicht dazu, dass die Nutzer tatsächlich mehr Dateien untereinander austauschen. In den USA und anderen relativ reichen Ländern werden HD-Filme und HD-TV-Sendungen nicht in dem Maße heruntergeladen wie zu erwarten, wenn man die schnellen Internetverbindungen betrachtet. Stattdessen ziehen sich die Nutzer in all den Ländern besonders viele Filme via Bittorrent, in denen nur wenige (legale) Streaming-Möglichkeiten zur Verfügung stehen - und zwar trotz der schlechteren Infrastruktur.

Zum Zweiten zeigt sich aber auch, dass eine strenge Umsetzung des Urheberrechtsschutzes wenig bewirkt: In den reicheren Ländern werden unverhältnismäßig mehr Musikdateien per Bittorrent ausgetauscht als in den ärmeren. Die Forscher vermuten, dass das noch immer an einem Mangel an einfach zugänglichen, legalen Kanälen für digitale Musik und E-Books liegt.

Schließlich, und dieser Aspekt ist den Wissenschaftlern am wichtigsten, zeigt die Untersuchung auch, dass die meisten P2P-User eher Spezialisten als Generalisten sind - ein großer Anteil der Nutzer teilt nur einen einzigen Typ von Inhalten. Das hat Folgen für die Netzwerk-Infrastruktur: Es führt dazu, dass sich das komplette P2P-Netzwerk in mehrere, kaum miteinander verknüpfte Bereiche aufspaltet. Umso wichtiger wird ein cleverer Algorithmus zur richtigen Wahl der Peers, wie ihn das Ono-Plugin zum Ziel hat. Da sich zudem die Spezialisierung oft auf Ländergrenzen beschränkt, funktionieren P2P-Netzwerke auch länderübergreifend überraschend effizient - die meisten Daten bleiben eben innerhalb der Landesgrenzen.


eye home zur Startseite
Dwalinn 08. Okt 2014

Vor kurzem hätte ich dir noch widersprochen, aber da viele meiner BluRays ewig zum...

Hugie 08. Okt 2014

Nenn doch mal ein paar Beispieldienste mit links, damit wir das verifizieren (und...

Coding4Money 08. Okt 2014

Nein, gar nichts.

SelfEsteem 08. Okt 2014

Ich glaube ich werd langsam alt ... was ist denn OCH? Google sagt dazu "ein stoehn...

cyliax 07. Okt 2014

Also wenn ich deinen Beitrag hier so verfolge, könnte man eher meinen, dass es wichtig...



Anzeige

Stellenmarkt
  1. über Robert Half Technology, Berlin
  2. FLO-CERT Certification of Social-Economic Development GmbH, Bonn
  3. Dataport, Hamburg, Altenholz/Kiel
  4. T-Systems International GmbH, Bonn, Darmstadt, Stuttgart


Anzeige
Top-Angebote
  1. 149,00€
  2. 4,99€
  3. 299,90€ (UVP 649,90€)

Folgen Sie uns
       


  1. USB Audio Device Class 3.0

    USB Audio over USB Type-C ist fertig

  2. HY4

    Das erste Brennstoffzellen-Passagierflugzeug hebt ab

  3. Docsis 3.1

    Erster Betreiber versorgt alle Haushalte im Netz mit GBit/s

  4. Messenger

    Welche Metadaten Apple in iMessage speichert

  5. Systems-on-a-Chip

    Qualcomm verkauft Snapdragons erstmals einzeln

  6. Virtual Reality Developer

    Udacity gibt Weiterbildungen zum VR-Entwickler

  7. Gewährleistungsfristen

    Verbraucherschützer wollen EU-Plan verhindern

  8. UBBF2016

    Wo 83 Prozent der Haushalte Glasfaser haben

  9. NBase-T alias IEEE 802.3bz

    Schnelle und doch sparsame Kabelverbindungen

  10. Autonomes Fahren

    Komatsu baut Schwerlaster ohne Führerstand



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Rocketlab: Neuseeland genehmigt Start für erste elektrische Rakete
Rocketlab
Neuseeland genehmigt Start für erste elektrische Rakete
  1. Osiris Rex Asteroid Bennu, wir kommen!
  2. Raumfahrt Erster Apollo-Bordcomputer aus dem Schrott gerettet
  3. Startups Wie Billig-Raketen die Raumfahrt revolutionieren

Recruiting: Uni-Abschluss ist nicht mehr das Wichtigste
Recruiting
Uni-Abschluss ist nicht mehr das Wichtigste
  1. Friends Conrad vermittelt Studenten für Serviceleistungen
  2. IT-Jobs Bayerische Firmen finden nicht genügend Programmierer
  3. Fest angestellt Wie viele Informatiker es in Deutschland gibt

Interview mit Insider: Facebook hackt Staat und Gemeinschaft
Interview mit Insider
Facebook hackt Staat und Gemeinschaft
  1. Systemüberwachung Facebook veröffentlicht Osquery für Windows
  2. Facebook 100.000 Hassinhalte in einem Monat gelöscht
  3. Nach Whatsapp-Datentausch Facebook und Oculus werden enger zusammengeführt

  1. Re: Unterkünfte

    lear | 15:38

  2. Keine Angaben zum Upload

    RipClaw | 15:37

  3. Re: knappes WLAN Spektrum ist vielmehr das...

    Moe479 | 15:36

  4. Re: Wo ist jetzt der Aufreger?

    kayozz | 15:36

  5. Die Hi-Fi-Branche??

    DrScythe | 15:35


  1. 15:20

  2. 15:08

  3. 14:45

  4. 14:26

  5. 14:10

  6. 13:00

  7. 12:46

  8. 12:27


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel