Overclocking 95 Extreme-CPUs für 5,8 GHz

IDF

Als Nebenveranstaltung des Intel Developer Forum haben einige der besten Overclocker die Rekorde purzeln lassen. Neue Bestwerte gibt es nun für Cinebench, 3DMark und den Speichertakt.

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Für den Abend des ersten Tages des Intel Developer Forum (IDF) 2013 hatten Asus, Corsair und Intel etliche bekannte Overclocker eingeladen, um mit viel flüssigem Stickstoff auf Rekordjagd zu gehen. Wie groß der Unterschied zwischen einigen wenigen Stunden Bastelei und professioneller Übertaktung ist, zeigt folgendes Beispiel: Intels Core i7-4690X kommt in unserem Test mit Werkseinstellungen bei 3,7 GHz Turbo-Takt auf 11,24 Punkte, mit Wasserkühlung und moderaten Einstellungen auf 4,2 GHz und 13,4 Punkte.

Der seit über 20 Jahren aktive Charles "Fugger" Wirth erreichte aber in San Francisco 17,65 Punkte und 5,795 GHz. Dazu war unter anderem das übliche vorsichtige Herantasten an einen höheren Bustakt (BCLK) nötig, nachdem der optimale Frequenzteiler (Strap) gefunden war. Diese erweiterten Teiler sind Teil der neuen Übertaktungsfunktionen der auch als Ivy Bridge-E bekannten CPU. Auch andere Modifikationen an Takt, Timings und Spannung für das DRAM und an anderen Stellen waren nötig.

  • 10 Jahre extreme CPUs von Intel
  • Einzelergebnisse des 3DMark
  • Overclocker haben auch andere Hobbys.
  • Overclocker haben auch andere Hobbys.
  • Mit Lötlampe gegen Cold Bugs
  • Das Grafiksystem mit vier Geforce Titan und vielen Digitalthermometern und Multimetern
  • Die 3,9 GHz wurden mit einem speziellen Speicherkühler und LN2 erreicht.
  • Üppige Vorräte an flüssigem Stickstoff für zwei Stunden Overclocking
  • Die Werte des Cinebench-Rekordrechners (Fotos: Nico Ernst/Golem.de)
  • Statt Lötlampe tut es manchmal auch ein Fön.
  • Stickstoff erzeugt mit Rotwein schicke Muster.
  • Overclocker haben auch andere Hobbys.
  • Vier Netzteile versorgen die Grafikplattform. (Fotos: Nico Ernst/Golem.de)
  • Overclocker haben auch andere Hobbys.
  • Die erreichten, aber noch nicht validierten Rekorde
  • Nachtanken unter Last macht viel Dampf.
Vier Netzteile versorgen die Grafikplattform. (Fotos: Nico Ernst/Golem.de)

Dazu hatte Intel dem Fugger ganze 95 Exemplare des Core i7-4960X geliehen - mithin also einen Gegenwert von fast 100.000 US-Dollar -, aus denen er die besten aussuchen konnte. Dieses auch "Binning" genannte Verfahren führte Fugger im Schnelldurchlauf durch: Nur die CPUs, die bei geringsten Spannungen von rund 0,6 Volt überhaupt starten wollten, wurden näher untersucht. Der Übertakter weiß aus Erfahrung, dass solche Prozessoren auch nach oben den meisten Spielraum bieten.

3,9 GHz Speichertakt

Quasi nebenher stellten Fugger und sein Team auch einen Rekord beim Speichertakt auf: DDR3 mit 3,9 GHz lautet die neue Ansage. Dafür kamen Vorserienexemplare von Corsairs Dominator Platinum zum Einsatz, welche das Unternehmen im Januar 2014 mit spezifizierten 3,3 GHz auf den Markt bringen will. Etwas früher, nämlich noch im September 2013, soll das verwendete X-79-Mainboard von Asus als Rampage IV Black Edition erscheinen, das Fugger nach seinen Aussagen auch bei den wochenlangen Vorbereitungen nicht kaputtbasteln konnte.

Am zweiten Testaufbau stellte ein Team rund um Ian "8 Pack" Parry Rekorde bei Grafikbenchmarks auf. Für den auf Single-GPU-Systemen sehr anspruchsvollen Test Firestrike Extreme des 3DMark sind nun 32.268 Punkte zu schlagen. Dazu waren vier Geforce Titan mit Takten von deutlich über 1,4 GHz zu übertreffen - der Standardtakt beträgt 837 MHz. Beim älteren 3DMark11 gibt es nun im Test Entry mit 38.231 und beim Test Performance 38.227 neue Bestwerte. Alle Ergebnisse sollen beim Onlinedienst HWBot eingereicht werden, um auch als in der Overclocking-Szene offiziell anerkannte Rekorde Gültigkeit zu erhalten.

Dass Intel der Veranstaltung auf seiner Konferenz IDF Raum gab und sie auch gesponsert hat, ist neben dem Werben für den 4960X auch ein bisschen Sich-selbst-feiern: Vor zehn Jahren erschien mit dem Pentium 4 HT Extreme Edition die erste CPU, die speziell für Overclocker und Gamer vorgesehen war. Damals war AMDs Athlon FX in vielen Benchmarks schneller, weshalb Spötter die Intel-CPU "Emergency Edition" tauften. Eine Dekade später ist AMD bei High-End-CPUs für Desktop-PCs weit abgeschlagen.


HubertHans 11. Sep 2013

Wohl kaum. Eher mit realen 400MHz und 8 fach Multiplexing. Obwohl sie dann so langsam...

spambox 11. Sep 2013

2003 hatten die Pentiums 55 M Transistoren und nicht 1,7 M. Die angegebene Zahl hätte...

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