Ouya Android-Spielekonsole erobert Kickstarter

Die Android-Spielekonsole Ouya wird über Kickstarter finanziert. Und bereits kurz nach dem Start wird Ouya die geplanten 950.000 US-Dollar übertreffen.

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950.000 US-Dollar - so viel müssen mindestens über Kickstarter zusammenkommen, damit die hübsch designte Android-Spielekonsole Ouya fertiggestellt und ausgeliefert werden kann. Es werden wohl deutlich mehr werden, denn die Geldzusagen steigen derzeit rasant an.

Schon wenige Stunden nach dem Ouya-Start auf Kickstarter sind über 250.000 US-Dollar zusammengekommen - und es werden minütlich mehr. Das lässt vermuten, dass Ouya bis zum Abschluss der Kickstarter-Finanzierung am 9. August 2012 mehrere Millionen US-Dollar zugesichert bekommt und vielleicht sogar einen neuen Rekord erreichen wird.

Das kalifornische Unternehmen Ouya scheint einen Nerv zu treffen, mit dem sich die etablierten Konsolenhersteller wie Nintendo, Sony Computer Entertainment und Microsoft bisher schwertun - die Ouya-Konsole kostet unter 100 US-Dollar, jeder kann für sie programmieren und das Hauptaugenmerk liegt auf Free-to-Play-Titeln.

Spielen soll wieder günstiger werden, für Entwickler und Spieler. Ouya verlangt deshalb laut eigenen Angaben nur eines von den Entwicklern: Wenigstens ein kleiner Teil des Spiels muss kostenlos zugänglich sein - und sei es als Demo. Und da Ouya auf Android basiert, können Entwickler ihre bestehenden Android-Apps leicht auf Ouya veröffentlichen.

Doch auch die Entwicklung von AAA-Titeln, umfangreichen und teuer produzierten Spielen, soll Ouya revolutionieren können. Für die Veröffentlichungen von Spielen auf Ouya gibt es ein eigenes SDK und eine API für In-Game-Verkäufe - an den Verkäufen will das Unternehmen mitverdienen. Mehr als die 30-prozentige Standard-Verkaufsgebühr soll es an Kosten nicht geben. "Vergesst Lizenzgebühren, Handelsgebühren und Publishing-Gebühren", heißt es in der Projektbeschreibung auf Kickstarter.

Dort finden sich auch einige technische Daten zur Spielekonsole. Ouya wird mit einer Tegra-3-Quad-Core-CPU, 1 GByte RAM, 8 GByte internem Speicher, HDMI (bis 1080p), WLAN nach IEEE 802.11b/g/n, Bluetooth LE 4.0, USB 2.0 und einem drahtlosen Gamepad ausgestattet sein. Als Betriebssystem ist Android 4.0 vorinstalliert. Das Gamepad weist zwei Analogsticks, ein D-Pad, acht Actionknöpfe, einen Systembutton und ein Touchpad auf.

Für das schlichte, moderne Design von Ouya ist Yves Behar verantwortlich. Behar arbeitete bereits an der Jambox und am OLPC (One Laptop per Child). Ouya-Chefin Julie Uhrmann arbeitete zuvor bei Vivendi Universal, IGN und Gamefly.

"Wir wollen den Markt durchrütteln", so Uhrman und bittet deshalb um Unterstützung über Kickstarter. Mit den bisherigen finanziellen Mitteln sei das nicht mehr möglich gewesen.

Ouya könnte, anders als viele gescheiterte kleine Konsolenprojekte, in den Markt für Spielekonsolen durchaus Bewegung bringen. Immerhin hat das Projekt prominente Unterstützung, darunter wohl auch Ed Fries, der unter anderem bei Microsoft tätig und dort bis 2004 für die Etablierung und Vermarktung der Xbox verantwortlich war.

Ein Vorteil ist, dass Sony und Microsoft noch keine Nachfolger der PS3 und der Xbox 360 in Aussicht gestellt haben, und dass Nintendo gerade erst anfängt, für die Wii U zu werben.

Die Ouya-Konsole soll im März 2013 an Kickstarter-Unterstützer ausgeliefert werden. Sie kann über Kickstarter ab 99 US-Dollar vorbestellt werden, Europäer müssen 20 US-Dollar mehr für den Versand zahlen. Ein Controller liegt bereits bei, für einen zweiten werden 30 US-Dollar mehr fällig.

Nachtrag vom 11. Juli 2012, 1:25 Uhr

Ouya hat das Zeug, zum am schnellsten wachsenden Kickstarter-Projekt zu werden - bislang gibt es über 1,4 Millionen US-Dollar an Zusagen. In ein paar Minuten werden es 1,5 Millionen sein. Und wenn der Trend anhält, dann wird in etwa einer Woche ein zweistelliger Millionenbetrag erreicht sein.

Nachtrag vom 11. Juli 2012, 12:14 Uhr

Heute früh, 24 Stunden nach Start, hatte Ouya die 2-Millionen-US-Dollar-Marke geschafft - die Zusagen liegen mittlerweile bei über 2,4 Millionen US-Dollar. Ouya-Chefin Julie Uhrman zeigt sich auf Kickstarter überwältigt von der unerwartet hohen Unterstützung und verspricht, sich nun über Übererfüllungsziele (stretch goals) beim Erreichen bestimmter Geldbeträge Gedanken zu machen. Das dient auf Kickstarter in der Regel dazu, das Interesse zu steigern und das jeweilige Produkt zu verbessern oder mitunter auch schneller auf den Markt zu bringen. Ideen für Stretch Goals nimmt Ouya unter der E-Mail-Adresse ideas@ouya.tv entgegen. Außerdem können an Ouya interessierte Spielefans in einer Surveymonkey-Umfrage fünf Spiele oder Genres angeben, die sie am liebsten auf der Android-Spielekonsole sehen würden. "Wir werden euch nicht enttäuschen", verspricht die dankbare Uhrmann.


Schugy 13. Jul 2012

und dann sollte ich nicht mit meiner normalen Bezahlmethode bezahlen, sondern eine...

Shuro 12. Jul 2012

Ich hätt mir vll. noch display port gewünscht.... :D hab noch keinen fernseher mit hdmi...

IrgendeinNutzer 12. Jul 2012

Wenn ich das alles so lese, da kann man doch gleich am PC bleiben. Konsolenfeeling könnte...

thorben 12. Jul 2012

also bei der PS3 wirst du rechtzeitig vorher gewarnt, wenn der akku zu neige geht. wenn...

Eckstein 12. Jul 2012

Huiuiui, was für eine gequirlte Kacke Ansammlung an halbgarenSpekulationen. ;-) Die SD...

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