Orbital Sciences Raumfähre Cygnus fliegt zur ISS

Jetzt darf auch das zweite private US-Raumfahrtunternehmen zur ISS: Orbital Sciences hat am 18. September 2013 die Demonstrationsmission seiner Raumfähre Cygnus gestartet. Das Raumfahrzeug soll am 22. September 2013 an der ISS andocken.

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Das US-Raumfahrtunternehmen Orbital Sciences hat seinen Demonstrationsflug zur Internationalen Raumstation (International Space Station, ISS) gestartet. Die Raumfähre Cygnus soll die Station am kommenden Sonntag erreichen. Orbital Sciences wird künftig die Versorgung der Raumstation mitübernehmen.

Um 10:58 Uhr Ortszeit (16:58 mitteleuropäischer Sommerzeit, MESZ) am 18. September 2013 hob die Trägerrakete Antares vom Raketenstartplatz Wallops Flight Facility von einer Insel vor der Küste des US-Bundesstaates Virginia aus ab. Ursprünglich war der Start für Dienstag geplant. Er musste aber wegen schlechten Wetters und eines technischen Problems um einen Tag verschoben werden.

Etwa zehn Minuten nach dem Start wurde die Kapsel Cygnus abgetrennt. Zwanzig Minuten später hätten die Techniker eine stabile Kommunikationsverbindung mit der Cygnus eingerichtet und die Solarpaneele, die das Raumfahrzeug mit Strom versorgen, seien ausgeklappt worden, erklärte Orbital Sciences.

Andocken am Sonntag

Die Cygnus wird zunächst mehrere Tage im Orbit verbringen. Am Wochenende wird sie sich der ISS annähern. Das Dockingmanöver ist für den 22. September 2013 geplant. Die Kapsel wird 30 Tage an der Station bleiben, bevor sie zur Erde zurückkehrt. Sie bringt rund 600 Kilogramm an Versorgungsgütern zur ISS und wird mit etwa 800 Kilogramm Abfällen beladen. Wie das europäische Versorgungsraumschiff, das Automated Transfer Vehicle (ATV), ist auch die Cygnus nicht wiederverwendbar: Sie verglüht beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre.

  • Start der Demonstrationsmission von Orbital Sciences zur ISS am 18. September 2013 (Foto: Nasa)
  • Die Trägerrakete - hier auf dem Weg zur Startrampe - hob vom Startplatz  Wallops auf einer Insel vor dem US-Bundesstaat Virginia aus ab. (Foto: Nasa)
Start der Demonstrationsmission von Orbital Sciences zur ISS am 18. September 2013 (Foto: Nasa)

Orbital Sciences ist neben Space Exploration Technologies (SpaceX) das zweite private Raumfahrtunternehmen, das die Versorgung der ISS übernehmen wird. Bei dem Demonstrationsflug geht es darum zu zeigen, dass das Raumfahrzeug sicher manövriert und angedockt werden kann. Der erste reguläre Flug soll Ende dieses Jahres folgen.

Jungfernflug im April

Es ist der erste Flug der Cygnus und der zweite der Antares. Die Trägerrakete war im April dieses Jahres erstmals gestartet und hatte die Attrappe einer Nutzlast sowie drei Phonesats in den Weltraum transportiert.

Anders als Dragon und Falcon, die Raumfähre und die Trägerrakete von SpaceX, sind Antares und Cygnus nicht aus einer Hand. So wird etwa die erste Stufe der Antares in der Ukraine gebaut. Ein Teil der Cygnus stammt vom italienischen Unternehmen Alenia Space.

Versorgung der ISS

Nach dem Ende der Spaceshuttle-Missionen hat die US-Raumfahrtbehörde National Aeronautics And Space Administration (Nasa) mit Orbital Sciences und SpaceX zwei private Unternehmen damit beauftragt, einen Teil der Versorgung der ISS zu übernehmen. Commercial Orbital Transportation Services (COTS) heißt das Programm. Bis 2016 soll die Cygnus acht Versorgungsflüge zur ISS unternehmen. Dafür zahlt die Nasa Orbital Sciences 1,9 Milliarden US-Dollar. Konkurrent SpaceX soll insgesamt zwölfmal zur ISS fliegen.

SpaceX hatte den Demonstrationsflug im Mai vergangenen Jahres erfolgreich absolviert. Seither war die Raumkapsel zwei Mal zu regulären Versorgungsflügen bei der ISS - im Oktober 2012 und im März 2013.


Charles Marlow 19. Sep 2013

*seufz* 21. Jahrhundert und die Menschheit führt lieber Kriege als endlich in den Kosmos...

Charles Marlow 19. Sep 2013

Und beim ersten Versagen dieser tollen Technik wird dann noch ein Sonderteam des...

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