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Genau genommen ist Java ja eigentlich auch nur Kaffee.
Genau genommen ist Java ja eigentlich auch nur Kaffee. (Bild: Flickr.com, Pittaya/CC-BY 2.0)

Wirre Aussagen, E-Mail-Gebrabbel und große Poster

Die Anwälte von Oracle wollen die Jury davon überzeugen, dass sowohl Google als auch andere durch ihre Reimplementierungen die Rechte an Java bewusst verletzt haben. Dies erläuterte Catz mit einer Anekdote. Sie habe den Chefjuristen von Google, Kent Walker, auf einer Bat-Mizwa getroffen und er habe ihr gesagt, dass die alten Regeln nicht für Google gelten. Catz habe darauf nur erwidert: "Du sollst nicht stehlen - der Spruch ist alt, aber gut!"

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Dafür, dass digitale Güter nur schwer gestohlen werden können, sondern wenn überhaupt nur kopiert, hat Oracle schon wieder eine Analogie parat. Der Chefarchitekt für Java SE bei Oracle, Mark Reinhold, vergleicht die APIs von Java mit den "Titeln, Namen der Kapitel und Eingangsätzen von Abschnitten" der Bücher über Harry Potter. Das Erstellen von APIs wie auch von Büchern sei "unglaublich kreativ" und das Ergebnis sehr "komplex".

E-Mails von Nichtjuristen

Oracle versucht damit, den Eindruck zu erwecken, dass Google unrechtmäßig die kreative Leistung von Java übernommen habe. Um zu zeigen, dass dies bewusst geschehen ist, zitieren die Oracle-Anwälte aus E-Mails von Stefano Mazzocchi, einem der Gründer der konkurrierenden Java-Implementierung Apache Harmony. Dieser hat das Vorgehen bei Android schon Jahre vor der Auseinandersetzung zwischen Oracle und Google als "Abzocken von Oracles geistigem Eigentum" beschrieben. Google hat Teile von Harmony für Android übernommen und Mazzocchi arbeitet inzwischen für Google.

Auch der Android-Gründer Andy Rubin wird auf alte E-Mails angesprochen, in denen er von einem Entwickler darüber informiert wird, dass Google wohl Java lizenzieren müsse. Ebenso wünscht Rubin in einer E-Mail einer nicht genannten Firma "viel Glück", da Sun darüber entscheide, an wen das Unternehmen Java lizenzieren werde und an wen nicht.

Was belanglose Anekdoten von einer Bat-Mizwa, irre Vergleiche mit Harry Potter und Aussagen von Entwicklern, die explizit keine Juristen sind, zu der Frage beitragen, was eigentlich Fair Use ist und ob es in diesem Fall zur Anwendung kommt, ist nur schwer ersichtlich. Es geht aber tatsächlich noch absurder.

Nächste Runden sind garantiert

Denn als am letzten Verhandlungstag darüber entschieden wird, welche Anweisungen und Beweismittel die Jury nutzen darf, streiten die Anwälte beider Seiten über die physische Größe von ausgedruckten Grafiken. Oracle möchte eine Übersicht über die API-Deklaration im Posterformat als Beweisstück einbringen. Weil Google selbst die Grafik aber nur viel kleiner in seinen Akten erhalten hat, wollen die Google-Anwälte nun ihrerseits ihre Übersicht zum Aufbau von Android einbringen.

Dass ein größeres Papierformat der Jury auf die Sprünge helfen wird, darf bezweifelt werden. Wie viel die Geschworenen bisher von der Materie verstanden haben und auf Basis welchen Wissens sie ihre Entscheidung treffen werden, ist ungewiss. Immerhin gehen die Geschworenen gewissenhaft vor und haben ironischerweise deshalb schon am ersten Tag ihrer Beratungen Probleme mit den Beweismitteln. So können sie die Java-Dateien, also den Quellcode, der Gegenstand der Verhandlung ist, nicht übersichtlich öffnen. Die Dateien seien in zu vielen Ordnern versteckt.

Doch wie auch immer die Jury entscheiden wird, die Entscheidung wird sicherlich angezweifelt werden. Beiden Seiten steht der Weg zu einer Berufung offen, da beide Anwaltsteams Einspruch gegen die Anweisungen eingelegt haben. Auch, ob die Reimplementierung der APIs als Fair Use gewertet werden kann, wird wohl letztlich der Supreme Court entscheiden müssen. Der hat immerhin schon Fälle zum Thema Fair Use verhandelt.

 Konkurrenzkämpfe von Implementierungen und Smartphone-Herstellern

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a user 07. Jun 2016

Also mich wundert die Verwirrung der Geschworenen nicht. Die Analogien sind keine, nicht...

a user 07. Jun 2016

Das diese Behauptung im Artikel steht macht diese nicht unbedingt richtiger. Es gab...

mnementh 26. Mai 2016

Ich versuche mal Deine wirren Sätze zu deuten (Apache hat 0 Interfaces geschrieben, die...

p4m 26. Mai 2016

Weil wir in DE ein zu einhundert Prozent kodifiziertes Rechtssystem haben. Elemente wie...

Niotras 26. Mai 2016

Ich bin in diesem Fall auch auf Google's Seite. Das ist totaler Schwachsinn den...



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