Für die Deutschen Bahn ist OpenplanB nun kein möglicher Open-Data-Partner mehr.
Für die Deutschen Bahn ist OpenplanB nun kein möglicher Open-Data-Partner mehr. (Bild: OpenplanB)

OpenplanB Deutsche Bahn sieht klaren Rechtsbruch - aber auch Chancen

In einem offenen Brief wirft die Deutsche Bahn OpenplanB einen absichtlichen Rechtsbruch vor. Da die Open-Data-Aktivisten ohne Erlaubnis DB-Fahrplandaten zur weiteren Verbreitung ausgelesen haben, soll nun mit Open-Data-Förderern zusammengearbeitet werden.

Anzeige

Birgit Bohle, die Vorsitzende der Geschäftsführung der DB Vertrieb GmbH, übt scharfe Kritik an Michael Kreil, dem Initiator von OpenplanB. In einem offenen Brief an Kreil heißt es, dass Kreil durch die Veröffentlichung des vollständigen Fahrplans des deutschen Fernverkehrs die Rechte der Deutschen Bahn und ihrer Partner verletzt habe.

Die Daten stammten von einer von der Bahn-Tochter DB Vertrieb herausgegebenen CD-ROM. Die habe Kreil extrahiert, umgewandelt und Dritten zum Download öffentlich zugänglich gemacht. Bohle kritisiert zudem, dass Kreil Drittentwickler in den falschen Glauben versetze, sie dürften die Daten weiterverwerten.

  • OpenplanB veröffentlichte Fahrplandaten unter anderem der Deutschen Bahn (Bild: Michael Krell/OpenplanB/CC BY 3.0)
OpenplanB veröffentlichte Fahrplandaten unter anderem der Deutschen Bahn (Bild: Michael Krell/OpenplanB/CC BY 3.0)

"[...] 'Lizenznehmer', die über die Herkunft der Daten keine Kenntnis haben, verlassen sich auf die Erteilung einer angeblich wirksamen Lizenz gemäß Ziffer 3 der ODbL auch zur kommerziellen Verwertung, begehen aber tatsächlich selbst Rechtsverletzungen in erheblichem Ausmaß, wenn sie mit der Datenbank und dem Datenbankwerk arbeiten", warnt Bohle.

Schaden - oder doch eher Nutzen?

Open-Data-Initiativen hätte Krell mit der Aktion eher geschadet und "Skepsis gegenüber offenen Daten jedweder Art Vorschub" geleistet, so Bohle. Der offene Brief zeigt aber auch, dass OpenplanB die Deutsche Bahn dazu gebracht hat, sich öffentlich mit dem Thema Open Data auseinanderzusetzen.

Dass die Genehmigung nicht vorlag, war dem OpenplanB-Team bewusst - nicht umsonst ziert dessen Website auch das Motto "innovation without permission", Innovationen ohne Erlaubnis. Kreil sagte auf dem Netzpolitischen Abend der Digitalen Gesellschaft, dass zuvor monatelang Gespräche mit Verkehrsunternehmen nicht zu einem Ergebnis geführt hätten. "Wir sind im Jahr 2012 angekommen - deutsche Verkehrsunternehmen aber noch nicht", heißt es auf der OpenplanB-Website.

Kreil schrieb zur Veröffentlichung, die Nutzungsrechte würden dadurch geklärt, dass Entwickler "coole Sachen damit machen", statt sie vor Gericht auszufechten. Nun könnte ihm eine Klage der Deutschen Bahn ins Haus stehen.

Chancen für Open Data 

tiptronic 01. Okt 2012

Warum sollten die Daten ausgerechnet durch eine Web-API nützlicher werden? Daten sind...

opendata 01. Okt 2012

Wer sich näher mit der Deutschen Bahn befasst, kommt bei den Gewinnmeldungen leicht ins...

danielku15 01. Okt 2012

Das System Hafas kommt von Hacon und wird nicht nur von der Deutschen Bahn angeboten...

StefanKehrer 30. Sep 2012

Das ist zwar interessant, aber für die Benutzung der Seiten keine notwendige...

Endwickler 30. Sep 2012

Äh, wer genau behindert dich, wenn du Fahrplandaten von der Bahn holst?

Kommentieren



Anzeige

  1. System Engineers (m/w) im Bereich IT-Operations
    SVA System Vertrieb Alexander GmbH, verschiedene Standorte
  2. Consultant (m/w)
    GS1 Germany GmbH, Köln
  3. System Engineers (m/w)
    SVA System Vertrieb Alexander GmbH, Karlsruhe und Berlin
  4. Projektingenieur (m/w) Automatisierungstechnik für Forschung & Entwicklung
    BEUMER Maschinenfabrik GmbH & Co. KG, Beckum (Raum Münster, Dortmund, Bielefeld)

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       


  1. Osquery

    Systemüberwachung per SQL von Facebook

  2. Sicherheitslücke

    Drupal-Team warnt erneut vor Folgen

  3. Spieldesign

    Kampf statt Chaos

  4. Techland

    Last-Gen-Konsolen zu schwach für Dying Light

  5. Passport im Test

    Blackberry beweist Format

  6. Streaming

    Sky als Online-Abo mit Live-TV und Einzelabruf

  7. Band

    Microsofts Wearable hört und fühlt

  8. Quartalszahlen

    Samsungs Gewinn bricht wegen Preiskampf bei Smartphones ein

  9. Greg Kroah-Hartman

    Kdbus wird zur Aufnahme in Linux vorgeschlagen

  10. Grafikkarte

    AMD kontert Nvidias Maxwell mit 8-GByte-Radeons



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de



Moore's Law: Totgesagte schrumpfen länger
Moore's Law
Totgesagte schrumpfen länger

Samsung Galaxy Note 4 im Test: Ausdauerndes Riesen-Smartphone mit Top-Hardware
Samsung Galaxy Note 4 im Test
Ausdauerndes Riesen-Smartphone mit Top-Hardware
  1. Galaxy Note 4 4,5 Millionen verkaufte Geräte in einem Monat
  2. Samsung Galaxy Note 4 wird teurer und kommt früher
  3. Gapgate Spalt im Samsung Galaxy Note 4 ist gewollt

iPad Air 2 im Test: Toll, aber kein Muss
iPad Air 2 im Test
Toll, aber kein Muss
  1. Tablet Apple verdient am iPad Air 2 weniger als am Vorgänger
  2. iFixit iPad Air 2 - wehe, wenn es kaputtgeht
  3. iPad Air 2 Benchmark Apples A8X überrascht mit drei Prozessor-Kernen

    •  / 
    Zum Artikel