OpenplanB Deutsche Bahn sieht klaren Rechtsbruch - aber auch Chancen

In einem offenen Brief wirft die Deutsche Bahn OpenplanB einen absichtlichen Rechtsbruch vor. Da die Open-Data-Aktivisten ohne Erlaubnis DB-Fahrplandaten zur weiteren Verbreitung ausgelesen haben, soll nun mit Open-Data-Förderern zusammengearbeitet werden.

Anzeige

Birgit Bohle, die Vorsitzende der Geschäftsführung der DB Vertrieb GmbH, übt scharfe Kritik an Michael Kreil, dem Initiator von OpenplanB. In einem offenen Brief an Kreil heißt es, dass Kreil durch die Veröffentlichung des vollständigen Fahrplans des deutschen Fernverkehrs die Rechte der Deutschen Bahn und ihrer Partner verletzt habe.

Die Daten stammten von einer von der Bahn-Tochter DB Vertrieb herausgegebenen CD-ROM. Die habe Kreil extrahiert, umgewandelt und Dritten zum Download öffentlich zugänglich gemacht. Bohle kritisiert zudem, dass Kreil Drittentwickler in den falschen Glauben versetze, sie dürften die Daten weiterverwerten.

"[...] 'Lizenznehmer', die über die Herkunft der Daten keine Kenntnis haben, verlassen sich auf die Erteilung einer angeblich wirksamen Lizenz gemäß Ziffer 3 der ODbL auch zur kommerziellen Verwertung, begehen aber tatsächlich selbst Rechtsverletzungen in erheblichem Ausmaß, wenn sie mit der Datenbank und dem Datenbankwerk arbeiten", warnt Bohle.

Schaden - oder doch eher Nutzen?

Open-Data-Initiativen hätte Krell mit der Aktion eher geschadet und "Skepsis gegenüber offenen Daten jedweder Art Vorschub" geleistet, so Bohle. Der offene Brief zeigt aber auch, dass OpenplanB die Deutsche Bahn dazu gebracht hat, sich öffentlich mit dem Thema Open Data auseinanderzusetzen.

Dass die Genehmigung nicht vorlag, war dem OpenplanB-Team bewusst - nicht umsonst ziert dessen Website auch das Motto "innovation without permission", Innovationen ohne Erlaubnis. Kreil sagte auf dem Netzpolitischen Abend der Digitalen Gesellschaft, dass zuvor monatelang Gespräche mit Verkehrsunternehmen nicht zu einem Ergebnis geführt hätten. "Wir sind im Jahr 2012 angekommen - deutsche Verkehrsunternehmen aber noch nicht", heißt es auf der OpenplanB-Website.

Kreil schrieb zur Veröffentlichung, die Nutzungsrechte würden dadurch geklärt, dass Entwickler "coole Sachen damit machen", statt sie vor Gericht auszufechten. Nun könnte ihm eine Klage der Deutschen Bahn ins Haus stehen.

Chancen für Open Data 

tiptronic 01. Okt 2012

Warum sollten die Daten ausgerechnet durch eine Web-API nützlicher werden? Daten sind...

opendata 01. Okt 2012

Wer sich näher mit der Deutschen Bahn befasst, kommt bei den Gewinnmeldungen leicht ins...

danielku15 01. Okt 2012

Das System Hafas kommt von Hacon und wird nicht nur von der Deutschen Bahn angeboten...

StefanKehrer 30. Sep 2012

Das ist zwar interessant, aber für die Benutzung der Seiten keine notwendige...

Endwickler 30. Sep 2012

Äh, wer genau behindert dich, wenn du Fahrplandaten von der Bahn holst?

Kommentieren




Anzeige
  1. Stellvertretender Teamleiter (m/w) IT-Helpdesk
    Rhenus AG & Co. KG, Holzwickede
  2. EWM Junior Consultant (m/w)
    Fresenius Netcare GmbH, Bad Homburg (Reisebereitschaft)
  3. Softwareentwickler / Softwareentwicklerin
    BBF GmbH, München und Dresden
  4. Fachexperte (m/w) SAP-Basis
    über Invenimus Personalberatung GmbH, Großraum Leipzig

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       


  1. Sailfish-Smartphone

    Jolla stellt "The Other Half" vor

  2. Internet und Krieg

    Wenn Social Networks zum Schützengraben werden

  3. Instant Messenger

    Whatsapp in Deutschland immer beliebter

  4. Milliarden-Deal

    Yahoo kauft Blogging-Plattform Tumblr

  5. Electronic Arts

    Leitender EA-Entwickler bezeichnet Wii U als "Mist"

  6. Apple-Zulieferer

    Wieder drei Suizide bei Foxconn

  7. Cast AR

    Gefeuerte Valve-Entwickler zeigen Räumliche-Objekte-Brille

  8. Ventus

    Mit der Netzgemeinde gegen den Klimawandel

  9. Offline-Karten-App für Android

    Maps With Me Pro gratis in Amazons App-Shop

  10. Linux-Kernel

    P-States verringern Leistungsaufnahme auf Intel-CPUs



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Drosselung: Piratenchef fordert Verstaatlichung der Netze der Telekom
Drosselung
Piratenchef fordert Verstaatlichung der Netze der Telekom

Piratenchef Schlömer holt die alte Forderung "Netze in Nutzerhand" wieder hervor und will das Festnetz der Deutschen Telekom wegen der DSL-Drosselungspläne verstaatlichen.

  1. Vectoring Vodafone wird VDSL mit 100 MBit/s anbieten
  2. Vectoring der Telekom Bundesnetzagentur genehmigt VDSL mit 100 MBit/s
  3. Kündigungsgrund Wenn der Telefon-DSL-Anschluss nicht voll funktioniert

Samsung: Mehr als 10 Millionen Galaxy S4 in Rekordzeit verkauft
Samsung
Mehr als 10 Millionen Galaxy S4 in Rekordzeit verkauft

Samsung wird in der kommenden Woche insgesamt über 10 Millionen Galaxy S4 verkauft haben - in weniger als vier Wochen. Beim Galaxy S3 dauerte es für diese Zielmarke etwa doppelt so lange. Zudem wurde das Galaxy Note 3 offiziell für die nächste Ifa angekündigt.

  1. Smartphone Google bringt Galaxy S4 mit purem Android
  2. iFixit Galaxy S4 bekommt gute Noten
  3. Samsung Galaxy S4 im Test Nur ein Quantensprung

In eigener Sache: Bitte schalte deinen Adblocker aus!
In eigener Sache
Bitte schalte deinen Adblocker aus!

Viele Nutzer betrachten Adblocker als legitime Notwehr gegen die aggressive Werbung im Netz. Für Websites wie Golem.de ist das ein großes Problem. Am Ende verlieren alle. Suche nach Auswegen aus dem Dilemma.

  1. In eigener Sache Golem.de und das Leistungsschutzrecht

Zum Artikel