Openstreetmap Lizenzwechsel kommt, auch wenn Daten gelöscht werden müssen

Das Openstreetmap-Projekt will seine Lizenz wechseln, weg von Creative Commons (CC-BY-SA 2.0) hin zur neu entwickelten Open Database License, auch wenn dafür einige Daten gelöscht werden müssen.

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Das Projekt Openstreetmap will seine Geodaten allen frei zur Verfügung stellen, so dass sie kostenlos erhältlich sind, aber auch kopiert und verändert werden dürfen. Auch die kommerzielle Nutzung der Daten soll ausdrücklich möglich sein. Die dafür bisher genutzte Lizenz, CC-BY-SA 2.0, ist dafür nicht ideal, obwohl sie eigentlich nur die Namensnennung des Urhebers und die Freigabe abgeleiteter Werke unter gleicher Lizenz erfordert.

CC-BY-SA für Openstreetmap problematisch

Für das Openstreetmap-Projekt ergeben sich dabei einige Probleme: Zum einen leiten die CC-Lizenzen den Schutz des Werkes für gewöhnlich aus dem Urheberrecht ab. Da OSM aber im Wesentlichen geografische Fakten sammelt, ist die Kreativleistung dabei nicht besonders hoch. Fakten und deren Sammlung unterliegen nicht in jedem Rechtssystem dem Urheberrechtsschutz. Das in Europa bestehende Datenbankrecht wird durch die CC-Lizenzen derzeit nicht berücksichtigt.

Zum anderen ergibt sich ein praktisches Problem: Die CC-BY-SA erfordert die Nennung jedes einzelnen beteiligten Urhebers, was im Fall von Openstreetmap für einen genutzten Kartenausschnitt sehr viele sein können. Diese darzustellen, ist oft nicht sinnvoll möglich, da hunderte oder tausende von Nutzernamen aufgeführt werden müssten, sobald der Bereich groß genug ist, weil zum Beispiel eine Deutschlandkarte angezeigt werden soll.

Die Frage, wie der Begriff des "abgeleiteten Werkes" beziehungsweise der "Abwandelung" auszulegen ist, stellt ein weiteres Problem dar: Muss beispielsweise der Entwickler einer Smartphone-App, die Metadaten wie Restaurantkritiken mit Lageinformationen der betroffenen Restaurants verknüpft, seine Metadaten auch unter CC-BY-SA freigeben? Die Antwort auf diese Frage hängt davon ab, ob eine solche App als abgeleitetes Werk betrachtet wird.

Neue Lizenz als Lösung

Um diese Probleme zu lösen, hat die Openstreetmap-Foundation (OSMF) zusammen mit der Open Knowledge Foundation eine neue Lizenz entwickelt, die Open Database License (OdbL). Im Laufe des zweiten Quartals 2012 will Openstreetmap auf die OdbL umsteigen, nachdem sich 89 Prozent bei einer entsprechenden Abstimmung dafür ausgesprochen haben.

Open Database License

Die ODbL ähnelt der CC-BY-SA in den wesentlichen Punkten wie der Namensnennung der Urheber und der Möglichkeit, Daten weiterzugeben. Die neue Lizenz definiert die dabei verwendeten Begrifflichkeiten aber genauer, vor allem was Umsetzung und Umfang der Pflichten von Datennutzern angeht. Zudem basiert die Lizenz auf Vertrags-, Datenbank- und Urheberrecht, damit sie in einer größeren Zahl an Rechtssystemen Bestand hat.

Da aber die existierenden Daten in Openstreetmap nicht ohne Zustimmung der Urheber, also der bei Openstreetmap angemeldeten Teilnehmer, neu lizenziert werden dürfen, ruft das Projekt nun alle Mapper auf, in ihrem Account die eigenen Daten unter die neue ODbL-Lizenz zu stellen. Seit Mai 2010 haben neue Benutzer bei ihrer Anmeldung der neuen Lizenz bereits automatisch zugestimmt, ihre Beiträge unter der ODbL zur Verfügung zu stellen. Seit April 2011 können existierende Benutzer, die der neuen Lizenz noch nicht zugestimmt haben, keine Daten mehr hinzufügen.

Aktuell sind 97 Prozent aller OSM-Daten in Deutschland unter den Bedingungen der ODbL verfügbar. Weltweit sehen die Werte laut Openstreetmap ähnlich aus.

Daten werden notfalls gelöscht

Einige Openstreetmap-Mitglieder, vor allem aus der Frühphase des Projekts, haben der Lizenz aber noch nicht zugestimmt. Die Openstreetmap-Macher vermuten, dass viele einfach noch nichts von der Lizenzumstellung gehört haben. Sie rufen daher alle, die an Openstreetmap mitgearbeitet haben, dazu auf, der Lizenzänderung zuzustimmen. Andernfalls werden ihre Daten ab dem 1. April 2012 aus Openstreetmap entfernt.

Das Entfernen der Daten ist laut Openstreetmap notwendig, da ausnahmslos alle Daten der ODbL unterliegen müssen, damit OSM seinen Gesamtdatenbestand unter dieser Lizenz verteilen darf. Noch wird an der Software zur Datenentfernung gearbeitet.


MistelMistel 14. Mär 2012

Warum der Aufwand eines Lizenzwechsel wenn sich Firmen wie Apple augenscheinlich sowieso...

Benjamin_L 14. Mär 2012

Mitarbeiter != Google. Ich glaube kaum dass es eine Anweisung von oben gab, da Google...

M.P. 14. Mär 2012

... Wie und wo ich der neuen Lizenz zustimmen kann. Immer, wenn ich wie in http://help...

Benjamin_L 14. Mär 2012

Wer sehen will, was in seiner Gegend fehlen wird und Nutzer die noch nicht zugestimmt...

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