Anzeige
Linear Book Scanner
Linear Book Scanner (Bild: Dany Qumsiyeh/Google)

Open Source: Buchscanner blättert mit Staubsaugerhilfe um

Linear Book Scanner
Linear Book Scanner (Bild: Dany Qumsiyeh/Google)

Ein Google-Mitarbeiter hat mit einfachsten Mitteln einen Scanner entwickelt, der automatisch ganze Bücher einscannt. Das Umblättern übernimmt ein handelsüblicher Staubsauger. Die Bauanleitung ist nun frei verfügbar.

Der Buchscanner von Google-Ingenieur Dany Qumsiyeh kann innerhalb von 90 Minuten bis zu 1000 Seiten starke Bücher vollautomatisch digitalisieren. Das Umblättern erfolgt bei der Konstruktion mit Hilfe von Ansaugluft, die von einem Staubsauger stammt. Die Konstruktionszeichnungen und die Bauanleitung wurden jetzt für Nachbauten veröffentlicht. Qumsiyeh hatte seinen Scanner bereits im Mai 2012 auf einer Konferenz präsentiert.

Anzeige

Das Buch wird aufgeschlagen auf einem Schlitten über eine Fläche gezogen, in der sich die Scanner-Sensoren befinden. Sie stammen aus einem handelsüblichen Scanner. Für die gesamte Konstruktion gibt Qumsiyeh einen Materialwert von 1500 US-Dollar an. Die Hälfte davon entfiel auf den Flachbett-Scanner, der dafür zerlegt werden musste.

Das Umblättern geschieht in mehreren Schritten. Zunächst wird bei der Rückwärtsbewegung des Schlittens die oberste Seite durch Düsen am Rand angesaugt, während das Buch transportiert wird. Auf der Bahn befinden sich Schlitze, die diese Seite erfassen, die dann durch eine Öffnung in der Oberkante der Bahn vollständig umgeblättert wird. Danach läuft der Wagen wieder in die Gegenrichtung und der Scanvorgang beginnt aufs Neue.

Die Scangeschwindigkeit hängt von der Leistungsfähigkeit des eingesetzten Motors ab. Derzeit kann ein 1000-Seiten-Buch in etwas über 90 Minuten eingelesen werden. Dieser Wert lasse sich aber noch steigern, so Qumsiyeh. Vollkommen fehlerfrei funktioniert die Technik auch nach vielen Optimierungsschritten, die vor allem bei der Konstruktion der Papierschlitze erforderlich waren, jedoch nicht - manchmal wird mehr als eine Seite umgeblättert, beispielsweise wenn Seiten aneinander kleben. Die Buchgröße ist durch die Konstruktion des Schlittens limitiert - und allzu klein und leicht dürfen die Bücher nach Angaben des Ingenieurs auch nicht sein. Da nicht auszuschließen ist, dass auch Seiten zerrissen werden, verbietet sich der Scan von wertvollen Büchern.

Die Konstruktionspläne für den "Linear Book Scanner" hat der Google-Ingenieur als Open Source veröffentlicht, damit der Buchscanner von Dritten nachgebaut und verbessert werden kann. Auch der Verkauf der Scanner ist gestattet. Der automatisch umblätternde Buchscanner entstand im Rahmen des 20-Percent-Time-Programm von Google, bei dem die Mitarbeiter 20 Prozent ihrer Arbeitszeit selbstverantwortlich einteilen und an Projekten arbeiten dürfen, die irgendwann einmal Google helfen könnten.

Das 20-Percent-Time-Programm rief Google 2006 ins Leben. Durch diese Nebenprojekte sollen Teile von Google News, dem Google Reader und Gmail entstanden sein.


eye home zur Startseite
Wary 19. Nov 2012

Also wenn die Bücher eh kaputt gehen können lieber gleich den Buchrücken sauber abtrennen...

fry404 16. Nov 2012

Kleiner Tipp: Mal das Video mit dem Vortrag anschauen. Da werden einige Vor- und...

PanicMan 15. Nov 2012

Lego ist sowieso die beste Erfindung nach dem Rad! :)

Gassi 15. Nov 2012

Super danke leiber Google Mitarbeiter dass wir in Zukunft auch auf Staubsauger...

Leprechaum 15. Nov 2012

ja ne sowas darste damit nicht scannen. Aber guck mal beim VIdeo so bei ungefähr 05:00...



Anzeige

Stellenmarkt
  1. Robert Bosch Car Multimedia GmbH, Hildesheim
  2. Kassenärztliche Vereinigung Berlin, Berlin
  3. ckc group, Region Braunschweig/Wolfsburg
  4. über RAU | FOOD RECRUITMENT GmbH, Sachsen-Anhalt


Anzeige
Hardware-Angebote
  1. (reduzierte Überstände, Restposten & Co.)

Folgen Sie uns
       


  1. United Internet

    Festnetzbetreiber heißt jetzt 1&1 Versatel

  2. Kabelnetz

    Großflächige Störung bei Vodafone

  3. Google

    Nächste Android-Version heißt Nougat

  4. Pleurobot

    Bewegungen verstehen mit einem Robo-Salamander

  5. Überwachung

    Google sammelt Telefonprotokolle von Android-Geräten

  6. Fritzbox

    AVM veröffentlicht FAQ zur Routerfreiheit

  7. Wertschöpfungslücke

    Musiker beschweren sich bei EU-Kommission über Youtube

  8. Vodafone und Ericsson

    Prototyp eines 5G-Netzes in Deutschland

  9. Slim

    Hinweise auf schlanke Playstation 4

  10. Wasserwaagen-App

    Android-Trojaner im Play Store installiert ungewollt Apps



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Wireless-HDMI im Test: Achtung Signalstörung!
Wireless-HDMI im Test
Achtung Signalstörung!
  1. Die Woche im Video E3, Oneplus Three und Apple ohne X

Rust: Ist die neue Programmiersprache besser?
Rust
Ist die neue Programmiersprache besser?
  1. Fraunhofer SIT Volksverschlüsselung startet ohne Quellcode
  2. Microsoft Plattformübergreifendes .Net Core erscheint in Version 1.0
  3. Oracle-Anwältin nach Niederlage "Google hat die GPL getötet"

Mikko Hypponen: "Microsoft ist nicht mehr scheiße"
Mikko Hypponen
"Microsoft ist nicht mehr scheiße"

  1. Re: Triggert dass das Knox Bit bei den Samsung...

    Mumu | 06:04

  2. Re: Auch wenn es hart klingt...

    Moe479 | 06:01

  3. Re: Krass

    Prinzeumel | 05:53

  4. Re: Die Firma Braun könnte Apple ebenso verklagen.

    Iomegan | 05:25

  5. als bislang bekannt?

    HibikiTaisuna | 05:23


  1. 06:00

  2. 22:47

  3. 19:06

  4. 18:38

  5. 17:19

  6. 16:19

  7. 16:04

  8. 15:58


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel