Addictive Games Onlinespielsucht soll als psychische Störung gelten

Eine Onlinespielsucht kann ähnliche Auswirkungen auf das Leben haben wie eine Drogensucht. Um sie zu therapieren, waren Experten bisher gezwungen, die Krankenkassen auszutricksen. Das soll sich ändern.

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Computer- und Onlinespielsüchtige sollen mehr Chancen auf eine bezahlte Behandlung bekommen. Helfen soll eine neue Kategorie für die Diagnose. Bisher fehlt eine eigene Klassifizierung als psychische Störung. Das führt dazu, dass Krankenkassen die Kosten für eine Therapie oft nicht zahlen.

Nur mit einem Trick können Psychologen und Ärzte eine Kostenübernahme für ihre Patienten erreichen: Sie weichen auf eine andere, vom deutschen Gesundheitssystem berücksichtige Diagnose aus: "Störung der Impulskontrolle, nicht andernorts klassifiziert".

Dabei können durch exzessives Onlinespielen, Chatten oder Internetsurfen Betroffene ins soziale und berufliche Abseits geraten. Unter Fachleuten ist längst anerkannt, dass die Onlinespielsucht und die Computerspielsucht ganz reale Süchte sind, die einen großen Leidensdruck erzeugen und im Gehirn genauso wirken wie etwa eine Drogen- oder Alkoholabhängigkeit.

Onlinespielsucht wird diagnostizierbar

Als solche sollen sie nun auch in den Diagnoseklassifikationssystemen der Medizin behandelt werden. Zunächst allerdings in den USA: Den Anfang macht die für den Mai 2013 angekündigte neue Ausgabe Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders, kurz DSM-5: Im Anhang wird die Computerspielabhängigkeit voraussichtlich als noch in der Forschung befindliche Diagnose aufgelistet.

Weiter geht laut der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN) die Weltgesundheitsorganisation WHO. Ihre für 2015 erwartete Neuausgabe der internationalen Klassifikation der Krankheiten, kurz ICD-11, wird "Weitere Verhaltenssüchte" einführen. Zu der soll dann auch die "Internet Gaming Addiction", die Onlinespielsucht, gehören.

Nicht jeder, der gern spielt, ist süchtig

Mit der Klassifizierung allein ist es nach Ansicht der DGPPN nicht getan. Der Verband fordert mehr Hilfsangebote für Betroffene und Investitionen in die Entwicklung von Präventionsmaßnahmen.

Wichtig sei aber auch, nicht alle, die gern spielen, gleich als süchtig abzustempeln, argumentiert der Verband. Sein Präsident Wolfgang Maier warnt davor, den Suchtbegriff inflationär zu gebrauchen: "Nicht jede Leidenschaft bedeutet Abhängigkeit. Von Sucht soll nur gesprochen werden, wenn klare Befunde vorliegen und ein Leidensdruck besteht", sagt er. Eine Gesellschaft müsse sich immer wieder kritisch mit den eigenen Konventionen auseinandersetzen, die festlegten, ob ein bestimmtes Verhalten als normal oder krankhaft bewertet werde. "Eine Pathologisierung individueller Verhaltensweisen aufgrund ihrer sozialen Unerwünschtheit muss vermieden werden."


mumiz 10. Nov 2013

Man kann nicht immer nur von seinen eigenen Erfahrungen auf andere schließen, etwas mehr...

posix 05. Mär 2013

Wie oft gibt es soetwas? Vielleicht einmal unter hunderten von Betrieben. Ist schön wenn...

beaver 04. Mär 2013

Weil die eben lieber oft am Computer sitzen als mit Leuten raus zu gehen? Das ist mal...

Phreeze 04. Mär 2013

ich habe auch als ich Student war locker 6-8h WoW gespielt. Warum ? Weil es Spass gemacht...

neocron 02. Mär 2013

richtig, was deine bekannten sagen hat mehr wert, als das was seine sagen, nicht wahr? so...

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