Olympia-Abschlussfeier: Shitstorm lässt ARD-Kommentatoren verstummen
Abschlussfeier der Olympischen Spiele in London (Bild: Pawel Kopczynski/Reuters)

Olympia-Abschlussfeier Shitstorm lässt ARD-Kommentatoren verstummen

Der hohe Redeanteil der ARD-Kommentatoren bei der Olympia-Abschlussfeier hat offenbar viele Zuschauer genervt: Im Netz brach deswegen ein Shitstorm los. Dann aber wurde es plötzlich ganz still - im Fernsehen.

Anzeige

Noch vor ein paar Jahren konnten Fernsehmacher einfach senden, und viele Zuschauer konnten zwar wütend die Fernbedienung auf den Apparat schleudern, doch im Grund ging die Kommunikation nur in eine Richtung, von Sender zu Empfänger - abgesehen von dem einen oder anderen Leserbrief. Doch mit den sozialen Medien wie Facebook, Twitter oder auch den Kommentarbereichen der Websites bekommen Redaktionen nun Kritik in Echtzeit. Das bekam auch die ARD zu spüren.

Während der Liveübertragung der Olympia-Abschlussfeier am Sonntagabend brach ein Shitstorm auf der Facebook-Seite des öffentlich-rechtlichen Senders los. Doch anstatt diesen zu ignorieren, ging die Redaktion darauf ein, versprach Besserung - und dann schien es sogar so, als ob die Kritik aus dem Netz direkt das Fernsehprogramm beeinflusst hat.

Was die Benutzer kritisierten? Das "Endlos-Gelaber" der Kommentatoren - so zumindest beschreibt es TV-Komiker und Kritiker Oliver Kalkofe, der sich auf seiner Facebook-Fanpage überdeutlich mit der ARD-Übertragung auseinandersetzte.

Denn der Sender hatte nicht nur ein oder zwei, sondern gleich drei Moderatoren engagiert. Und die zeigten sich während der gesamten Veranstaltung überaus präsent: Tom Bartels, Rolf Seelmann-Eggebert und Franziska von Almsick redeten selbst dann, wenn die Musiker auf der Bühne sangen. Auf der Facebook-Seite der ARD hagelte es daraufhin Kritik der Nutzer, teils recht heftig, teils beleidigend.

Einige der harmloseren der über 500 Beiträge:

Indio Black: "Kann das deutsche Kommentatoren-Team nicht einmal bei der Abschlussfeier - besonders bei der Musik - die Klappe halten?"

Thomas Schürmann: "Waere schoen, wenn bartels/almsick mehr schweigen als reden wuerden" Carolin Bischop: "Können die bitte mal aufhören zu reden!!!!!!!!!!!"

Nach rund zwei Stunden meldete sich die Facebook-Redaktion der ARD: "Liebe Kommentatorinnen und Kommentatoren, wir geben Eure Meinung selbstverständlich an die KollegInnen von der Sportschau weiter. Bei allem Respekt für Eure Enttäuschung, bitte haltet Euch an die Netiquette (s.o.). Danke! Eurer ARD.de-Team."

Und wahrhaftig! Nach und nach nahm der Redeanteil der Moderatoren ab. Auch die Facebook-Community merkte das. So schreibt Carola Dittmann: "Jaaaa .... danke ARD so ist viel besser. Musik und Show geniessen und dazwischen kleine kurze Kommentare .... so ist gut."

Hat die ARD also wirklich direkt auf den Shitstorm im Netz reagiert und kurzfristig ihren Kommentatoren neue Anweisungen gegeben? Ist das ein Paradebeispiel für die gelungene Vernetzung von Internet-Community und Fernsehen? Das "TV 2.0"?

Der für das Programm zuständige NDR teilte dazu auf Anfrage schriftlich mit: "Die Reaktionen aus den sozialen Medien sind zwar oft ein wichtiger Indikator. Hier war es aber die Entscheidung der Redaktion schon früh darauf hinzuwirken, dass die Musiktitel freistehen und nur kurz gesagt werden soll, wer singt." Also wohl doch nichts mit "TV 2.0".

Die Redakteure haben es also laut NDR selber gemerkt - auch wenn der Sender in derselben Antwort betont: "Insgesamt haben Tom Bartels, Franziska van Almsick und Rolf-Seelmann-Eggebert sparsam kommentiert und die Bilder sprechen lassen." Das dürften einige Zuschauer anders gesehen haben.

Laut Komiker Kalkofe riss dann auch Moderator Tom Bartels den besten Witz des Abends. Er sagte gegen Ende der Veranstaltung: "Es war sehr laut. Wir mussten gar nicht viel sagen." Die Facebook-Nutzer dafür seltsamerweise umso mehr.


Hassashin 16. Aug 2012

Um die Diskussion abzukürzen, einigen wir uns darauf, das Shitstorm Scheiße ist. OK?

Trollfeeder 16. Aug 2012

Hier die Goldwaage: Wieg mich! Aber ich werde es meiner 1906 geborenen Oma...

matok 15. Aug 2012

Als wirklich hip würde ich z.B. NDR2 jetzt nicht bezeichnen, eher Mainstream. Ich kenne...

fratze123 15. Aug 2012

dass es überhaupt Leute gibt, die sich so einen Krempel ansehen. :)

Dr.White 14. Aug 2012

gicklbyte Wrote: für manche ist es nicht nur "das Netz" sondern es ist auch das "Leben...

Kommentieren


FACELINKING.com / 19. Aug 2012

Shitstorm: “Scheiße, ein Sturm zieht auf!”



Anzeige

  1. IT-Teamleitungen (m/w) für Betreute Lokale Netze an beruflichen Schulen
    Landeshauptstadt München, München
  2. Abteilungsleiter IT-Systemtechnik (m/w)
    LÖWEN ENTERTAINMENT GmbH, Bingen bei Mainz
  3. Ad Manager (m/w)
    Heise Medien Gruppe GmbH & Co. KG, Hannover oder München
  4. Web-Entwickler (m/w)
    PROJECT PI Immobilien AG, Nürnberg

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       


  1. Versatel

    United Internet kauft Glasfasernetz für 586 Millionen Euro

  2. Android Wear

    Google will die Smartwatch klüger machen

  3. Flir One

    PIN-Ausspähung per Wärmesensor

  4. Dolby Atmos probegehört

    Klang aus der Decke kommt fürs Heimkino

  5. Air Food One

    Post liefert online bestelltes Lufthansa-Essen nach Hause

  6. Threshold

    Microsoft China scherzt über Startmenü in Windows 9

  7. Lieferdrohnen

    Nasa entwickelt Leitsystem für Flugroboter

  8. Radeon R9 285

    Die schnellste Grafikkarte mit nur zwei 6-Pol-Anschlüssen

  9. Bitcoin

    Charles Shrem will sich schuldig bekennen

  10. Mozilla

    Firefox 32 verbessert Werkzeuge und Leistung



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de



Windows on Devices: Großes Betriebssystem auf kleinem Rechner
Windows on Devices
Großes Betriebssystem auf kleinem Rechner
  1. Entwicklerboard Microsoft verteilt kostenloses Windows für Intels Galileo
  2. Intel Galileo Generation 2 im August
  3. Intel Galileo Gen 2 Verbesserte Version für die Maker-Szene

Benq FHD Wireless Kit im Test: Full-HD bequem drahtlos durchs halbe Haus funken
Benq FHD Wireless Kit im Test
Full-HD bequem drahtlos durchs halbe Haus funken
  1. Project Ara Rockchip und Toshiba in Googles modularem Smartphone
  2. Google und Linaro Android-Fork für Modulsmartphone Ara

Alma und E-ELT: Auf den Spuren der Superteleskope
Alma und E-ELT
Auf den Spuren der Superteleskope
  1. Saturn Mit dem Enterprise-Warpcore Planeten erforschen
  2. Urknall Waren die Spuren des Urknalls nur Staubmuster?
  3. Astronomie Auf der Suche nach außerirdischer Luftverschmutzung

    •  / 
    Zum Artikel