OLPC-Gründer Nicholas Negroponte (2011): Kinder nahmen Tablet nach vier Minuten in Betrieb.
OLPC-Gründer Nicholas Negroponte (2011): Kinder nahmen Tablet nach vier Minuten in Betrieb. (Bild: Thos Robinson/Getty Images for The Louise Blouin Foundation)

OLPC Tablet bringt Kindern das Lesen bei

OLPC hat Kindern in Äthiopien kommentarlos Tablets in die Hand gedrückt. Die Kinder lernten mit den Geräten lesen und schließlich sogar, das Betriebssystem zu manipulieren.

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Vor etwa einem Jahr überraschte Nicholas Negroponte mit einer kuriosen Idee: Der Gründer der Stiftung One Laptop Per Child (OLPC) kündigte an, Bildungstablets nicht an Schüler auszuliefern, sondern die Rechner in der Nähe von abgelegenen Dörfern aus einem Hubschrauber abzuwerfen. So weit ist OLPC dann zwar nicht gegangen. Allerdings hat die Stiftung getestet, ob Kinder ohne Anleitung mit einem Tablet umgehen können - mit vielversprechendem Ergebnis, wie Negroponte auf einer Konferenz erklärte.

Das Experiment sei in zwei Dörfern etwa 80 Kilometer von der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba entfernt durchgeführt worden, berichtet das US-Wissenschaftsmagazin Technology Review. OLPC hatte den jeweils rund 20 Kindern im Grundschulalter ein Tablet, ein Xoom von Motorola, sowie ein Solarladegerät zur Verfügung gestellt.

Keine Wörter

Mitarbeiter der Stiftung erklärten lediglich den Erwachsenen, wie die Solarmodule funktionieren - alles andere war den Kindern überlassen. Einmal in der Woche geht ein Mitarbeiter in die Dörfer und tauscht die Speicherkarten in den Tablets aus, damit OLPC nachvollziehen kann, wie die Geräte genutzt werden. Die Kinder hätten noch nie zuvor Gedrucktes, Schilder oder Wörter auf einer Verpackung zu Gesicht bekommen, sagte Negroponte. Dennoch hätten sie mit Hilfe der Tablets das Alphabet erlernt.

OLPC habe die Tablets in einem zugeklebten Karton ausgeliefert, und Negroponte glaubte, die Kinder würden zuerst mit dem Karton spielen. Doch das Kind habe bereits nach vier Minuten das Tablet ausgepackt und herausgefunden, wie es eingeschaltet wird. Nach fünf Tagen habe jedes Kind bereits 47 der vorinstallierten Apps täglich genutzt. Nach zwei Wochen sangen die Kinder Alphabetlieder, und nach fünf Monaten waren sie sogar in der Lage, Veränderungen an Android vorzunehmen: Die Kamera an den Tablets sei vor der Auslieferung versehentlich deaktiviert worden, erzählte Negroponte. Die Kinder hätten die Kamera aber entdeckt und es sei ihnen gelungen, sie in Android zu aktivieren.

Individueller Desktop

OLPC-Technikchef Ed McNierney ergänzte, dass die Kinder auch herausfanden, wie sie ihren Desktop individualisieren können. "Wir hatten extra eine Software installiert, um sie daran zu hindern", sagte er. Dadurch hätten sie genau die Kreativität gezeigt, die OLPC "für das Lernen für unerlässlich" hält.

Negroponte hat die Ergebnisse in der vergangenen Woche auf der Konferenz Emerging Technologies (Emtech) vorgestellt. Die Konferenz wurde von der Technology Review organisiert. Im Anschluss an seinen Vortrag sagte er der Zeitschrift, die ersten Ergebnisse des Experiments seien vielversprechend. Es sei aber noch zu früh, um Schlussfolgerungen zu ziehen, die Wissenschaftler akzeptieren.


Der braune Lurch 30. Okt 2012

XD Sehr gut! Musste lachen.

Nr.1 30. Okt 2012

Das sehe ich völlig anders. Wird ein Mensch in ein Umfeld hinein geboren, dass ihm...

Casandro 30. Okt 2012

Naja, wenn die Leute Bildung haben, so können die das selber entscheiden.

Reiter auf dem... 29. Okt 2012

Ich glaube mit Notebooks hätte das ganze mindestens genau so gut funktioniert.

Nebucatnetzer 29. Okt 2012

Da soll mal noch einer sagen Android wäre zu kompliziert.

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