Anzeige
Linus Torvalds zeigte Nvidia wegen mangelnder Linux-Unterstützung den Stinkefinger. Nvidia gibt der GPL die Schuld.
Linus Torvalds zeigte Nvidia wegen mangelnder Linux-Unterstützung den Stinkefinger. Nvidia gibt der GPL die Schuld. (Bild: Aalto University)

Nvidia GPL verhindert Treiberentwicklung

Nvidia möchte für seine Treiber auf eine Schnittstelle des Kernels zugreifen, die unter der GPL steht. Dafür wäre eine Lizenzänderung notwendig. Einige Kernel-Entwickler wehren sich vehement.

Anzeige

Im Streit um Nvidias Treiber und die Unterstützung seiner Optimus-Technologie hat Nvidia vorgeschlagen, die GPL-Lizenz der DMA-Buffer-Schnittstelle des Linux-Kernels zu entfernen. Alan Cox und weitere Kernel-Entwickler sind dagegen. Der Betreuer des Grafikstacks David Arlie hingegen zeigt Verständnis für Nvidias Einwände.

Es geht in erster Linie um Nvidias Bestreben, seine proprietären Treiber für seine Optimus-Technologie auch unter Linux anzupassen. Damit wird nur im Bedarfsfall eine leistungsfähigere GPU hinzugeschaltet. Solche Grafikkarten kommen in erster Linie in Laptops und mobilen Geräten zum Einsatz.

DMA-Buffer ohne GPL

Damit der proprietäre Treiber ordentlich funktioniert, will Nvidia die vom Linux-Kernel bereitgestellte DMA-Buffer-Schnittstelle nutzen. Damit können Framebuffers effizient von verschiedenen GPUs genutzt werden - auch von anderen offenen oder proprietären Treibern. Solange die Schnittstelle unter der GPL (EXPORT_SYMBOL_GPL) steht, darf Nvidia aber nicht mit seinen proprietären Treibern darauf zugreifen. Der Nvidia-Entwickler Robert Morell hatte einen Patch eingereicht, der das API mit EXPORT_SYMBOL versehen sollte, also dessen GPL-Lizenz entfernt.

Der Patch wurde von den zuständigen Kernel-Entwicklern Mauro Carvalho Chehab und Alan Cox abgelehnt. Cox schrieb, dass eine solche Änderung "mindestens die Zustimmung aller Rechteinhaber des entsprechenden Codes" benötige. Er gab auch zu bedenken, dass auch ohne GPL die Nutzung der DMA-Buffer-Schnittstelle in Kombination mit proprietärem Code gegen die GPL verstoßen könnte.

Zustimmung von Kernel-Entwicklern

Zunächst hatte der DMA-Buffer-Entwickler Rob Clark als einziger seine Zustimmung zur Lizenzänderung gegeben. Er sehe dazu keine Alternative, schreibt er.

Inzwischen gibt auch Arlie zu bedenken, dass die Schnittstelle auch von anderen proprietären Treibern genutzt werden soll, darunter von einigen für ARM-SoCs. Mit der künftigen Version 3 des Direct Rendering Interface (DRI-next) werde DMA-Buffer eine immer größere Rolle spielen. Auch wenn die Kernel-Entwickler es nicht gerne sehen, der Nvidia-Treiber werde intensiv von Anwendern genutzt. Er bevorzuge eine funktionierende Lösung für Anwender, statt dass Nvidia noch mehr Userspace- und Kernel-Code durch ihren eigenen ersetzen.

10 Prozent der Kernel-Symbole unter der GPL

Wie ein Artikel auf LWM.net erläutert, stehen weniger als 10 Prozent aller Symbole im Linux-Kernel unter GPL, Tendenz steigend. Zwar lassen sich mit wenigen Handgriffen auch proprietäre Treiber so anpassen, dass sie mit den GPL-Symbolen verwendet werden können, allerdings wird das dann als offensichtlicher Verstoß gegen die GPL gewertet.

Der Streit um Nvidias mangelnde Unterstützung für Optimus entbrannte vor einigen Monaten, als sich Linus Torvalds deshalb während eines Vortrags mit einem Stinkefinger an Nvidia wandte. Eine Zuschauerin hatte sich beschwert, dass sie auf ihrem Laptop Optimus nicht unter Linux nutzen könne.

Die Diskussion zwischen den Kernel-Entwicklern kann im Thread in der Mailingliste Linaro-mm-sig verfolgt werden.


eye home zur Startseite
swissmess 24. Okt 2012

Wie hat der IT.Gnom argumentiert: "Ich kann meine Software verschenken, teuer verkaufen...

GABR13L 23. Okt 2012

hahaha fuck off

Niko198 23. Okt 2012

Können Nvidia-Treiber für FreeBSD etwas, was Nvidia-Treiber für Linux nicht können? Gibt...

nille02 23. Okt 2012

AMDs FOSS treiber ist ebenfalls unter einer BSD Artigen Lizenz. Bei den Blobs geht es...

tuxist 22. Okt 2012

dann habt ihr nach ein Betriebsystem was ohne bestimmter hersteller nicht mehr läuft.

Kommentieren



Anzeige

  1. Mobile Developer (m/w) in Core Business Platforms oneMobile
    Allianz Managed Operations & Services SE, München
  2. Projektleiter/in Zeitwirtschaft und Personaleinsatzplanung
    Robert Bosch GmbH, Stuttgart-Feuerbach
  3. Techniker (m/w) Service Management Center
    Vodafone Kabel Deutschland GmbH, Frankfurt
  4. Head of Program Management Office (PMO) (m/w)
    Kelvion Holding GmbH, Bochum

Detailsuche



Anzeige
Top-Angebote
  1. NEU: Zotac Geforce GTX970
    259,00€ (Vergleichspreis: 290,04€)
  2. NEU: Geforce GTX 1080 Info-Seite
    ab 27.05. verfügbar
  3. GELISTET: Asus GeForce GTX 1080 Founders Edition
    789,00€

Weitere Angebote


Folgen Sie uns
       


  1. Medizin

    Tricorderartiger Sensor erfasst Vitaldaten

  2. TG-Tracker

    Sensorbeladene Olympus-Actionkamera mit 4K-Aufnahme

  3. Trotz Unterlassungserklärung

    Unitymedia bleibt im Streit um WLAN-Hotspots hart

  4. Auftragshersteller

    Apple soll Bestellungen für iPhone 7 stark erhöht haben

  5. TSST-K

    Ungewisse Zukunft für einen der letzten ODD-Anbieter

  6. Google und Starbreeze als Partner

    Imax arbeitet an VR-Kamera und VR-Kinos

  7. Scramjet

    Hyperschalltriebwerk erfolgreich getestet

  8. Apple

    Beta von iOS 9.3.3 und OS X 10.11.6 veröffentlicht

  9. Regulierbare Farbtemperatur

    Philips Hue White Ambiance jetzt im Handel

  10. Spotify Family

    Musikstreamingdienst wird günstiger



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Doom im Test: Die beste blöde Ballerorgie
Doom im Test
Die beste blöde Ballerorgie
  1. id Software Doom wird Vulkan unterstützen
  2. Id Software PC-Spieler müssen 45 GByte von Steam laden
  3. id Software Dauertod in Doom

Darknet: Die gefährlichen Anonymitätstipps der Drogenhändler
Darknet
Die gefährlichen Anonymitätstipps der Drogenhändler
  1. Privatsphäre 1 Million Menschen nutzen Facebook über Tor
  2. Security Tor-Nutzer über Mausrad identifizieren

Privacy-Boxen im Test: Trügerische Privatheit
Privacy-Boxen im Test
Trügerische Privatheit
  1. APT28 Hackergruppe soll CDU angegriffen haben
  2. Veröffentlichung privater Daten AfD sucht mit Kopfgeld nach "Datendieb"
  3. Security Roboter aus Lego knackt Gestenauthentifizierung

  1. Re: Qualität ist zu schlecht.

    nille02 | 11:43

  2. Re: Na endlich

    Lala Satalin... | 11:43

  3. Re: Natürlich bedeutet Traffic einen erhöhten...

    User_x | 11:42

  4. Re: ist ok

    dev_null | 11:42

  5. Re: Verschandelung der Umgebung!

    |=H | 11:41


  1. 11:38

  2. 11:28

  3. 11:10

  4. 10:43

  5. 10:34

  6. 09:44

  7. 09:00

  8. 07:51


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel