NSA-Whistleblower Bolivianisches Flugzeug angeblich wegen Snowden umgeleitet

Weil der NSA-Whistleblower an Bord der bolivianischen Präsidentenmaschine vermutet wurde, soll ihr der Überflug über Frankreich kurzfristig verweigert worden sein. Die Maschine musste aus Treibstoffmangel in Wien landen.

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Die Maschine mit dem bolivianischen Präsidenten Evo Morales an Bord musste eine ungewollte Zwischenlandung in Wien einlegen. Ihr wurde der Überflug über Frankreich verweigert - aufgrund des Gerüchts, der NSA-Whistleblower Edward Snowden sei an Bord. Das sagte Boliviens Außenminister David Choquehuanca nach einem Bericht der New York Times. Morales befand sich auf dem Flug von Moskau nach La Paz. Snowden soll in Bolivien um Aufnahme gebeten haben.

Nachdem Frankreich kurzfristig seinen Luftraum für die bolivianische Regierungsmaschine gesperrt hatte, musste sie wegen Treibstoffmangels in Wien zwischenlanden. Von dort sollen die österreichischen Behörden gemeldet haben, Snowden sei definitiv nicht an Bord der Maschine.

Snowden war nicht an Bord

Boliviens Verteidigungsminister Rubén Saavedra, der sich ebenfalls an Bord befand, sagte, seine Regierung sei erbost über den Zwischenfall. Die Sperrung des französischen Luftraums sei von den USA befohlen worden, die den NSA-Whistleblower an Bord vermuteten und die Maschine so zur Zwischenlandung zwingen wollten. Choquehuanca nannte die Gerüchte, Snowden sei an Bord, eine große Lüge und keinen Grund, das Leben des Präsidenten in Gefahr zu bringen. Edward Snowden hätte vom Flughafen Scheremetjewo in Moskau, wo er angeblich seit seiner Ankunft im Transitbereich festsitzt, zu dem Flughafen Vnukovo überführt werden müssen, wo die Flüge der Diplomaten abgefertigt werden, um in Morales' Maschine einzusteigen.

Die Gerüchte, dass Snowden an Bord sei, seien von Äußerungen von Morales ausgelöst worden. Der hatte Snowdens Aufnahme in Bolivien nicht abgelehnt. Bolivien sei bereit, Menschen aufzunehmen, die Spionage oder Überwachung anprangern. Allerdings habe er keinen Asylantrag Snowdens erhalten, hatte Morales am Rande einer Konferenz mit Russland und weiteren Vertretern südamerikanischer Länder gesagt, darunter auch Venezuela.

Protest aus Südamerika

Choquehuanca sagte, dass Portugal bereits vor dem Abflug aus Moskau eine Zwischenlandung zum Auftanken abgelehnt hatte. Damit hätte die bolivianische Regierungsmaschine stattdessen einen Zwischenstopp auf den Kanarischen Inseln einlegen müssen, um mit genügend Flugbenzin für den Weiterflug in Boliviens Hauptstadt La Paz versorgt zu werden. Auch Italien und Spanien hätten zwischenzeitlich ihren Flugraum für die Maschine gesperrt. Inzwischen seien die Überflugverbote aufgehoben, sagte Choquehuanca. Noch befindet sich Morales aber in Wien.

Der südamerikanische Staatenbund Unasur soll in einer außerordentlichen Sitzung Stellung zu dem Überflugverbot nehmen, berichtet Spiegel Online. Präsident Rafael Correa und seine argentinische Amtskollegin Cristina Fernández de Kirchner forderten die Unasur auf, bei den europäischen Ländern Protest einzulegen. Weder Frankreich noch Spanien, Italien oder Portugal haben bislang Erklärungen zu dem Vorfall abgegeben.

Noch vor wenigen Tagen hatte US-Präsident Barack Obama gesagt, die USA werde kein Flugzeug abfangen, nur um einen 29-jährigen Hacker zu fangen.


chucu 06. Jul 2013

..niemand hat die absicht eine mauer zu errichten.

LordSiesta 04. Jul 2013

Nicht ohne Erlaubins des Präsidenten. Die hat Morales den Österreichern nie gegeben...

margarete52 04. Jul 2013

was veranlasst Sie dazu, einen jungen Mann, der eine massive Menschenrechtsverletzung...

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