NSA-Skandal: "Wer so viel wie ich über E-Mail weiß, nutzt es nicht mehr"

Die entscheidende Adresse hat wohl edsnowden@lavabit.com gelautet. Der Gründer des Webmail-Dienstes Lavabit legte nach zehn Jahren lieber sein Unternehmen still, als den US-Geheimdiensten zu helfen. Jetzt hat Ladar Levison erst einmal genug von E-Mail-Diensten.

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Ladar Levison, der Chef des stillgelegten Webmail-Dienstes Lavabit, hat genug von der E-Mail. Levison sagte dem Magazin Forbes: "Ich nehme eine Auszeit von E-Mail." Weiter erklärte er: "Wenn Sie wüssten, was ich über E-Mail weiß, würden Sie es vielleicht auch nicht mehr verwenden."

Edward Snowden soll die Dienste von Lavabit verwendet haben: Er gab die Adresse edsnowden@lavabit.com auf dem Moskauer Flughafen an. Der E-Mail-Provider speicherte die Webmails der Nutzer verschlüsselt auf seinen Servern. Levison erklärte in der vergangenen Woche, er habe die schwere Entscheidung getroffen, den Dienst sofort einzustellen, um sein Unternehmen nicht zum Komplizen des US-Geheimdienstes zu machen und damit ein Verbrechen gegen das US-amerikanische Volk zu begehen. Mehr könne er aufgrund der aktuellen Rechtslage nicht sagen. In der Vergangenheit hatte Levison mit den Strafverfolgungsbehörden zusammengearbeitet, aber nicht im aktuellen Fall, indem es offenbar um Snowdens Korrespondenz ging.

Levison hatte das Unternehmen in zehn Jahren aufgebaut und über 410.000 Nutzer verzeichnet. Als bekanntwurde, dass Snowden Lavabit nutzte, verdreifachte sich die Anzahl der monatlichen Neukunden. Mit der Schließung des Webmaildienstes verlor Levison seine Einnahmen und einen Jahresumsatz von 50.000 bis 100.000 US-Dollar. Das Unternehmen hatte nur einen Vollzeitmitarbeiter. Ein Umzug ins Ausland komme für Levison, dessen Lebensmittelpunkt in den USA sei, nicht infrage, erklärte er.

Guardian-Journalist Glenn Greenwald zitierte Edward Snowden mit der Aussage: "Ladar Levison und sein Team haben lieber den Betrieb ihrer zehn Jahre alten Firma eingestellt, statt die verfassungsmäßigen Rechte ihrer rund 400.000 Nutzer zu verletzen."

"Google, Facebook, Microsoft, Yahoo, Apple" und die anderen Internet-Konzerne müssten sich fragen, "warum sie nicht auf die gleiche Weise für unsere Interessen kämpfen, wie es diese kleinen Unternehmen tun".

Wie Forbes weiter berichtet, erfährt Levison für seine Tat breite Unterstützung. Bereits am 10. August 2013 waren für die Rechtsanwaltskosten des Unternehmens über Paypal 90.000 US-Dollar gespendet worden.


GodsBoss 13. Aug 2013

Wozu handfeste Beweise? Alle genannten Firmen kooperieren mit der NSA. Damit sind sie...

GodsBoss 13. Aug 2013

Man verlangt einen Livestream aus ihrem Schlafzimmer. Wenn sie es dann nicht verstehen...

tingelchen 13. Aug 2013

Google hat das mal gemacht. Aber wieder verworfen. Es gibt afaik keinen Nachfolger der...

tingelchen 13. Aug 2013

Hast du dir denn auch mal die andere Seite angesehen? Oder siehst du nur die Seite des...

luarix 13. Aug 2013

ja ne is klar und jetzt lebt er von spendengeldern oder wie? levison scheint im moment...

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