NSA-Skandal: Big Brothestan öffnet Briefe und kopiert die Inhalte
Peter Schaar (Bild: Andreas Rentz/Getty Images)

NSA-Skandal Big Brothestan öffnet Briefe und kopiert die Inhalte

Peter Schaar erzählt eine Geschichte über das ferne Land Big Brothestan, in dem die Regierung die Briefe von Ausländern öffnet. Aber "streng nach dem Gesetz" und kontrolliert durch ein Geheimgericht. Dagegen soll Geheimtinte helfen.

Anzeige

Bundesdatenschützer Peter Schaar hat im Datenschutzforum den NSA-Skandal mit dem kostenlosen Luftpostversand über ein Land verglichen, das heimlich alle Absender und Adressaten speichert und Inhalte kopiert.

"Nehmen wir mal an, die Post eines fernen Staats - nennen wir ihn Big Brothestan - würde eine schnelle Luftpostverbindung von und nach Europa anbieten, praktisch kostenfrei. Die Frachtflugzeuge landen im Stundentakt auf fast allen größeren Flughäfen. Würden Sie einem Postdienstleister, der diesen Weg nutzt, vertrauen? Würden Sie ihm ihre private oder geschäftliche Korrespondenz anvertrauen? Und was würden Sie sagen, wenn herauskommt, dass die brothestanischen Sicherheitsbehörden alle Absender und Adressaten speichern? Wenn sie die Sendungen öffnen und den Inhalt kopieren, aber nur auf eigenem Territorium, und nur, wenn Absender oder Empfänger nicht in Big Brothestan wohnen? Und würde Sie die Aussage der brothestanischen Regierung beruhigen, all das geschehe 'streng nach dem Gesetz' und werde kontrolliert durch ein Geheimgericht?"

Zu Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) stellt Schaar die Frage: "Und was würden Sie von der Einschätzung eines hiesigen Politikers halten, man könne da nichts machen, denn so sei nun mal die Welt? Jedem stehe es im Übrigen frei, keine Päckchen mehr zu versenden. Und man könnte seine Briefe ja auch mit Geheimtinte schreiben, die von Kopierern nicht erfasst werde. Zudem müsse man Verständnis für die Praxis der brothestanischen Behörden aufbringen, denn auch bei uns ginge die Sicherheit allen anderen Grundrechten vor."

Natürlich sei dies eine "rein fiktive Geschichte" und Big Brothestan gebe es gar nicht.

Die deutsche Konferenz der Datenschutzbeauftragten wird wegen der NSA-Affäre keine neuen Genehmigungen für Unternehmen zur Übermittlung personenbezogener Daten in Drittstaaten mehr erteilen und prüfen, ob bestehende über das Safe-Harbor-Abkommen ausgesetzt werden können. Das gab die Konferenz der Datenschutzbeauftragten des Bundes und der Länder am 24. Juli 2013 bekannt. Davon sind auch bestimmte Cloud-Dienste betroffen.


teenriot 01. Aug 2013

Bei den großen Parteien läuft alles intern und am Ende stellt sich jemand lächelnd...

throgh 30. Jul 2013

Es bedarf aber auch einer besseren medialen Aufklärung. Viele Menschen melden sich bei...

M.Kessel 30. Jul 2013

Ein Terrorist ist jemand, der geheime Tötungslisten besitzt und diese nutzt, um andere...

DY 30. Jul 2013

wurde herbeigelogen vom Speichellecker Friedrich um seine Bückertum zu vertuschen. Es...

Slurpee 30. Jul 2013

Wodurch wird das gesteigerte Datenaufkommen denn erzeugt? Richtig, vor allem Videos(Und...

Kommentieren



Anzeige

  1. IT Risk Officer/IT Risiko Spezialist (m/w) für Operatives Risiko Management
    Vattenfall Europe Business Services GmbH, Hamburg, Berlin, Amsterdam (Niederlande)
  2. SAP Produktmanager (m/w)
    Bosch Thermotechnik GmbH, Wetzlar
  3. IT-Spezialist/in Shop Floor Control und Produktionslogistik
    Schaeffler Technologies GmbH & Co. KG, Nürnberg
  4. IT-Architekt (m/w)
    Zurich Gruppe Deutschland, Köln

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       


  1. Quartalsbericht

    Apple mit Gewinnzuwachs, iPad-Verkauf erneut rückläufig

  2. Quartalsbericht

    Microsoft macht 700 Millionen US-Dollar Verlust mit Nokia

  3. Mayday

    Kindle-Besitzer können auf Knopfdruck Hilfe rufen

  4. Lufthansa Taxibot

    Piloten schleppen ihre Flugzeuge bald selbst zur Startbahn

  5. Geheimdienste

    USA und Deutschland wollen Leitlinien vereinbaren

  6. Geheimdienste

    DE-CIX bei manipulierter Hardware machtlos gegen Spionage

  7. Digitale Agenda

    Bund will finanzielle Breitbandförderung festschreiben

  8. DVB-T2

    HDTV sollte unverschlüsselt über Antenne kommen

  9. Wissenschaft

    Hören wie die Fliegen

  10. iWatch

    Apples Smartwatch könnte aus zwei Teilen bestehen



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Defense Grid 2 angespielt: Kerne, Türme, Aliens
Defense Grid 2 angespielt
Kerne, Türme, Aliens
  1. Ex-Stalker Vorwürfe gegen Actionspiel-Projekt Areal
  2. Crowdfunding Kickstarter unterstützt ab Herbst deutsche Projekte
  3. Catlateral Damage 40.000 US-Dollar für Katzen-Chaos

Plasma 5 im Test: Eine frische Brise für den KDE-Desktop
Plasma 5 im Test
Eine frische Brise für den KDE-Desktop
  1. Unix-Desktop KDE SC 4.14 wird 4er-Reihe abschließen
  2. Qt-Addons KDE Frameworks 5.0 endlich erschienen
  3. KDE-Arbeitsfläche Plasma-5-Beta zeigt neues Design

Syncthing im Test: P2P-Synchronisierung leicht gemacht
Syncthing im Test
P2P-Synchronisierung leicht gemacht

    •  / 
    Zum Artikel