Anzeige
Angela Merkel soll nach Ansicht der NSA kein privates Mobiltelefon haben.
Angela Merkel soll nach Ansicht der NSA kein privates Mobiltelefon haben. (Bild: Sean Gallup/Getty Images)

NSA-Generalinspektor: Merkel hat kein Recht auf Privatgespräche

Angela Merkel soll nach Ansicht der NSA kein privates Mobiltelefon haben.
Angela Merkel soll nach Ansicht der NSA kein privates Mobiltelefon haben. (Bild: Sean Gallup/Getty Images)

Dürfen die USA das Handy von Bundeskanzlerin Merkel abhören? Ein hochrangiger NSA-Vertreter hat sich nun öffentlich zu dieser Praxis bekannt.

Anzeige

In der Debatte um das mögliche Abhören von Angela Merkel (CDU) hat ein hochrangiger NSA-Vertreter der Bundeskanzlerin das Recht auf vertrauliche Kommunikation abgesprochen. "Wenn Sie der Kanzler von Deutschland sind, haben Sie kein privates Mobiltelefon", sagte der Generalinspektor des US-Geheimdienstes, George Ellard, in einer Diskussion mit Studenten der Universität Princeton in der vergangenen Woche. Damit hält Ellard offenbar die Praxis der US-Geheimdienste für legitim, die Gespräche ausländischer Regierungschefs und Spitzenpolitiker abzuhören.

Das Abhören von Merkels Handy war im Oktober 2013 bekanntgeworden. Zuvor hatte das Nachrichtenmagazin Der Spiegel nach eigenen Angaben Einblick in eine Datenbank der NSA erhalten, die den entsprechenden Abhörauftrag enthalten haben soll. Nachdem der Spiegel der Bundesregierung eine handschriftliche Abschrift des Eintrags übermittelt hatte, hatte sich Merkel in einem persönlichen Gespräch mit US-Präsident Barack Obama über die Spähattacke beschwert. Die US-Regierung versicherte anschließend lediglich, dass Merkel derzeit nicht abgehört werde und auch in Zukunft nicht abgehört werden solle.

Snowden war "wahnsinnig in den Diebereien"

Wenn man Ellard Glauben schenken will, gibt es dafür jedoch keine Garantie. Seiner Ansicht nach muss aber auch Obama selbst mit Spähangriffen rechnen: "Wenn Sie der Präsident der Vereinigten Staaten sind, haben Sie kein privates Mobiltelefon", sagte Ellard. Allerdings ist davon auszugehen, dass andere Staaten nicht über dieselben technischen Abhörmöglichkeiten wie die USA verfügen und möglicherweise auch keine so allumfassenden Aufklärungsziele wie die NSA verfolgen. Um die Sicherheit des Landes zu gewähren, seien der NSA "außergewöhnliche Mittel" gewährt worden, sagte Ellard. Um den Einsatz dieser Mittel zu kontrollieren, sei die NSA "ein der am stärksten regulierten Einrichtungen der Welt". Ellards Büro soll kontrollieren, ob die NSA die rechtlichen Vorgaben einhält und nicht gegen die Verfassung verstößt.

Wegen der Spähattacke auf Merkels Parteihandy ermittelt Generalbundesanwalt Harald Range seit Juni dieses Jahres. In der vergangenen Woche hatte er jedoch eingeräumt, dass die vom Spiegel erstellte Abschrift nicht seriös als Beweismittel gewertet werden könne. Es gebe bislang "keinen zur Anklage führenden Beweis, dass Verbindungsdaten erfasst oder ein Telefonat der Bundeskanzlerin abgehört wurde", hatte Range gesagt.

Dass sich ein solcher Beweis noch in den Snowden-Dokumenten findet, ist eher unwahrscheinlich. Wegen der Weitergabe dieser Dokumente griff der NSA-Generalinspekteur den früheren Geheimdienstmitarbeiter aber scharf an. Edward Snowden sei "wahnsinnig in seinen Diebereien" gewesen, sagte Ellard. Anstatt sich bei ihm über mögliche Gesetzesverstöße zu beschweren, habe er zusammen mit seinen Vertrauten geheime Dokumente veröffentlicht. Ellard räumte aber selbst ein, dass Snowdens Beschwerden wohl folgenlos geblieben wären. "Ich habe mir die von Snowden diskutierten Programme angeschaut und bin sicher, dass sie legal sind", sagte der Generalinspektor. Dies gilt offenbar auch für das mögliche Abhören von Merkels Handy.


eye home zur Startseite
MickeyKay 22. Dez 2014

Dein verlinkter Artikel untermauert exakt das, was ich geschrieben habe. Dankeschön...

User0815 17. Dez 2014

Manchmal habe ich die Befürchtung, dass einige Leute die Rolle der nationalen...

Booth 17. Dez 2014

Was ist das denn für ein unglaublich falscher Satz? Zum einen tragen die gesamten...

Der Held vom... 16. Dez 2014

Seht es doch mal so: Dieser Logik folgend sind Mitarbeiter von Geheim- und...

twil 16. Dez 2014

Unsere Regierung ist sowas von unsouverän und geheuchelt das sich die Balken biegen. Wie...

Kommentieren



Anzeige

  1. Koordinator/in für ?-ffentlichkeitsarbeit und IT
    Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München, München
  2. IT-Systemkauffrau / -mann oder Informatiker (m/w) zur Systemadministration
    Chirurgische Klinik München-Bogenhausen GmbH, München
  3. IT-Administrator (m/w)
    über expertalis GmbH, zwischen Stuttgart und Karlsruhe
  4. Information Security Specialist (m/w)
    DAW SE, Ober-Ramstadt bei Darmstadt

Detailsuche



Anzeige
Top-Angebote
  1. NEU: 4 Blu-rays für 30 EUR
    (u. a. Der große Gatsby, Mad Max, Black Mass, San Andreas)
  2. NUR FÜR KURZE ZEIT: Adobe Photoshop Elements & Premiere Elements 14 (PC/Mac)
    69,90€ inkl. Versand
  3. NEU: Blu-rays zum Sonderpreis

Weitere Angebote


Folgen Sie uns
       


  1. Gehalt.de

    Was Frauen in IT-Jobs verdienen

  2. Kurzstreckenflüge

    Lufthansa verspricht 15 MBit/s für jeden an Bord

  3. Anonymisierungsprojekt

    Darf ein Ex-Geheimdienstler für Tor arbeiten?

  4. Schalke 04

    Erst League of Legends und nun Fifa

  5. Patentverletzungen

    Qualcomm verklagt Meizu

  6. Deep Learning

    Algorithmus sagt menschliche Verhaltensweisen voraus

  7. Bungie

    Destiny-Karriere auf PS3 und Xbox 360 endet im August 2016

  8. Vive-Headset

    HTC muss sich auf Virtual Reality verlassen

  9. Mobilfunk

    Datenvolumen steigt während EM-Spiel um 25 Prozent

  10. Software Guard Extentions

    Linux-Code kann auf Intel-CPUs besser geschützt werden



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Autotracker Tanktaler: Wen juckt der Datenschutz, wenn's Geld gibt?
Autotracker Tanktaler
Wen juckt der Datenschutz, wenn's Geld gibt?
  1. Ubeeqo Europcar-App vereint Mietwagen, Carsharing und Taxis
  2. Rearvision Ex-Apple-Ingenieure entwickeln Dualautokamera
  3. Tod von Anton Yelchin Verwirrender Automatikhebel führte bereits zu 41 Unfällen

Mighty No. 9 im Test: Mittelmaß für 4 Millionen US-Dollar
Mighty No. 9 im Test
Mittelmaß für 4 Millionen US-Dollar
  1. Moto GP 2016 im Test Motorradrennen mit Valentino Rossi
  2. Warp Shift im Test Zauberhaftes Kistenschieben
  3. Alienation im Test Mit zwei Analogsticks gegen viele Außerirdische

Wireless-HDMI im Test: Achtung Signalstörung!
Wireless-HDMI im Test
Achtung Signalstörung!
  1. Die Woche im Video E3, Oneplus Three und Apple ohne X

  1. Re: es gibt KEINE Entgeldlücke in Deutschland

    Lord Gamma | 22:17

  2. Re: Frauen in der EDV ...

    sfe (Golem.de) | 22:17

  3. Hahaha China und...

    Niaxa | 22:16

  4. Ja und ?

    wire-less | 22:11

  5. Re: als Social Media Verweigerer

    Niaxa | 22:11


  1. 18:37

  2. 17:43

  3. 17:29

  4. 16:56

  5. 16:40

  6. 16:18

  7. 16:00

  8. 15:47


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel