NSA: Geheimdienste kaufen massiv Schwachstellen und Exploits
Code der Cyberwaffe Flame (Bild: Kaspersky Lab)

NSA Geheimdienste kaufen massiv Schwachstellen und Exploits

"Mein Job war es, immer 25 einsatzbereite Zero-Day-Exploits auf dem USB-Stick zu haben." Das hat der frühere Chef eines Unternehmens erklärt, das von Hackern Schwachstellen für die US-Regierung kaufte. Einige Firmen bieten Jahresabonnements für eine bestimmte Anzahl von Schwachstellen an.

Anzeige

US-Geheimdienste bieten so viel Geld für Software-Schwachstellen und Zero-Day-Exploits, dass viele talentierte Hacker ihre Entdeckungen nicht mehr den Herstellern melden, sondern sie verkaufen. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf führende Geheimdienstkreise und IT-Sicherheitsunternehmen. Das US-Verteidigungsministerium und die Geheimdienste, besonders die NSA, würden so eine neue Situation in der IT-Sicherheit schaffen.

Auftragnehmer des US-Verteidigungsministeriums haben demnach im vergangenen Jahr mindestens einen zweistelligen Millionen-Dollar-Betrag für Exploits ausgegeben. Die Branche, die Cyberwaffen wie Flame herstellt, generiert hunderte Millionen US-Dollar jährlich.

Flame war seit März 2010 im Einsatz, wurde aber jahrelang von keiner Sicherheitssoftware entdeckt. Der Umfang der Codes von Flame ist 20-mal größer als der von Stuxnet. Flame war genau wie Stuxnet und Duqu eine Cyberwaffe, die von Staaten entwickelt wurde. Mindestens 80 Server in Deutschland, der Türkei, Italien und Vietnam sind von den Flame-Betreibern benutzt worden. Flame verbreitete sich über Microsofts Updatefunktion. Mikko Hypponen, Sicherheitsexperte bei F-Secure, glaubt deshalb, dass Microsoft von US-Geheimdiensten unterwandert ist.

Der frühere Berater der US-Regierung in Sachen Cybersicherheit, Richard Clarke, sagte: "Wenn die US-Regierung von einer Schwachstelle erfährt, die ausgenutzt werden kann, wäre sie unter normalen Umständen verpflichtet, als Erstes die US-Nutzer darüber zu informieren." Es müsste Mechanismen geben, darüber zu entscheiden, "ob die Schwachstelle zur Verteidigung oder zum Angriff ausgenutzt wird. Aber so etwas gibt es nicht."

Einige IT-Sicherheitsunternehmen bieten Jahresabonnements für eine bestimmte Anzahl von Schwachstellen. "Mein Job war es, immer 25 einsatzbereite Zero-Day-Exploits auf dem USB-Stick zu haben", so der frühere Chef eines Unternehmens zu Reuters, das von Hackern Schwachstellen für die US-Regierung aufkaufte. Der Preis für einen Zero-Day-Exploit beginnt bei 50.000 US-Dollar.


Shrykull 13. Mai 2013

Bist du wirklich so naiv? In den USA sind Netzwerkkarten asiatischer Auftragsfertiger...

ah_rx 13. Mai 2013

KEINE OS ist sicher. Das sollten sich unbedingt auch die Linuxer und OSXer hinter die...

Thaodan 13. Mai 2013

Es geht darum das jeder es sieht bevor es einen commit gibt.

nicoledos 13. Mai 2013

ich hätte jetzt auch nicht direkt Angst vor den aktuellen Regierungen im westlichen...

ploedman 13. Mai 2013

Wäre J.F.K. (R.I.P.) nicht so früh vom Amt entfernt worden, wäre es nicht so weit...

Kommentieren



Anzeige

  1. Mitarbeiter (m/w) Organisation und IT
    Johann Grohmann GmbH & Co. KG, Bisingen
  2. User Experience Designer (m/w)
    Nemetschek Allplan Systems GmbH, München
  3. SAP SD / CRM Inhouse Berater (m/w)
    Thalia Holding GmbH, Hagen
  4. Anwendungsentwickler (m/w)
    SCHOTT AG, Mainz

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       


  1. Soziale Netzwerke

    Offline-Freund bleibt wichtiger als Online-Freund

  2. Internet-Partei

    Kim Dotcom scheitert bei Wahl in Neuseeland

  3. SpaceX

    Privater Raumfrachter Dragon zur ISS gestartet

  4. NSA-Affäre

    Staatsanwaltschaft ermittelt nach Cyberangriff auf Stellar

  5. HP Elitepad 1000 G2 im Test

    Praktisches Arbeitsgerät dank Zubehör

  6. Spiele-API

    DirectX-11 wird parallel zu DirectX-12 weiterentwickelt

  7. Streaming-Box

    Netflix noch im Herbst für Amazons Fire TV

  8. Schnell, aber ungenau

    Roboter springt im Explosionsschritt

  9. Urteil

    Foxconn-Arbeiter wegen iPhone-6-Diebstahl verhaftet

  10. Weniger Consumer-Notebooks

    Toshiba baut 900 Arbeitsplätze in der PC-Sparte ab



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de



Test Hyrule Warriors: Gedrücke und Gestöhne mit Zelda
Test Hyrule Warriors
Gedrücke und Gestöhne mit Zelda
  1. Mario Kart 8 Rennen mit Link und Prinzessin Peach
  2. Nintendo Streit um Smartphone-Spiele und das Internet

DDR-Hackerfilm Zwei schräge Vögel: Mit Erotik und Kybernetik ins perfekte Chaos
DDR-Hackerfilm Zwei schräge Vögel
Mit Erotik und Kybernetik ins perfekte Chaos
  1. Zoobotics Vier- und sechsbeinige Pappkameraden
  2. Miraisens Virtuelle Objekte werden ertastbar
  3. Autodesk Pteromys konstruiert Papiergleiter am Computer

Rezension What If: Ein Highlight der Nerdkultur vom XKCD-Autor
Rezension What If
Ein Highlight der Nerdkultur vom XKCD-Autor
  1. Transistoren Rechnen nach dem Schmetterlingsflügel-Prinzip
  2. MIT-Algorithmus Wie rotiert Schrott in Schwerelosigkeit?
  3. Neues Verfahren Yale-Forscher formt Smartphone-Hüllen aus metallischem Glas

    •  / 
    Zum Artikel