NSA, FBI und Co.: US-Behörden fragen angeblich nach Master-Keys für SSL
NSA-Programme wie Upstream hören den Internetverkehr ab, manches davon ist aber verschlüsselt. (Bild: Washington Post)

NSA, FBI und Co. US-Behörden fragen angeblich nach Master-Keys für SSL

Einem Medienbericht zufolge setzen Behörden in den USA vor allem kleinere Unternehmen unter Druck, damit diese Generalschlüssel für SSL-Verschlüsselung herausrücken. Die großen wie Google und Facebook sollen da aber angeblich nicht mitspielen.

Anzeige

Es ist ein ganz neuer Aspekt in der aktuellen Diskussion um Datensicherheit, den Cnet in einer ausführlichen Reportage ins Spiel bringt: Selbst der weitgehend als sicher angesehenen SSL-Verschlüsselung vom Browser bis zum Server kann man angeblich nicht mehr trauen. SSL kommt insbesondere für E-Mails neue Bedeutung zu, weil die meisten Maildienstleister auch verschlüsselte Verbindungen zu ihren Webfrontends anbieten, so dass Anwender auch ohne lokale Tools zumindest bis zum Server des Anbieters von einer Verschlüsselung ausgehen können.

Es zeigt sich aber wieder einmal, dass das System SSL durch seine langlebigen Master-Keys angreifbar ist: Diese Keys, die wie ein Generalschlüssel eines Anbieters arbeiten, sollen nämlich von US-Behörden bei den Providern eingefordert werden. Ein Mitarbeiter eines Onlineunternehmes, der entsprechende Anfragen beantworten musste, sagte Cnet: "Die Regierung verlangt definitiv SSL-Keys von Providern." Mit einem Master-Key kann dann die gesamte SSL-Kommunikation, die über die Server eines Anbieters läuft, entschlüsselt werden.

Das ist, nach Meinung von ebenfalls befragten Rechtsexperten, eine Grauzone. Bei einer strafrechtlichen Ermittlung etwa durch die Bundespolizei FBI sollen solche Anfragen nicht gedeckt sein, bei Aktionen nach den Fisa-Regeln - auf die sich auch die NSA beruft - aber seien solche Zugriffe auf Generalschlüssel rechtens.

Dabei sollen vor allem kleinere Unternehmen leicht nachgeben, berichtet Cnet. Die Großen der Onlinewelt, die auch gezielt befragt wurden, behandeln solche Anfragen offenbar kritischer. So sagte ein Sprecher von Google, das Unternehmen habe der Regierung "niemals irgendwelche Schlüssel übergeben". Facebook äußerte sich nicht direkt, aus dem Unternehmen sei aber zu hören, dass solche Anfragen entschieden abgewehrt werden würden.

Die Onlineunternehmen setzen zunehmend nicht mehr nur auf SSL allein, sondern auch auf das nicht mit Generalschlüsseln arbeitende Verfahren PFS. Es wird unter anderem von Google bei manchen Diensten eingesetzt, aber auch nicht bei allen, weil sowohl Browser wie Server es vollständig unterstützen müssen.


SomeoneElse 26. Jul 2013

Es wird seit Jahrzehnten gemutmaßt, dass es in DES ein solches Backdoor gibt. Aber...

quisam2342 26. Jul 2013

In Deutschland sind alle Dienstanbieter mit mehr als 10.000 Kunden gemäß $3 Abs. 2 Nr. 5...

cyl 25. Jul 2013

Mit anderen Worten, ich muss dem Hersteller meiner Schlösser vertrauen. Mit SSL kann ich...

Asmael 25. Jul 2013

dessen Sicherheitschef zur NSA gewechselt ist? /Asmael

tingelchen 25. Jul 2013

Ein Glück das in einem Paket gleich mehrere enthalten sind. Für jede Information eines :)

Kommentieren



Anzeige

  1. Modullead SAP PSM (m/w)
    MAHLE International GmbH, Stuttgart
  2. SAP HCM Key User / Spezialist (m/w) Entgeltabrechnung
    Dürr AG, Bietigheim-Bissingen
  3. SAP QM Business Analyst (m/w)
    Novartis Vaccines, Marburg on the Lahn
  4. Senior Software Entwickler (m/w)
    1eEurope Deutschland GmbH, Holzgerlingen

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       


  1. Wissenschaft

    Wenn der Quantencomputer spazieren geht

  2. Cloud

    Erstmals betriebsbedingte Kündigungen bei SAP

  3. Microsoft

    Windows 10 Technical Preview ist da

  4. Omnicloud

    Fraunhofer-Institut verschlüsselt Daten für die Cloud

  5. Anonymisierung

    Tor könnte bald in jedem Firefox-Browser stecken

  6. Gutscheincodes

    Taxi-Unternehmer halten auch Ubertaxi für illegal

  7. Chris Roberts

    "Star Citizen ist heute besser als ich es mir erträumte"

  8. Leistungsschutzrecht

    Google keilt gegen Springer und Burda

  9. Onlinehändler

    Zalando geht an die Börse

  10. Panoramafreiheit

    Wikimedia erreicht Copyright-Änderungen in Russland



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de



Ascend Mate 7 im Test: Huaweis fast makelloses Topsmartphone
Ascend Mate 7 im Test
Huaweis fast makelloses Topsmartphone
  1. Cloud Congress 2014 Huawei verkauft Intel-Standardserver nur als Türöffner
  2. Huawei Cloud Congress Huawei will weltweit der führende IT-Konzern werden
  3. Ascend G7 Huawei-Smartphone mit 13-Megapixel-Kamera für 300 Euro

Filmkritik Who Am I: Ritalin statt Mate
Filmkritik Who Am I
Ritalin statt Mate
  1. NSA-Affäre Staatsanwaltschaft ermittelt nach Cyberangriff auf Stellar
  2. Treasure Map Wie die NSA das Netz kartographiert
  3. Geheimdienste Wie ein Riesenkrake ins Weltall kam

Radikalisierung im Internet: Wie Extremisten das Netz nutzen
Radikalisierung im Internet
Wie Extremisten das Netz nutzen
  1. Pornhub Pornoplattform kündigt Musiklabel Pornhub Records an
  2. Payment Blocking Bundesländer verbieten über 100 Glücksspielseiten
  3. Eutelsat HbbTV v2.0 bringt Video-on-Demand für langsames Internet

    •  / 
    Zum Artikel