Abo
  • Services:
Anzeige
Leitungsvermittelte Kommunikation wird teilweise automatisch vom BND zur NSA weitergeleitet.
Leitungsvermittelte Kommunikation wird teilweise automatisch vom BND zur NSA weitergeleitet. (Bild: Martin Buholzer/Reuters)

NSA-Ausschuss: BND räumt automatische Datenweitergabe an NSA ein

Leitungsvermittelte Kommunikation wird teilweise automatisch vom BND zur NSA weitergeleitet.
Leitungsvermittelte Kommunikation wird teilweise automatisch vom BND zur NSA weitergeleitet. (Bild: Martin Buholzer/Reuters)

Vom BND direkt zur NSA: In bestimmten Fällen leitet der deutsche Geheimdienst Daten automatisch an den US-amerikanischen Partner weiter. Filterungsprobleme soll es dabei nicht geben, sagte eine Zeugin im NSA-Ausschuss.

Anzeige

Der Bundesnachrichtendienst (BND) hat in bestimmten Überwachungsbereichen automatisiert Daten an den US-Geheimdienst NSA weitergeleitet. Das berichtete die frühere Leiterin einer gemeinsamen Abhör- und Analyseeinheit der beiden Dienste in Bad Aibling am Donnerstag im NSA-Untersuchungsausschuss des Bundestags in Berlin. Dabei habe es sich um leitungsvermittelte Kommunikation wie analog geführte Gespräche und Faxe gehandelt, sagte die Frau, die unter ihren Initialen G. L. vorgestellt worden war. Anders als paketvermittelter Kommunikation gebe es bei leitungsvermittelten Daten keine Probleme bei der Filterung.

Bei einer leitungsvermittelten Kommunikation wird, wie im klassischen Telefonnetz, ein exklusiver Datenkanal zwischen zwei Teilnehmern bereitgestellt. In diesem Fall ist es einfacher möglich, die tatsächlich abgehörten Personen einzugrenzen als bei der Filterung eines abgehörten Datenstroms mit zahlreichen Paketen, etwa über das Internet. Zuvor hatte der Amtsvorgänger der Zeugin bei der gemeinsamen Abteilung Joint Sigint Activity (JSA) behauptet, dass keine Daten an die NSA auf Basis einer automatisierten Filterung weitergeleitet worden seien. Die Methoden, die Daten deutscher Staatsbürger aus dem abgehörten Datenstrom herausfiltern sollten, hätten sich als nicht 100-prozentig zuverlässig erwiesen, sagte der Zeuge T. B. Daher sei stets manuell geprüft worden, ob Daten deutscher Bürger betroffen seien.

Die Daten liefen über Pullach nach Bad Aibling

Allerdings hatte der BND-Mitarbeiter bereits angedeutet, dass es auf bestimmten Gebieten eine automatisierte Weiterleitung gegeben habe. Details dazu wollten B. und L. allerdings nur in nicht-öffentlicher Sitzung preisgeben. Diese fand aus zeitlichen Gründen im Anschluss an die zehnstündige öffentliche Befragung am Donnerstag jedoch nicht mehr statt.

Die Zeugin L. offenbarte große Erinnerungslücken in ihrer Zeit als Leiterin der JSA, wo sie von Oktober 2007 bis 2008 tätig war. So konnte sie nicht angeben, wie viele Mitarbeiter in ihrer Abteilung arbeiteten. Allerdings bestätigte sie, dass die sogenannte Operation Eikonal, bei der Daten aus dem Frankfurter Internetknoten verarbeitet wurde, kurz nach ihrem Abschied bei der JSA beendet worden sei. Den genauen Grund dafür konnte sie nicht nennen. Die BND-Mitarbeiter hätten aber bereits mit einer Einstellung des gemeinsamen Aktivitäten gerechnet, weil "nicht genug dabei herauskommt". Von einem angeblichen Resümee der Operation, die der Abteilungsleiter der Technischen Aufklärung beim BND im Juli 2008 gezogen haben soll, habe sie erst aus jüngsten Medienberichten erfahren. Die frühere JSA-Leiterin konnte auch keine Angaben darüber machen, ob die Operation von Seiten des BND oder des NSA beendet worden sei.

Ebenso wie der Zeuge B. wollte G. L. ebenfalls in öffentlicher Sitzung nicht die Frage beantworten, ob der BND nach dem Ende der Operation Eikonal weiterhin Daten in Frankfurt abgegriffen hat. Zumindest machte die Befragung deutlich, dass die Daten zunächst in die BND-Zentrale nach Pullach geleitet und dort vorgefiltert wurde, bevor sie Bad Aibling erreichten. Ein Abhören des Frankfurter Internetknotens ist im Rahmen der strategischen Fernmeldeaufklärung durch den BND jedoch gesetzlich erlaubt. Ein Vertreter des Bundeskanzleramts wies darauf hin, dass Fragen zu der Datenableitung in Frankfurt nicht von der Aussagegenehmigung der Zeugin gedeckt seien.


eye home zur Startseite
Zwangsangemeldet 11. Nov 2014

Was soll das bringen? Wenn die was in nichtöffentlichen Sitzungen zugeben? Nehmen wir mal...

Prinzeumel 07. Nov 2014

Besser kann man es nicht verdeutlichen. Danke.

strangefantasy 07. Nov 2014

Ja, leider... Denke auch die Admins/Nerds sind nur ein sehr kleiner Teil der breiten Masse.

StefanGrossmann 07. Nov 2014

Frau Merkel bitte direkt verklagen wegen einer offensichtlichen Lüge und Untreue dem...

Wallbreaker 07. Nov 2014

Das beste Mittel ist Verschlüsselung, und zwar in jeder erdenklichen Form. Ist das...



Anzeige

Stellenmarkt
  1. über Hays AG, Baden-Württemberg
  2. Robert Bosch GmbH, Leonberg
  3. Hornbach-Baumarkt-AG, Großraum Mannheim/Karlsruhe
  4. SUEZ Deutschland GmbH, Köln


Anzeige
Spiele-Angebote
  1. 69,99€
  2. 4,99€
  3. (-80%) 3,99

Folgen Sie uns
       


  1. DNS NET

    Erste Kunden in Sachsen-Anhalt erhalten 500 MBit/s

  2. Netzwerk

    EWE reduziert FTTH auf 40 MBit/s im Upload

  3. Rahmenvertrag

    VG Wort will mit Unis neue Zwischenlösung für 2017 finden

  4. Industriespionage

    Wie Thyssenkrupp seine Angreifer fand

  5. Kein Internet

    Nach Windows-Update weltweit Computer offline

  6. Display Core

    Kernel-Community lehnt AMDs Linux-Treiber weiter ab

  7. Test

    Mobiles Internet hat viele Funklöcher in Deutschland

  8. Kicking the Dancing Queen

    Amazon bringt Songtexte-Funktion nach Deutschland

  9. Nachruf

    Astronaut John Glenn im Alter von 95 Jahren gestorben

  10. Künstliche Intelligenz

    Go Weltmeisterschaft mit Menschen und KI



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Oculus Touch im Test: Tolle Tracking-Controller für begrenzte Roomscale-Erfahrung
Oculus Touch im Test
Tolle Tracking-Controller für begrenzte Roomscale-Erfahrung
  1. Microsoft Oculus Rift bekommt Kinomodus für Xbox One
  2. Gestensteuerung Oculus Touch erscheint im Dezember für 200 Euro
  3. Facebook Oculus zeigt drahtloses VR-Headset mit integriertem Tracking

Canon EOS 5D Mark IV im Test: Grundsolides Arbeitstier mit einer Portion Extravaganz
Canon EOS 5D Mark IV im Test
Grundsolides Arbeitstier mit einer Portion Extravaganz
  1. Video Youtube spielt Livestreams in 4K ab
  2. Ausgabegeräte Youtube unterstützt Videos mit High Dynamic Range
  3. Canon EOS M5 Canons neue Systemkamera hat einen integrierten Sucher

Named Data Networking: NDN soll das Internet revolutionieren
Named Data Networking
NDN soll das Internet revolutionieren
  1. Geheime Überwachung Der Kanarienvogel von Riseup singt nicht mehr
  2. Bundesförderung Bundesländer lassen beim Breitbandausbau Milliarden liegen
  3. Internet Protocol Der Adresskollaps von IPv4 kann verzögert werden

  1. Re: Tritt sehr wohl in Deutschland auf

    Allandor | 00:08

  2. Re: Viel zu späte Einsicht und trotzdem keine Lösung

    nicoledos | 00:07

  3. Re: schade ...

    Moe479 | 00:00

  4. Re: Upload ...

    thoros | 00:00

  5. Re: Was die VG Wort will

    schotte | 09.12. 23:53


  1. 18:40

  2. 17:30

  3. 17:13

  4. 16:03

  5. 15:54

  6. 15:42

  7. 14:19

  8. 13:48


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel