NSA-Affäre: Provider verschlüsselter Dienste zerstören Kunden-E-Mails
Lavabit schließt seinen verschlüsselten E-Mail-Dienst. (Bild: Lavabit)

NSA-Affäre: Provider verschlüsselter Dienste zerstören Kunden-E-Mails

NSA-Affäre: Provider verschlüsselter Dienste zerstören Kunden-E-Mails
Lavabit schließt seinen verschlüsselten E-Mail-Dienst. (Bild: Lavabit)

Die E-Mail-Provider Lavabit und Silent Circle vernichten lieber die E-Mails ihrer Kunden, als sie an die NSA weiterzugeben. Sie geraten offenbar unter Druck der US-Strafverfolgungsbehörden. Über die genauen Gründe dürfe er nicht sprechen, schreibt der Lavabit-Gründer.

Anzeige

Die beiden E-Mail-Provider Lavabit und Silent Circle wollen ihre Dienste einstellen und haben die E-Mails vernichtet, die auf ihren Servern liegen - im Interesse ihrer Kunden. Grund ist offensichtlich der Druck der US-Behörden, die an die E-Mails ihrer Kunden wollen. Silent Circle hat nach eigenen Angaben sogar die Server selbst vernichtet, auf denen die E-Mails gespeichert wurden. Auch die E-Mails auf den Servern von Lavabit sind nicht mehr zugänglich, zum Ärger einiger Kunden. Derweil haben sich Apple-Chef Tim Cook und Bürgerrechtsbewegungen mit US-Präsident Barack Obama getroffen, um über die Durchsuchungen durch US-Behörden zu sprechen.

Verbrechen gegen das Volk

Edward Snowden soll zumindest die Dienste von Lavabit verwendet haben. Der E-Mail-Provider speichert über seine Dienste verschickte E-Mails verschlüsselt auf seinen Servern. Sie können nur von den Kunden selbst entschlüsselt werden. Der Lavabit-Gründer und -Betreiber Ladar Levison schreibt, er habe schweren Herzens entschieden, den Dienst ab sofort einzustellen, statt sein Unternehmen zum Komplizen des US-Geheimdiensts zu machen und damit ein Verbrechen gegen das US-amerikanische Volk zu begehen. Mehr könne er aufgrund der aktuellen Rechtslage nicht sagen.

Server zerstört

Silent-Circle-Chef Michael Janke sagte der New York Times, das Unternehmen werde weiterhin verschlüsselte Telefonie- und SMS-Dienste anbieten. E-Mails seien aber ohne weiteres für Geheimdienste zugänglich. Deshalb habe seine Firma im Interesse seiner Kunden gleich die Server mit den dort gespeicherten E-Mails zerstört. Sie seien unwiderruflich weg. Phil Zimmermann, der Schöpfer der Verschlüsselungssoftware PGP, hatte Silent Circle Mitte 2012 gegründet, um eine abhörsichere Kommunikation zu bieten.

Treffen mit Obama

Nach dem Patriot Act dürfen FBI und andere US-Strafverfolgungsbehörden Unternehmen mit geheimen Durchsuchungsbefehlen dazu zwingen, Kundendaten herauszugeben. Diese National Security Letters verpflichten auch die betroffenen Unternehmen zu Stillschweigen. Auch die Unternehmen, die mit der NSA kooperieren, sind dazu verpflichtet, ihre Mitarbeit geheim zu halten. Erst durch die Veröffentlichungen der Folie durch Edward Snowden wurde die Zusammenarbeit der IT-Konzerne mit den US-Geheimdiensten bekannt. Analysten gehen davon aus, dass US-Unternehmen durch den NSA-Skandal mit Milliardenverlusten rechnen könnten.

Darüber haben Apple-Chef und der Google-Vize Vint Cerf offenbar bereits mehrfach mit US-Präsident Barack Obama gesprochen. The Verge berichtet über ein zweites Treffen von Vertretern großer IT-Unternehmen und Regierungsvertretern, bei denen auch US-Menschenrechtsorganisationen wie die ACLU dabei waren. Dort soll darüber diskutiert worden sein, wie Privatrechte in einer digitalen Gesellschaft geschützt werden können.

Für weitere Hintergründe aktualisiert Golem.de fortlaufend diese beiden Artikel:

Chronologie der Ereignisse

Glossar zur NSA-Affäre


Rico55 10. Aug 2013

Amen, danke. @toux und turageo Ganz ehrlich ihr habts nicht verstanden. Deswegen heult...

Stummi 10. Aug 2013

Egal ob Email, Jabber oder weitere Dienste: Die Anbieter mit vielen Kunden werden immer...

Spaghetticode 10. Aug 2013

Ich habe seit Anfang an das E-Mail-Programm Thunderbird genutzt. Aber es gibt ja Leute...

ip_toux 10. Aug 2013

Mich würde mal interessieren wie sich der ganze NSA Skandal in Anbetracht von...

Anonymer Nutzer 09. Aug 2013

... Stimme deinen Ausführungen zu. Ich lese hier aber seit Wochen immer wieder, wie toll...

Kommentieren



Anzeige

  1. Manager (m/w) Softwareentwicklung
    WTS Group AG Steuerberatungsgesellschaft, Erlangen (Raum Nürnberg)
  2. SAP Business Process Expert (m/w)
    Brüel & Kjaer Vibro GmbH, Darmstadt
  3. Produktmanager für digitales Entertainment / Product Owner (m/w)
    Media-Saturn Deutschland GmbH, Ingolstadt
  4. Manager (m/w) of End User Support Services
    CSM Deutschland GmbH, Bremen

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       


  1. Nocomentator

    Filterkiste blendet Sportkommentare aus

  2. Gameworks

    Nvidia rollt den Rasen aus

  3. Rolling-Release

    Opensuse Factory und Tumbleweed werden zusammengeführt

  4. Project Ara

    Google will nicht nur das Smartphone neu erfinden

  5. Wildstar

    NC Soft entlässt Mitarbeiter

  6. Mozilla

    Einfache Web-Apps auf dem Smartphone erstellen

  7. Civ Beyond Earth Benchmark

    Schneller, ohne Mikroruckler und geringere Latenz mit Mantle

  8. Allview X2 Soul mini

    Sehr dünnes Smartphone im Alu-Gehäuse für 200 Euro

  9. Toybox Turbos

    Codemasters veranstaltet Rennen auf dem Frühstückstisch

  10. Xamarin

    C# dank Mono für die Unreal Engine 4



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de



Aquabook 3: Das wassergekühlte Gaming-Notebook
Aquabook 3
Das wassergekühlte Gaming-Notebook
  1. Nepton 120XL und 240M Cooler Master macht Wasserkühlungen leiser
  2. DCMM 2014 Wenn PC-Gehäuse zu Kunstwerken werden

Merkel auf IT-Gipfel: Netzneutralität wird erst im Glasfasernetz wichtig
Merkel auf IT-Gipfel
Netzneutralität wird erst im Glasfasernetz wichtig
  1. Digitale Verwaltung 2020 E-Mail soll Briefe und Amtsbesuche ersetzen
  2. Digitale Agenda Ein Papier, das alle enttäuscht
  3. Webmail Web.de kritisiert langsame De-Mail-Einführung der Regierung

Hoverboard: Schweben wie Marty McFly
Hoverboard
Schweben wie Marty McFly
  1. Design-Fahrzeuge U-Bahnen in London sollen autonom fahren
  2. Fahrassistenzsystem Volvos virtueller Lkw-Beifahrer soll Unfälle verhindern
  3. Computergrafik US-Forscher modellieren Gesichter in Videos dreidimensional

    •  / 
    Zum Artikel