Abo
  • Services:
Anzeige
BND-Präsident Schindler muss offenbar gehen.
BND-Präsident Schindler muss offenbar gehen. (Bild: Tobias Schwarz/Getty Images)

NSA-Affäre: BND-Chef Schindler muss offenbar gehen

BND-Präsident Schindler muss offenbar gehen.
BND-Präsident Schindler muss offenbar gehen. (Bild: Tobias Schwarz/Getty Images)

Es wäre die bislang größte personelle Konsequenz aus der NSA-Affäre: BND-Präsident Schindler muss angeblich seinen Posten räumen. Sein vermuteter Nachfolger kommt aus einem Ministerium, das bislang wenig mit den Geheimdiensten in Verbindung gebracht wurde.

Der bisherige Präsident des Bundesnachrichtendienstes (BND), Gerhard Schindler, soll offenbar abgelöst werden. Das berichten die Süddeutsche Zeitung sowie die Sender NDR und WDR unter Berufung auf Berliner Regierungskreise. Nachfolger wird demnach der 53 Jahre alte Verwaltungsbeamte Bruno Kahl, derzeit Abteilungsleiter im Bundesfinanzministerium. Eine offizielle Bestätigung für die Personalien gibt es aber noch nicht.

Anzeige

Die genauen Hintergründe der Ablösung sind bislang unklar. Schindler hatte trotz der Enthüllungen über den BND im Zusammenhang mit der NSA-Affäre auf die Rückendeckung der Regierung zählen können. Selbst nach dem Bekanntwerden der Selektorenaffäre vor gut einem Jahr hatte die große Koalition an dem 63 Jahre alten FDP-Mitglied festgehalten. Dabei hatte das Kanzleramt in einem ungewöhnlichen Schritt dem Auslandsgeheimdienst technische und organisatorische Defizite attestiert. Schindler führt den Dienst seit 2012.

Kein Vertrauen für Umbau des BND

Dem Medienbericht zufolge soll das Kanzleramt den Wechsel forciert haben. Dabei habe eine Kombination unterschiedlicher Ursachen eine Rolle gespielt. So hatte sich durch die Arbeit des NSA-Untersuchungsausschusses herausgestellt, dass vor allem die Abteilung Technische Aufklärung im BND ein Eigenleben geführt hatte, was auch das Parlamentarische Kontrollgremium (PKGr) dem von ihm kontrollierten Geheimdienst bescheinigt hatte. Zwar habe es auch unter früheren Präsidenten Probleme bei Aufsicht und Kontrolle gegeben, doch jetzt sei Zeit für eine Zäsur, schreiben die Medien. Die Nachrichtenagentur dpa berichtete von gesundheitlichen Probleme des BND-Chefs in den vergangenen Monaten.

Zudem habe man Schindler den Umbau der Behörde in den übrig bleibenden zweieinhalb Jahren seiner Amtszeit nicht mehr zugetraut. Dazu zählten der Umzug eines Großteils des Dienstes in die Hauptstadt sowie das neue Thema Cybersicherheit. Die Zeit bis zu Schindlers Ruhestand sei zu knapp. Dessen mutmaßlicher Nachfolger Kahl gelte als enger Vertrauter von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU), der zuletzt gegen die geplante BND-Reform interveniert haben soll. Kahl kennt sich aber auch in Sicherheitsfragen aus. Er war von 2006 bis 2009 Chef des Leitungsstabes im Innenministerium unter dem damaligen Minister Schäuble.

Opposition begrüßt Ablösung

Die Obleute der Opposition im NSA-Ausschuss begrüßten den Schritt. Die Ablösung sei "Konsequenz aus rechtswidriger Überwachung, unkontrollierter Kooperation mit den USA und Spionage gegen Partner", twitterte die Linke-Abgeordnete Martina Renner. Es reiche aber nicht, den BND-Präsidenten auszutauschen. Das Kanzleramt "muss endlich Verantwortung für den unkontrollierten Dienst übernehmen", fügte sie hinzu. Der Grünen-Politiker Konstantin von Notz schrieb: " Die Ablösung des BND-Präsidenten ist angesichts der massiven Rechtswidrigkeiten bei der Erfassung und Weitergabe von Daten konsequent." Es blieben jedoch viele Fragen offen. Der SPD-Ausschussobmann Christian Flisek warnte mit Blick auf den angeblichen Nachfolger: "Wir wollen mal nicht hoffen, dass die 'Schäublenähe' des Herrn Kahl für mangelnden Reformeifer ein Indiz ist."


eye home zur Startseite
Helites 27. Apr 2016

Ja aber Cyber-Soldaten braucht man für den Cyber-Krieg. Ich meine laut Genfer-Cyber...

das-ding 27. Apr 2016

...geht der bestimmt nicht da raus! Der bekommt noch ne dicke "Belohnung" für seinen...

Eheran 27. Apr 2016

Nix mit "muss gehen". Am Ende will er sowieso gehen und man nutzt das einfach nur für...

plutoniumsulfat 26. Apr 2016

Nichts, außer, dass jetzt für den Chef neue Visitenkarten gedruckt werden müssen. Das...



Anzeige

Stellenmarkt
  1. IVU Traffic Technologies AG, Berlin, Aachen
  2. T-Systems International GmbH, verschiedene Standorte
  3. DATAGROUP Köln GmbH, Köln (Home-Office)
  4. ORBIT Gesellschaft für Applikations- und Informationssysteme mbH, Bonn


Anzeige
Blu-ray-Angebote
  1. (u. a. Die Goonies, John Mick, Auf der Flucht, Last Man Standing)
  2. 24,99€ (Vorbesteller-Preisgarantie)
  3. 18,99€ (ohne Prime bzw. unter 29€-Einkaufswert zzgl. 3€ Versand)

Folgen Sie uns
       


  1. DACBerry One

    Soundkarte für Raspberry Pi liefert Töne digital und analog

  2. Samsungs Bixby

    Galaxy S8 kann sehen und erkennen

  3. Schweizer Polizei

    Drohnenabwehr beim Weltwirtschaftsforum in Davos

  4. Crashuntersuchung

    Teslas Autopilot reduziert Unfallquote um 40 Prozent

  5. Delid Die Mate 2

    Prozessoren köpfen leichter gemacht

  6. Rückzieher

    Assange will nun doch nicht in die USA

  7. Oracle

    Critical-Patch-Update schließt 270 Sicherheitslücken

  8. Android 7.0

    Samsung verteilt Nougat-Update für S7-Modelle

  9. Forcepoint

    Carbanak nutzt Google-Dienste für Malware-Hosting

  10. Fabric

    Google kauft Twitters App-Werkzeuge mit Milliarden Nutzern



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Intel Core i7-7700K im Test: Kaby Lake = Skylake + HEVC + Overclocking
Intel Core i7-7700K im Test
Kaby Lake = Skylake + HEVC + Overclocking
  1. Kaby Lake Intel macht den Pentium dank HT fast zum Core i3
  2. Kaby Lake Refresh Intel plant weitere 14-nm-CPU-Generation
  3. Intel Kaby Lake Vor der Vorstellung schon im Handel

Dienste, Programme und Unternehmen: Was 2016 eingestellt und geschlossen wurde
Dienste, Programme und Unternehmen
Was 2016 eingestellt und geschlossen wurde
  1. Kabel Mietminderung wegen defektem Internetkabel zulässig
  2. Grundversorgung Kanada macht Drosselung illegal
  3. Internetzugänge 50 MBit/s günstiger als 16 MBit/s

GPD Win im Test: Crysis in der Hosentasche
GPD Win im Test
Crysis in der Hosentasche
  1. FTC Qualcomm soll Apple zu Exklusivvertrag gezwungen haben
  2. Steadicam Volt Steadicam-Halterung für die Hosentasche
  3. Tastaturhülle Canopy hält Magic Keyboard und iPad zum Arbeiten zusammen

  1. Re: Kann man die Temperaturen tatsächlich um bis...

    otraupe | 08:44

  2. Re: 5 Ports pro Arbeitsplatz

    Arsenal | 08:43

  3. Re: Intel...

    TobiVH | 08:42

  4. 40% - in den USA!

    Juge | 08:42

  5. Re: Eine andere Zielgruppe bleibt wohl kaum noch...

    Neuro-Chef | 08:42


  1. 08:50

  2. 08:33

  3. 07:34

  4. 07:18

  5. 18:28

  6. 18:07

  7. 17:51

  8. 16:55


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel