Nortel Networks: Nortel war fast zehn Jahre lang gehackt
Nortel-Gebäude in Toronto (Bild: Mike Cassese/Reuters)

Nortel Networks Nortel war fast zehn Jahre lang gehackt

Die Hacker hatten "Zugang zu allem": Fast zehn Jahre lang sollen Angreifer bei Nortel Networks Zugriff auf vertrauliche Informationen gehabt haben. Vier Jahre bemerkte das Unternehmen den Hack nicht, in den Folgejahren reagierte es kaum.

Anzeige

Die IT-Infrastruktur von Nortel Networks soll fast zehn Jahre lang von Hackern kompromittiert gewesen sein. Das berichtet das Wall Street Journal unter Berufung auf eine interne Untersuchung bei dem Telekommunikations- und Netzwerkausrüster. Angreifer, deren IP-Adresse aus China stammte, sollen von hochrangigen Managern sieben Zugangspassworte erbeutet haben, darunter auch das des Vorstandschefs.

Die Kriminellen hätten "Zugang zu allem gehabt", sagte Brian Shields, der dem Wall Street Journal auch Untersuchungsunterlagen vorlegte, der Zeitung. Shields hatte 19 Jahre für Nortel gearbeitet und leitete eine interne Untersuchung zu dem Hack bei Nortel. Mindestens seit dem Jahr 2000 bestand das Sicherheitsproblem, wie er erklärte. Während der Zeit luden die Diebe Forschungs- und Entwicklungsberichte, Geschäftspläne, technische Datenblätter, Mitarbeiter-E-Mails und andere Interna von Nortels Servern herunter.

Nortel setzte nur neue Passwörter

Die Rechner von Nortel wurden zudem mit Spionagesoftware verseucht, die jahrelang nicht entdeckt wurde. Nortel habe für die IT-Sicherheit nichts Wesentliches getan, außer die sieben Passwörter der Manager neu zu setzen.

Das Unternehmen habe den Hack im Jahr 2004 entdeckt, als große Datenmengen über das Zugangskonto eines Topmanagers heruntergeladen wurden. Sechs Monate später wurden wieder Anzeichen für das Sicherheitsproblem entdeckt. 2009 fanden Experten schließlich ein Rootkit auf einem Firmenrechner.

Das im kanadischen Toronto ansässige Unternehmen hatte im Januar 2009 Insolvenz angemeldet und begonnen, Geschäftsbereiche an Avaya, Ciena, Ericsson, Genband und andere Wettbewerber zu verkaufen. Ein von Apple angeführtes Konsortium erwarb im Juli 2011 die Nortel-Patente für 4,5 Milliarden US-Dollar. Zu der Bietergruppe gehörten Microsoft, Sony, Research In Motion (RIM), Ericsson und EMC. Das Sicherheitsproblem sei den Käufern der Unternehmensteile nicht mitgeteilt worden. Es wurde auch vor dem Beginn der Zerschlagung des Konzerns nicht gelöst, sagte Shields.


d333wd 15. Feb 2012

Schön schön, aber wer sagt denn das andere Firmen auf derart kriminelles kleinsaas...

Winpo8T 15. Feb 2012

Das kann nicht wirklich dein Ernst sein, oder ?

grorg 15. Feb 2012

Ähm, das geht ... kostet aber halt natürlich was.

Kommentieren



Anzeige

  1. Software-Entwickler (m/w) Embedded Systems
    Gebrüder Frei GmbH & Co., Albstadt
  2. Anwendungs- / Softwareberater (m/w) für SAP PLM
    MAHLE International GmbH, Stuttgart
  3. Anwendungsentwickler (m/w)
    SCHOTT AG, Mainz
  4. Java Software Developer (m/w)
    afb Application Services AG, München

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       


  1. Schnell, aber ungenau

    Roboter springt im Explosionsschritt

  2. Urteil

    Foxconn-Arbeiter wegen iPhone-6-Diebstahl verhaftet

  3. Weniger Consumer-Notebooks

    Toshiba baut 900 Arbeitsplätze in der PC-Sparte ab

  4. XSS

    Cross-Site-Scripting über DNS-Records

  5. Venue 8 7000

    6-mm-Tablet wird mit Dell Cast zum Desktop

  6. HTML5-Videostreaming

    Netflix arbeitet an Linux-Unterstützung

  7. iPhone 6 und iPhone 6 Plus im Test

    Aus klein mach groß und größer

  8. Cloudflare

    TLS-Verbindungen ohne Schlüssel sollen Banken schützen

  9. Kein britisches Modell

    Medienrat will Pornofilter ohne Voraktivierung

  10. Telecom Billing

    Bundesnetzagentur schaltet eine SMS-Abzocke ab



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de



DDR-Hackerfilm Zwei schräge Vögel: Mit Erotik und Kybernetik ins perfekte Chaos
DDR-Hackerfilm Zwei schräge Vögel
Mit Erotik und Kybernetik ins perfekte Chaos
  1. Zoobotics Vier- und sechsbeinige Pappkameraden
  2. Miraisens Virtuelle Objekte werden ertastbar
  3. Autodesk Pteromys konstruiert Papiergleiter am Computer

Test Destiny: Schicksal voller Widersprüche
Test Destiny
Schicksal voller Widersprüche
  1. Destiny 500 Millionen US-Dollar Umsatz mit "steriler Welt"
  2. Destiny "Größter Unterschied sind sehr pixelige Schatten"
  3. Bungie Kostenloses Upgrade von Old- zu Current-Gen-Konsolen

Rezension What If: Ein Highlight der Nerdkultur vom XKCD-Autor
Rezension What If
Ein Highlight der Nerdkultur vom XKCD-Autor
  1. Transistoren Rechnen nach dem Schmetterlingsflügel-Prinzip
  2. MIT-Algorithmus Wie rotiert Schrott in Schwerelosigkeit?
  3. Neues Verfahren Yale-Forscher formt Smartphone-Hüllen aus metallischem Glas

    •  / 
    Zum Artikel