Nickel und Kobalt: Allergene auf Blackberrys und Klapphandys gefunden
Ein Blackberry Bold (Bild: Enrique Dans/CC BY 2.0)

Nickel und Kobalt Allergene auf Blackberrys und Klapphandys gefunden

Allergologen haben an der Oberfläche von gebrauchten Mobiltelefonen Metalle gefunden, die bei empfindlichen Menschen an den Wangen, Kinn und Ohren trockene, juckende Bereiche provozieren können. 17 Prozent der Frauen und 3 Prozent der Männer haben eine Nickelkontaktallergie.

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Das "American College of Allergy, Asthma and Immunology (ACAAI)" hat eine Studie vorgestellt, die den Einsatz von zwei typischen Kontaktallergenen in Handys dokumentiert. Dabei stellte sich nach Angaben der Studienautoren heraus, dass Blackberrys und Klapphandys diverser Hersteller Nickel beinhalten, das mit der Haut in Kontakt kommen kann.

Insgesamt wurden im Rahmen der Studie 72 benutzte Telefone getestet, darunter 25 iPhones, 17 Blackberrys, 9 Motorola Droid und 21 Klapphandys. Getestet wurde die Oberfläche von Knöpfen, Tastaturen, Kameras und Lautsprechern. Dabei kam eine kommerziell erhältliche Tüpfelanalyse (Spot-Test) von Smartpractice zum Einsatz.

Keines der iPhones oder Motorola Droids wurde positiv auf Nickel oder Kobalt getestet, während rund 30 Prozent der Blackberrys Nickel enthielten. Kobalt konnte bei ihnen nicht nachgewiesen werden.

Klapphandys in der Stichprobe besonders stark betroffen

Bei 90,5 Prozent der Klapphandys konnte Nickel und bei 52,4 Prozent Kobalt festgestellt werden, so die Allergologin Tania Mucci, Studienleiterin der Untersuchung. Zu den untersuchten Klapptelefonen gehörten Modelle von Samsung, LG, Sony Ericsson und Motorola. "Beide Metalle können eine allergische Reaktion einschließlich trockene, juckende Flecken an den Wangenknochen, Kinn und Ohren hervorrufen", sagte die Ärztin. Nickel ist nach Angaben der Studienautoren eines der häufigsten Kontaktallergene, auf das 17 Prozent der Frauen und 3 Prozent der Männer reagieren. Vermutlich treten die Metalle teilweise erst nach dem Gebrauch durch Abrieb der Lackierungen an die Oberfläche.

TelefonNickelfunde in Prozent bei den untersuchten ModellenKobaltfunde in Prozent bei den untersuchten Modellen
iPhone 4s00
iPhone 400
iPhone 300
Blackberry Bold500
Blackberry Tour250
Blackberry Torch00
Blackberry Curve00
Motorola Droid00
Samsung SCHA670100100
LG CV500100100
LG VX440010028,6
LG VX61001000
Sony Ericsson Z520a1000
Motorola V950 rugged00
Motorola v2651000
Motorola E815100100
Nickel- und Kobalt-Funde bei Handys (Quelle: Nickel and cobalt content in cell phones in the United States. (T. Mucci, A. Shaikh, M. Davis-Lorton, M.R.Aquino, L.S. Fonacier, Mineola,NY)

"Patienten mit Nickel- und Kobaltallergien sollten erwägen, iPhones oder Motorola Droids zu verwenden, um das Risiko einer allergischen Reaktion zu reduzieren", sagte Allergologe Luz Fonacier, Koautor der Studie. "Blackberry-Nutzer mit bekannten Allergien sollten es vermeiden, längere Gespräche zu führen oder viele SMS zu schreiben, wenn sie bemerken, dass die Symptome einsetzen."

Symptome von Nickel- und Kobaltallergien sind Rötungen, Schwellungen, Juckreiz, Ekzeme, Blasenbildung und Hautläsionen. Der ACAAI rät Betroffenen, die ihre Handys weiter benutzen wollen, zu Kunststoffhüllen und Schutzfolien sowie dem Einsatz von Headsets.

Gebrauchte Geräte mit Nickelspuren

Die kanadische Website The Star berichtet, dass RIM angibt, seine Telefone nach EU-Normen herzustellen, und keine Nickelspuren auf neuen Blackberrys fand. Im Inneren befinde sich allerdings wie in jedem Handy Nickel, behauptete RIM gegenüber The Star. Die an der Studie beteiligte Allergologin Marcella Aquino sagte, dass das Problem zwar im Inneren der Telefone beginne, man das Metall aber bei den teils stark benutzten Geräten auf der Oberfläche der Tasten, Knöpfe, Kameras und Lautsprecher gefunden habe.

Die Studie "Nickel and cobalt content in cell phones in the United States. (T. Mucci*, A. Shaikh, M. Davis-Lorton, M.R.Aquino, L.S. Fonacier, Mineola, NY)" wurde auf der Jahresversammlung der ACAAI vorgestellt. Golem.de liegt sie als Zusammenfassung vor. Bislang wurde sie über die medizinische Datenbank Pubmed nicht veröffentlicht.


ad (Golem.de) 15. Nov 2012

Jo

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