Abo
  • Services:
Anzeige
Zwergplanet Pluto: Eiskonventionen glätten Ebene.
Zwergplanet Pluto: Eiskonventionen glätten Ebene. (Bild: Nasa/JHUAPL/SwRI)

New Horizons: Auf dem Pluto gibt es gemischtes Eis

Zwergplanet Pluto: Eiskonventionen glätten Ebene.
Zwergplanet Pluto: Eiskonventionen glätten Ebene. (Bild: Nasa/JHUAPL/SwRI)

Es ist eine fremde und seltsame Welt, dort am Rand des Sonnensystems: In der Fachzeitschrift Science haben mehrere Forschergruppen ihre bisherigen Ergebnisse aus der New-Horizons-Mission zum Pluto veröffentlicht.

Noch sind nicht alle Daten von der Raumsonde New Horizons auf der Erde eingetroffen. Doch Planetologen beschäftigen sich intensiv damit und entdeckten eine faszinierende Welt am Rande unseres Sonnensystems.

Anzeige

In dieser Woche sind in der Fachzeitschrift Science fünf Aufsätze erschienen, die sich mit der Oberflächenbeschaffenheit und Geologie von Pluto und seinem größten Mond Charon beschäftigen, mit Plutos Atmosphäre, seiner Interaktion mit Phänomenen wie dem Sonnenwind und schließlich mit seinen kleineren Monden Styx, Nix, Kerberos und Hydra.

Tholine sollen Pluto rötlich färben

Pluto, der im August 2006 vom Planeten zum Zwergplaneten degradiert wurde, ist eine eisige Welt: Die Temperaturen liegen bei etwa minus 230 Grad Celsius extrem kalt. Entsprechend ist die Oberfläche dick mit Eis bedeckt. Dabei handelt es sich um gefrorenes Wasser, Kohlenmonoxid, Methan, um gefrorenen Stickstoff und Ammoniak. Hinzu kommt ein rötliches Material. Das könnten organische Moleküle, sogenannte Tholine, sein.

  • Pluto und sein größter Mond Charon im Hintergrund (Foto: Nasa/JHUAPL/SwRI)
  • Hohe Berge auf dem Pluto am Rand der Sputnik-Ebene (Foto: Nasa/JHUAPL/SwRI)
  • Der Pluto-Mond Charon. Die rötliche Färbung soll von organischen Stoffen kommen. (Foto: Nasa/JHUAPL/SwRI)
  • Detailansicht von Charon (Foto: Nasa/JHUAPL/SwRI)
  • Nix, einer der vier kleinen Monde des Pluto (Foto: Nasa/JHUAPL/SwRI)
Pluto und sein größter Mond Charon im Hintergrund (Foto: Nasa/JHUAPL/SwRI)

Das Eis hat sich zu abwechslungsreichen Geländeformen aufgetürmt, mit Bergen, Tälern oder großen Ebenen, teilweise mit Einschlagkratern darin. Etwa 30 verschiedene Geländeformationen unterschiedlichen Alters haben Wissenschaftler auf dem Pluto bislang ausgemacht. Einige Regionen sind vier Milliarden Jahre alt, stammen also aus der Frühzeit des Pluto, andere hingegen sind mit zehn Millionen Jahren sehr jung.

Die herzförmige Ebene entstand durch einen Einschlag

Die markanteste Formation auf der Oberfläche ist eine herzförmige Ebene auf der südlichen Hemisphäre, die den Namen Tombaugh bekommen hat, nach dem Pluto-Entdecker Clyde Tombaugh. Dessen linke Hälfte, die deutlich tiefer liegt als die umgebenden Berge, ist mutmaßlich durch einen Einschlag entstanden. Inzwischen ist die Oberfläche dort jedoch glatt.

Ein Teil der Ebene ist in Zellen gegliedert, die durch fast 100 Meter tiefe Rinnen getrennt sind. Die Oberfläche besteht hauptsächlich aus dickem Stickstoffeis. In den Zellen gibt es vermutlich Konvektionen: Wärmeres Eis steigt von unten auf. Dadurch entsteht eine blasenartige, glatte Oberfläche.

Konvektionen sollen die Ebene glätten

Diese Konvektionen würden auch erklären, weshalb es in der Ebene keine Einschlagkrater gibt: Durch diese Aktivität wird die Oberfläche immer wieder neu gestaltet und geglättet.

Ursache für manche Geländeformationen sind die verschiedenen Eigenschaften der unterschiedlichen Eisarten: Stickstoffeis ist schwerer als Wassereis. Deshalb driften hohe Berge aus gefrorenem Wasser in die Ebene aus gefrorenem Stickstoff, wo sie kilometerlange Ketten bilden.

Charons Nordpol ist rot

Anders als auf Pluto besteht die Oberfläche des Mondes Charon hauptsächlich aus Wassereis, mit Anteilen von gefrorenem Ammoniak im Umkreis von Einschlagkratern. Am Nordpol gibt es eine große rötliche Fläche - das könnten Tholine sein. Sie könnten vom Pluto stammen.

Die Oberfläche ist zweigeteilt: Die nördliche Hemisphäre ist bergig und weist viele Einschlagkrater auf. Die südliche ist eher flach und hat weniger Krater. Zwischen beiden Regionen gibt es Bruchlinien und Spalten, die bis zu sieben Kilometer tief sind. Die vier kleineren Monde Styx, Nix, Kerberos und Hydra sind relativ hell, was dafür spricht, dass sie ebenfalls mit Wassereis bedeckt sind.

Pluto ist ein Zwergplanet am Rande unseres Sonnensystems, etwa fünf Milliarden Kilometer von der Erde entfernt. Im Juli 2015 erreichte New Horizons nach mehr als neun Jahren Flugzeit den Pluto und passierte ihn in rund 12.000 Kilometern Entfernung. Dabei sammelten ihre sieben wissenschaftlichen Instrumente viele Daten, die nach und nach zur Erde geschickt werden. Im Herbst soll die Übertragung abgeschlossen sein.


eye home zur Startseite
lyom 18. Mär 2016

So oft wie dort "Pluto" und "Planet" gesagt und gezeigt wird ist aber auch nicht mehr...

kai4065 18. Mär 2016

http://scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/2014/11/04/wie-man-mit-einschlagskratern-das...



Anzeige

Stellenmarkt
  1. Deutsche Telekom AG, Bonn
  2. MBtech Group GmbH & Co. KGaA, Sindelfingen, Stuttgart, Neu-Ulm, Ulm
  3. FRITZ & MACZIOL group, deutschlandweit
  4. operational services GmbH & Co. KG, Frankfurt am Main, München, Nürnberg


Anzeige
Blu-ray-Angebote
  1. 149,99€ (Vorbesteller-Preisgarantie)
  2. (u. a. Lone Survivor, Riddick, Homefront, Wild Card, 96 Hours Taken 2)
  3. 9,99€

Folgen Sie uns
       


  1. Ransomware

    Trojaner Fantom gaukelt kritisches Windows-Update vor

  2. Megaupload

    Gericht verhandelt über Dotcoms Auslieferung an die USA

  3. Observatory

    Mozilla bietet Sicherheitscheck für Websites

  4. Teilzeitarbeit

    Amazon probiert 30-Stunden-Woche aus

  5. Archos

    Neues Smartphone mit Fingerabdrucksensor für 150 Euro

  6. Sicherheit

    Operas Server wurden angegriffen

  7. Maru

    Quellcode von Desktop-Android als Open Source verfügbar

  8. Linux

    Kernel-Sicherheitsinitiative wächst "langsam aber stetig"

  9. VR-Handschuh

    Dexta Robotics' Exoskelett für Motion Capturing

  10. Dragonfly 44

    Eine Galaxie fast ganz aus dunkler Materie



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Next Gen Memory: So soll der Speicher der nahen Zukunft aussehen
Next Gen Memory
So soll der Speicher der nahen Zukunft aussehen
  1. Arbeitsspeicher DDR5 nähert sich langsam der Marktreife
  2. SK Hynix HBM2-Stacks mit 4 GByte ab dem dritten Quartal verfügbar
  3. Arbeitsspeicher Crucial liefert erste NVDIMMs mit DDR4 aus

Wiper Blitz 2.0 im Test: Kein spießiges Rasenmähen mehr am Samstag (Teil 2)
Wiper Blitz 2.0 im Test
Kein spießiges Rasenmähen mehr am Samstag (Teil 2)
  1. Softrobotik Oktopus-Roboter wird mit Gas angetrieben
  2. Warenzustellung Schweizer Post testet autonome Lieferroboter
  3. Lockheed Martin Roboter Spider repariert Luftschiffe

8K- und VR-Bilder in Rio 2016: Wenn Olympia zur virtuellen Realität wird
8K- und VR-Bilder in Rio 2016
Wenn Olympia zur virtuellen Realität wird
  1. 400 MBit/s Telefónica und Huawei starten erstes deutsches 4.5G-Netz
  2. Medienanstalten Analoge TV-Verbreitung bindet hohe Netzkapazitäten
  3. Mehr Programme Vodafone Kabel muss Preise für HD-Einspeisung senken

  1. Re: Daten-GAU

    AntiiHeld | 20:41

  2. Re: IMHO: FTTH ist auch ziemlicher overkill

    RipClaw | 20:32

  3. Re: Die werden ihn wohl ausliefern

    Friedrich.Thal | 20:30

  4. Re: Ist doch billiger

    plutoniumsulfat | 20:29

  5. Zu wenig Antennen? Seit froh. Lieber bei MS...

    Dextr1n | 20:20


  1. 13:49

  2. 12:46

  3. 11:34

  4. 15:59

  5. 15:18

  6. 13:51

  7. 12:59

  8. 15:33


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel