Netzsperren nach Filesharing Comcast kapert nach vier Verwarnungen den Browser

Der US-Provider Comcast hat angekündigt, was seinen Filesharing-Nutzern droht, die Warnungen wegen Urheberrechtsverletzungen ignorieren. Seit dieser Woche ist in den USA das Six-Strikes-Anti-Piraterie-System aktiv, das den teilnehmenden Providern einen gewissen Freiraum lässt.

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Bisher war unklar, wie die einzelnen Internet Service Provider (ISP) mit dem in den USA seit dieser Woche aktiven Anti-Piraterie-Systems Copyright Alert System (CAS) - auch bekannt als Six-Strikes - umgehen werden. Comcast hat nun bekanntgegeben, dass über seinen Comcast-Internetzugang illegales Filesharing betreibende Kunden nach vier missachteten Verwarnungen den Webzugriff gesperrt bekommen.

Dazu kapert der Provider die Browserverbindungen und zeigt statt der aufgerufenen Webseiten nur den nicht zu umgehenden Hinweis, sich bitte zur Klärung mit einem Ansprechpartner für die Kundensicherheitsgewährleistung ("Customer Security Assurance professional") in Verbindung zu setzen. Andere Dienste wie etwa Voice over IP sollen hingegen nicht gestört werden.

"Wir werden niemals eine Accountkündigung zur Schadensminderung im Rahmen des CAS durchführen. Wir haben die Pop-up-Browser-Warnungen so gestaltet, dass sie andere essenzielle, über das Internet bezogene Dienste nicht stören können", betont Comcast auf seiner Website. Alle an der CAS teilnehmenden ISPs könnten sich für eigene Schadensbegrenzungsmaßnahmen entscheiden.

Auch andere Provider werden wiederholt ermahnte Nutzer wohl nicht permanent vom Internet abklemmen. Torrentfreak.com etwa berichtet, dass AT&T laut unbestätigten Informationen den Zugriff auf die am häufigsten aufgerufenen Webseiten sperren wird. Verizon wolle die Bandbreite drosseln und Time Warner Cable das Internetbrowsing temporär unterbinden.

Ziel des nicht unumstrittenen CAS ist es, die Kunden davon abzubringen, über ihren Comcast-Internetzugang Urheberrechtsverletzungen zu begehen. Während das von der Industrie zwecks CAS-Einführung gegründete Center for Copyright Information (CCI) davon spricht, die Kunden zu bilden, sehen Kritiker das System aber als Abschreckungs- und Umerziehungsmaßnahme.

Die Electronic Frontier Foundation (EFF) beispielsweise stuft das CAS vor allem als Propaganda-Instrument der Film- und Musikindustrie ein. Diesen und anderen Bürgerrechtlern zufolge fehlt zudem eine staatliche Kontrolle. Sie sind der Ansicht, das Rechtssystem würde an die Wirtschaft ausgelagert und für zu Unrecht Beschuldigte gebe es nur eine ebenfalls von der Wirtschaft geführte American Arbitration Association (AAA) als Ansprechpartner. Eine sehr ähnliche Kritik gilt auch dem in Frankreich seit 2010 aktiven Verwarnungssystem Loi Hadopi.

Technisch erfahrene Filesharer wird das Six-Strikes-System aber nicht aufhalten, sie könnten die Datentransfers etwa durch die Nutzung von VPNs vor den Providern verstecken. Oder sie könnten auf andere Methoden umsteigen, um urheberrechtlich geschützte Inhalte illegal zu beziehen und zu verbreiten. Die US-Regierung erhofft sich trotzdem, dass das CAS "einen signifikanten Einfluss auf die Internetpiraterie haben" wird.


Himmerlarschund... 01. Mär 2013

Dein Ernst? Kann man, bringt nur nichts, da die Filterung an einem Ort jenseits deiner...

Zwangsangemeldet 01. Mär 2013

Das würde aber unter Fair Use fallen. Und ich glaube nicht, dass sich dieses Prinzip, was...

Charles Marlow 28. Feb 2013

Und ihren "Krieg gegen die Drogen" gewinnen sie auch schon bald seit 30 Jahren.

TC 28. Feb 2013

Wer heute noch auf Torrent/eMule setzt hat sie doch eh nicht mehr alle...

Himmerlarschund... 28. Feb 2013

Dabei hätten die Regierungen die Leute an der Hand, die fähig wären, Cyberkrieg gegen ein...

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