Anzeige
So sieht Mark Schloesser den Zustand der Sicherheit im Internet.
So sieht Mark Schloesser den Zustand der Sicherheit im Internet. (Bild: Mark Schloesser)

Netzsicherheit: Das Internet scannen

In den vergangenen Jahren gab es verschiedene Projekte, die den gesamten IP-Adressraum im Internet scannten. Das Projekt Sonar will nun regelmäßig derartige Scans durchführen.

Anzeige

Mit schnellen Internetverbindungen ist es heutzutage möglich, innerhalb von Tagen oder sogar von Stunden den gesamten IPv4-Adressraum des Internets zu scannen. Dadurch wurden in den vergangenen Jahren eine ganze Reihe von Sicherheitsproblemen in unterschiedlichsten Anwendungen entdeckt.

Mark Schloesser von der Firma Rapid7 berichtete auf der Black Hat 2014 über die Erfahrungen mit Internet-weiten Scans. Rapid7 hat im vergangenen Jahr das Projekt Sonar gestartet. Dabei wird regelmäßig das gesamte Netz mit verschiedenen Methoden gescannt. Die gewonnenen Daten stellt Rapid7 zum Download zur Verfügung.

Scans mit Erfolg

Vorbild für viele derartige Projekte ist das SSL Observatory der Electronic Frontier Foundation (EFF). Das SSL Observatory konzentrierte sich auf die Verschlüsselungseinstellungen und Zertifikate von HTTPS-Webseiten und deckte vor einigen Jahren eine ganze Reihe von Problemen bei Zertifizierungsstellen auf. Ein weiteres Projekt mit ähnlichem Ansatz fand heraus, dass sich bei einer großen Zahl von Embedded-Geräten die privaten RSA-Schlüssel trivial berechnen ließen.

Auch verschiedene andere Sicherheitslücken ließen sich mit Internet-weiten Scans aufspüren. Inzwischen wurde das Tool zmap entwickelt, mit dem sich derartige Scans einfacher durchführen lassen. Schloesser berichtete über frühere Scans, die nach Schwachstellen in UPnP-Protokollen und im IPMI-Protokoll suchten. Auch weit verbreitete Fehlkonfigurationen in NTP-Servern, die für Denial-of-Service-Angriffe missbraucht werden konnten, wurden so aufgespürt. Vielfach fanden die Experten auch erschreckend simple Lücken, beispielsweise Telnet-Shells mit Root-Zugriff und offene Administrationsinterfaces für Maschinensteuerungsanlagen.

Offene Zugänge und veraltete Software

Vom Projekt Sonar wurden zuletzt zahlreiche offene Zugänge zu einem Protokoll namens NAT-PMP entdeckt. NAT-PMP dient dazu, Port-Weiterleitungen in NAT-Netzwerken zu konfigurieren. Das Protokoll sollte eigentlich nur innerhalb von internen Netzwerken zugreifbar sein. Ein Scan nach Installation von Microsoft SQL brachte zu Tage, dass die am häufigsten verwendete Version neun Jahre alt ist - die Version 2005.sp4. Für diese uralte Version sind zahlreiche gravierende Sicherheitslücken bekannt, über die Server mit einfachen Mitteln übernommen werden könnten.

An vielen Stellen fanden sich laut Schloesser Dinge, die zwar keine Sicherheitslücken darstellen, aber einfach seltsam sind. Bei Scans nach DNS-Einträgen wurden viele Konfigurationen entdeckt, die schlicht fehlerhaft formatiert waren und mit gängigen Tools nur Fehlermeldungen produzierten.

"Das Internet ist kaputt"

Schloesser sagte, dass zuletzt weitere Sicherheitsprobleme gefunden worden seien, zu denen die Details noch nicht veröffentlicht seien. Darunter seien ein weiteres Problem mit dem NTP-Protokoll und Remote-Code-Execution-Lücken in digitalen Videorekordern.

Das Projekt Sonar scannt regelmäßig nach TLS-Zertifikaten, DNS-Einträgen, HTTP-Webseiten und zahlreichen UDP-Protokollantworten. Schloesser hofft, dass andere Sicherheitsforscher die Daten nutzen, um weitere Sicherheitsprobleme zu finden. Die Daten stehen ebenso wie die Scans von verschiedenen anderen Projekten auf der Webseite scans.io zum Download bereit.

"Das Internet ist kaputt", fasste Schloesser den Zustand zusammen, der durch Scanprojekte sichtbar wird. Und es sei im Moment keine Verbesserung des Gesamtzustandes erkennbar. Sicherheitsforscher sollten verstärkt kooperieren und Daten teilen, um die Situation zu verbessern.


eye home zur Startseite
xiller 12. Aug 2014

gibt wenige Kommentare zu dem Thema, würde mich ehrlichgesagt auch interessieren, hat da...

Kommentieren



Anzeige

  1. Trainee Requirements Engineer (m/w) Cloud Produkte
    Haufe Gruppe, Freiburg im Breisgau
  2. Trainee (m/w) IT-Anwendungen
    Süwag Energie AG, Frankfurt am Main
  3. Einkäufer IT (m/w) Workplace Services
    über HRM CONSULTING GmbH, Nürnberg
  4. Technical Manager (m/w)
    Cambaum GmbH, Baden-Baden

Detailsuche



Anzeige
Spiele-Angebote
  1. VORBESTELLBAR: Battlefield 1 [PC & Konsole]
    54,98€/64,99€ (Vorbesteller-Preisgarantie)
  2. VORBESTELLBAR: Gran Turismo Sport - Steel Book Edition [PlayStation 4]
    79,99€ (Vorbesteller-Preisgarantie)
  3. Lenkrad kaufen und Euro Truck Simulator 2: Titanium-Edition gratis erhalten

Weitere Angebote


Folgen Sie uns
       


  1. Section Control

    Bremsen vor Blitzern soll nicht mehr vor Bußgeld schützen

  2. Beam

    ISS-Modul erfolgreich aufgeblasen

  3. Arbeitsbedingungen

    Apple-Store-Mitarbeiterin gewährt Blick hinter die Kulissen

  4. Modulares Smartphone

    Project-Ara-Ideengeber hat von Google mehr erwartet

  5. Telekom-Konzernchef

    "Vectoring schafft Wettbewerb"

  6. Model S

    Teslas Autopilot verursacht Auffahrunfall

  7. Security

    Microsoft will Passwort 'Passwort' verbieten

  8. Boston Dynamics

    Google will Roboterfirma an Toyota verkaufen

  9. Oracle-Anwältin nach Niederlage

    "Google hat die GPL getötet"

  10. Selbstvermessung

    Jawbone steigt offenbar aus Fitnesstracker-Geschäft aus



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Oracle vs. Google: Wie man Geschworene am besten verwirrt
Oracle vs. Google
Wie man Geschworene am besten verwirrt
  1. Java-Rechtsstreit Oracle verliert gegen Google
  2. Oracle vs. Google Wie viel Fair Use steckt in 11.000 Codezeilen?

GPD XD im Test: Zwischen Nintendo 3DS und PS Vita ist noch Platz
GPD XD im Test
Zwischen Nintendo 3DS und PS Vita ist noch Platz
  1. Xbox Scorpio Schneller als Playstation Neo und mit Rift-Unterstützung
  2. Playstation 4 Rennstart für Gran Turismo Sport im November 2016
  3. AMD Drei Konsolen-Chips für 2017 angekündigt

Intels Compute Stick im Test: Der mit dem Lüfter streamt (2)
Intels Compute Stick im Test
Der mit dem Lüfter streamt (2)
  1. Stratix 10 MX Alteras Chips nutzen HBM2 und Intels Interposer-Technik
  2. Apple Store Apple darf keine Geschäfte in Indien eröffnen
  3. HBM2 eSilicon zeigt 14LPP-Design mit High Bandwidth Memory

  1. Re: wer kauft denn heute noch im laden?

    Unix_Linux | 20:57

  2. Re: Google hat die GPL getötet

    Atalanttore | 20:54

  3. Das neue Space Shuttle der NASA

    user0345 | 20:53

  4. Re: Hätte den Totalschaden meines Wagens verhindert

    Colorado | 20:53

  5. Oracle hat freie Software getötet.

    Atalanttore | 20:52


  1. 12:45

  2. 12:12

  3. 11:19

  4. 09:44

  5. 14:15

  6. 13:47

  7. 13:00

  8. 12:30


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel