Abo
  • Services:
Anzeige
Im Netz der Zukunft rücken die Server in Antennenreichweite.
Im Netz der Zukunft rücken die Server in Antennenreichweite. (Bild: Osman Orsal/Reuters)

Netzneutralität: Im Netz der Ahnungslosen

Die Netzprovider fordern mit aller Macht die Einführung von Spezialdiensten neben dem regulären Netzzugang. Die Daten brauchen aber keine Überholspuren, sondern müssen näher an die Nutzer heranrücken.

Anzeige

Die Sache mit dem Internet könnte so einfach sein. Die Endkunden verfügen über einen Anschluss mit komfortabler Bandbreite, der ihnen auch die Nutzung datenintensiver Dienste wie Videostreaming erlaubt. Provider und Anbieter von Inhalten sorgen dafür, dass die Netzinfrastruktur ausreichend ausgestattet ist, um die Daten schnell und ruckelfrei zu transportieren. So weit der schöne Traum. Weil das "normale" Internet häufig nicht so reibungslos funktioniert, wie es könnte, wollen die Provider mit Spezialdiensten und einer Priorisierung bestimmter Inhalte nachhelfen. Was in Einzelfällen sinnvoll sein kann, hebt sich im großen Stil jedoch selbst auf, bedroht die Netzneutralität und lenkt das Geld in die falsche Richtung.

Die Debatte über die Netzneutralität wird in Europa und den USA inzwischen wie ein Glaubenskrieg geführt. Während ihre Verfechter jedwede Möglichkeit von Spezialdiensten verteufeln, warnen die Befürworter von Überholspuren vehement vor der Verhinderung von Innovationen. Mit denselben Argumenten wird je nach Interessenlage für und gegen Spezialdienste gekämpft, viele Halb- und Unwahrheiten machen dabei die Debatte nicht einfacher. Unklarheit herrscht auch darüber, was die technische Umsetzung und Erfordernisse der Spezialdienste betrifft.

Die wichtigsten Fragen lauten derzeit: Wie lassen sich Spezialdienste sinnvoll einsetzen? Wie lässt sich eine Beeinträchtigung des "normalen" Internets durch bestimmte Diensteklassen und Priorisierungen vermeiden? Wie nötig sind Spezialdienste für Massenangebote wie Videostreaming überhaupt?

Internet wird zum Videonet

Dass die Debatte so heftig aufflammt, liegt an den neuen Diensten und Angeboten des Netzes. Das Internet durchläuft einen Prozess, wie er für andere Netze längst bekannt ist: Wer Straßen baut, wird Verkehr ernten. Wer den Nutzern Datenflatrates mit hoher Bandbreite verkauft, wird auch mehr Traffic und Dienste bekommen, die eine hohe Bandbreite benötigen. Videostreaming war mit 56k-Modems undenkbar, ist aber mit einer Verbindung von einigen MBit/s kein Problem. Cisco erwartet in seiner aktuellen Netzprognose eine Verdreifachung des Internet-Traffics bis 2018, wobei Videos einen Anteil von 79 Prozent ausmachen sollen, einschließlich Peer-to-Peer-Diensten sogar 80 bis 90 Prozent. Anders gesagt: Aus dem Internet wird in fünf bis zehn Jahren ein Videonet. Die zunehmende Verbreitung solcher Dienste führt aber bei Providern schon jetzt zu Kapazitätsengpässen, die in den USA zu dem vieldiskutierten und -kritisierten Deal zwischen dem Videostreamportal Netflix und dem Kabelnetzbetreiber Comcast geführt haben.

Die Position der Provider wird dadurch gestärkt, dass Videostreaming auf einen kontinuierlichen Datendurchsatz angewiesen ist. Wer von Fernseher und DVD eine ruckelfreie Wiedergabe gewohnt ist, erwartet dies auch bei Internt-TV oder Video-on-Demand. Um Aussetzer zu vermeiden, könnten die Provider beispielsweise bestimmte Datenpakte priorisieren. Auch netzübergreifend. Im Falle von Kapazitätsproblemen würden sie von den Routern bevorzugt weitergeleitet, um den Datendurchsatz zu garantieren.

Internet erhält neue Architektur 

eye home zur Startseite
Neuro-Chef 29. Jun 2014

Für H.265/HEVC an sich gibt es bereits kostenlose Player-Software, zumindest für...

Neuro-Chef 29. Jun 2014

Das hängt aber auch immer davon ab, wie die jeweilige Anwendung misst/rechnet. 10er- und...

AgatePalim 19. Jun 2014

Das kommt darauf an wie man das Umsetzt. Die harmloseste Möglichkeit ist natürlich ein...

raphaelo00 19. Jun 2014

Immer wieder interessant wenn das Thema Netzneutralität wieder aufkocht. youtube.com...

Zwangsangemeldet 19. Jun 2014

Anstatt "Spezialdienste" würde ich auch eher "Diensteklassen" vorschlagen. Zum Beispiel...



Anzeige

Stellenmarkt
  1. Rhenus Assets & Services GmbH & Co. KG, Holzwickede
  2. Bosch Sensortec GmbH, Reutlingen
  3. MBtech Group GmbH & Co. KGaA, Neu-Ulm, Lindau
  4. über SCHLAGHECK RADTKE OLDIGES executive consultants GmbH, München


Anzeige
Blu-ray-Angebote
  1. (u. a. Jurassic World, Fast & Furious 7, Die Unfassbaren, Interstellar, Terminator 5)
  2. (u. a. Lone Survivor, Riddick, Homefront, Wild Card, 96 Hours Taken 2)
  3. 21,99€ (Vorbesteller-Preisgarantie)

Folgen Sie uns
       


  1. SWEET32

    Kurze Verschlüsselungsblöcke sorgen für Kollisionen

  2. Mobilfunk

    Telekom bietet Apple Music wohl als Streamingoption an

  3. Android 7.0

    Erste Nougat-Portierungen für Nexus 5 und Nexus 7 verfügbar

  4. DSLR

    Canon EOS 5D Mark IV mit 30,4 Megapixeln und 4K-Video

  5. Touchscreen-Ausfälle

    iPhone 6 und 6 Plus womöglich mit Konstruktionsfehler

  6. Honor 8

    Dual-Kamera-Smartphone kostet ab 400 Euro in Deutschland

  7. Eigengebote

    BGH verurteilt Preistreiber zu hohem Schadenersatz

  8. IDE

    Kdevelop 5.0 nutzt Clang für Sprachunterstützung

  9. Hybridluftschiff

    Airlander 10 landet auf der Nase

  10. Verschlüsselung

    Regierung will nun doch keine Backdoors



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
No Man's Sky im Test: Interstellare Emotionen durch schwarze Löcher
No Man's Sky im Test
Interstellare Emotionen durch schwarze Löcher
  1. No Man's Sky für PC Läuft nicht, stottert, nervt
  2. No Man's Sky Onlinedienste wegen Überlastung offline
  3. Hello Games No Man's Sky bekommt Raumstationsbau

Analog in Rio: Die Technik hinter den Olympia-Kulissen
Analog in Rio
Die Technik hinter den Olympia-Kulissen
  1. Technik bei Rio 2016 Per Stromschlag zu Gold
  2. Rio 2016 Twitter soll Nutzerkonto wegen IOC-Beschwerde gelöscht haben
  3. Rio 2016 Keine Gifs und Vines von den Olympischen Spielen

­Cybersyn: Chiles Traum von der computergesteuerten Planwirtschaft
­Cybersyn
Chiles Traum von der computergesteuerten Planwirtschaft
  1. Princeton Piton Open-Source-Chip soll System mit 200.000 Kernen ermöglichen
  2. Programmiersprache Go 1.7 läuft schneller und auf IBM-Mainframes
  3. Adecco IBM will Helpdesk-Geschäft in Erfurt und Leipzig loswerden

  1. Re: Warum überhaupt antworten?

    Schnarchnase | 09:43

  2. Re: Sehr erfreulich!

    Steffo | 09:40

  3. Re: Wen soll das ansprechen

    Garius | 09:40

  4. Re: Regierung?

    Schnarchnase | 09:40

  5. Re: Irgendwas machen die Leute falsch

    Screeny | 09:40


  1. 09:31

  2. 09:15

  3. 08:51

  4. 07:55

  5. 07:27

  6. 19:21

  7. 17:12

  8. 16:44


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel