Nettraveler: Jahrelange Cyberspionage-Kampagne in Deutschland aufgedeckt
Auch in Deutschland gab es Nettraveler-Opfer. (Bild: Kaspersky Lab)

Nettraveler Jahrelange Cyberspionage-Kampagne in Deutschland aufgedeckt

Kaspersky Lab hat nach der Operation Roter Oktober eine ähnliche Cyberspionage-Kampagne namens Nettraveler entdeckt. Insgesamt wurden in neun Jahren 350 regierungsnahe Organisationen und Forschungsinstitute aus 40 Ländern kompromittiert.

Anzeige

Rund neun Jahre hat die Nettraveler-Gruppe unbemerkt regierungsnahe Organisationen und Forschungsinstitute infiziert und ausspioniert. Die seit 2004 aktive Kampagne war vor allem in den Jahren zwischen 2010 und 2013 besonders aktiv und hatte weltweit 350 Opfer.

  • Karte der Nettraveler-Opfer (Bild: Kasperksy Lab)
  • Chart zu den Nettraveler-Opfern (Bild: Kasperksy Lab)
Chart zu den Nettraveler-Opfern (Bild: Kasperksy Lab)

In 40 Ländern wurden Regierungsinstitutionen, Botschaften, die Öl- und Gasindustrie, Forschungseinrichtungen und die Rüstungsindustrie ausspioniert. Die Nettraveler-Gruppe hat es in jüngster Zeit vor allem auf Informationen aus den Bereichen der Weltraumforschung, Nanotechnologie, Energieproduktion, Nuklearenergie, Lasertechnologie, Medizin und Kommunikation abgesehen.

Nettraveler-Opfer waren auch im Fokus von Roter Oktober

Sechs betroffene Einrichtungen waren auch Opfer der Operation Roter Oktober. Im Januar 2013 wurde die Aktivität der Gruppe bekannt, nachdem sie rund fünf Jahre im Verborgenen gearbeitet und diplomatische Vertretungen, Regierungsstellen, militärische Einrichtungen und wissenschaftliche Forschungsanstalten in mehreren Ländern ausspioniert hatte. Zwischen den beiden Gruppen wurde keine direkte Verbindung gefunden, aber die betreffenden Informationen waren wohl für beide Gruppen von großem Interesse.

Im Fall von Nettraveler gelangte die Schadsoftware über eine laut Kaspersky Lab "ausgeklügelte" Spear-Phishing-Attacke in die Einrichtungen. Dabei werden gezielt die entsprechenden Mitarbeiter angegriffen. So erhielten die Einrichtungen E-Mails mit infizierten Office-Dokumenten, die zwei komplexe Schwachstellen in Microsofts Office-Paket ausnutzten. Für beide Sicherheitslücken sind Patches erschienen, aber die beiden Sicherheitslöcher werden laut Kaspersky Lab weiterhin für Angriffe ausgenutzt.

Mehr als 22 GByte an Daten wurden kopiert

Kasperksy Lab hat etliche Command-and-Control-Server ausfindig gemacht, die von der Nettraveler-Gruppe verwendet wurden, um zusätzliche Schadsoftware auf die bereits infizierten Systeme zu schleusen. Die Server wurden auch für den Empfang vertraulicher Daten verwendet. Insgesamt sollen darüber mehr als 22 GByte an Daten in falsche Hände gelangt sein.

Insgesamt verteilen sich die Nettraveler auf 40 Länder, zu den Top-Ten-Ländern gehören die Mongolei, Russland, Indien, Kasachstan, Kirgisistan, China, Tadschikistan, Südkorea, Spanien und Deutschland. Zudem gibt es Betroffene unter anderem in den USA, in Kanada, Großbritannien, Österreich, Griechenland, Belgien, Türkei, Ukraine, Weißrussland, Australien, Iran, Hongkong und Japan.


Lemo 06. Jun 2013

Naja, die Russen haben schließlich auch Tetris erfunden. Die können das. Großes Land...

BiGfReAk 06. Jun 2013

Qualität > Quantität

DrWatson 05. Jun 2013

+1

razer 05. Jun 2013

kopieren != missbrauchen.. wenn schon auf i-tüpfelchen reiten, dann ordentlich.. :)

Bouncy 05. Jun 2013

Für die jeweilige Konkurrenz natürlich

Kommentieren



Anzeige

  1. Projektingenieur (m/w) Prozessleitsysteme, Schwerpunkt SCADA
    Hydro Aluminium Rolled Products GmbH, Neuss
  2. Senior Quality Engineer Issuing (m/w) (Bereich Card Issuing)
    Wirecard Technologies GmbH, Aschheim bei München
  3. IT Risk Officer/IT Risiko Spezialist (m/w) für Operatives Risiko Management
    Vattenfall Europe Business Services GmbH, Hamburg, Berlin, Amsterdam (Niederlande)
  4. Software Engineer (m/w) - Software System Development
    Siemens AG, Erlangen

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       


  1. Shooter-Projekt Areal

    Putin-Brief und abrutes Ende der Kickstarter-Kampagne

  2. Bluetooth Low Energy und Websockets

    Raspberry Pi als Schaltzentrale fürs Haus

  3. Flir One

    Wärmebildkamera fürs iPhone lieferbar

  4. K.-o.-Tropfen

    Digitaler Schutz vor Roofies

  5. Paketverfolgung live

    Paketdienst DPD will auf 30 Minuten genau liefern

  6. Internetzugang

    Chinesen nutzen mehr Smartphones als PCs

  7. Quartalsbericht

    Apple mit Gewinnzuwachs, iPad-Verkauf erneut rückläufig

  8. Quartalsbericht

    Microsoft macht 700 Millionen US-Dollar Verlust mit Nokia

  9. Mayday

    Kindle-Besitzer können auf Knopfdruck Hilfe rufen

  10. Lufthansa Taxibot

    Piloten schleppen ihre Flugzeuge bald selbst zur Startbahn



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Android L im Test: Google verflacht Android
Android L im Test
Google verflacht Android
  1. Android L Keine Updates für Entwicklervorschau geplant
  2. Inoffizieller Port Android L ist für das Nexus 4 verfügbar
  3. Android L Cyanogenmod entwickelt nicht anhand der Entwicklervorschau

Luftfahrt: Die Rückkehr der Überschallflieger
Luftfahrt
Die Rückkehr der Überschallflieger
  1. Verkehr FBI sorgt sich um autonome Autos als "tödliche Waffen"
  2. Steampunk High Tech trifft auf Dampfmaschine
  3. Aerovelo Eta Kanadier wollen mit 134-km/h-Fahrrad Weltrekord aufstellen

Destiny angespielt: Schöne Grüße vom Master Chief
Destiny angespielt
Schöne Grüße vom Master Chief
  1. Bungie Drei Betakeys für Destiny
  2. Activison Destiny ungeschnitten "ab 16" und mit US-Tonspur
  3. Bungie Destiny läuft auch auf der Xbox One in 1080p mit 30 fps

    •  / 
    Zum Artikel