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Neje-Lasergravierer
Neje-Lasergravierer (Bild: Alexander Merz/Golem.de)

Software so offen wie das Gerät?

Wir sind aber weiter neugierig. Wenn der Hersteller schon auf ein bekanntes Bastlerdesign setzt, hoffen wir, dass auch die Firmware der Open-Source-Szene entstammt - dann könnten wir zum Beispiel das Gerät mit alternativen Steuerprogrammen nutzen. Wir stoppen das Brennprogramm und versuchen, per Terminalprogramm direkt auf die USB-Schnittstelle zuzugreifen. Obwohl wir mit den Einstellungen herumexperimentieren, gelingt es uns nicht, sinnvoll mit dem Gravierer zu sprechen.

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Einem Bastler ist es aber gelungen, das Protokoll zu entschlüsseln und eine Brennersoftware für Mac OS X zu schreiben, das Programm kann mittlerweile auch von der Hersteller-Webseite selbst heruntergeladen werden. Leider basiert das Protokoll nicht, wie wir hofften, auf G-Code, sondern verwendet eine simple Eigenimplementierung. Die Nutzung verbreiteter Werkzeuge zur Generierung von Steuercodes für Lasercutter zum Beispiel auf der Basis von Inkscape-Plugins bleibt damit außen vor.

Wir überlegen, ob wir eine eigene Firmware installieren können. Dafür schrauben wir die Rückwand ab, um Zugriff auf die Steuerungsplatine zu bekommen. Hier sind wir wieder erstaunt: die Verarbeitungsqualität ist außergewöhnlich gut. Wir finden darauf nur wenige Bauelemente: den Mikrocontroller, den USB-zu-seriell-Wandler und mehrere ICs zur Ansteuerung der Schrittmotoren.

  • Neje DK-8-KZ (Bild: Alexander Merz/Golem.de)
  • Die Mechanik entstammt DVD-Laufwerken. (Bild: Alexander Merz/Golem.de)
  • Das Gehäuse ist nach allen Seiten offen. (Bild: Alexander Merz/Golem.de)
  • Unorthodoxe Befestigung des Laserelements (Bild: Alexander Merz/Golem.de)
  • Die einzige Elektronikplatine ist sehr einfach und sauber gearbeitet. (Bild: Alexander Merz/Golem.de)
  • Die sogenannte Fokussierbrille flößt wenig Vertrauen ein. (Bild: Alexander Merz/Golem.de)
  • Die Software ist intuitiv zu bedienen, bietet aber kaum Einflussmöglichkeiten. (Bild: Alexander Merz)
  • Der Lasergravierer in Aktion (Bild: Alexander Merz/Golem.de)
  • Die Brenndauer ist der einzige beeinflussbare Parameter. (Bild: Alexander Merz/Golem.de)
  • Diverse Materialien können verarbeitet werden. (Bild: Alexander Merz/Golem.de)
  • Neje DK-8-KZ (Bild: Alexander Merz/Golem.de)
Die einzige Elektronikplatine ist sehr einfach und sauber gearbeitet. (Bild: Alexander Merz/Golem.de)


Wir können die Bezeichnung des Mikrocontrollers entziffern: IAP 15F2K61S. Doch ein Datenblatt finden wir für den Chip nicht. Wir suchen etwas mehr in der Breite und stoßen schließlich auf ein Datenblatt für einen STC15F204EA. Dessen Package-Form unterscheidet sich zwar von unserem Mikrocontroller, allerdings handelt es sich um einen 8-Bit-Mikrocontroller mit 265 Byte RAM und bis zu 6 KByte Flash-Speicher basierend auf Intels 8051-Design. Das entspricht mit Ausnahme der Flash-Größe dem, was wir erwarten würden. Da wir aber auf der Platine außer einer seriellen Schnittstelle keine weitere Programmierschnittstelle eindeutig identifizieren können, hilft uns das für die Umprogrammierung ohne weitere Experimente nicht weiter.

Preis und Verfügbarkeit

Unser Gerät von Gearbest kostet in der 1-Watt-Variante inklusive Versand rund 67 Euro. Auf Ebay und bei anderen chinesischen Versendern variieren die Preise zwischen 65 und 75 Euro. Bei Preisen unter 65 Euro handelt es sich um die 500-mW-Variante des Modells.

Fazit

Wir sind durchaus beeindruckt. Für den Preis ist die grundsätzliche Fertigungsqualität des Neje-Lasergravierers gut. Die Software ist zwar simpel und intuitiv zu benutzen. Die "Auflösung" von 100 Pixeln pro Zentimeter ermöglicht auch feine Strukturen. Wer schon immer mit dem Gedanken gespielt hat, einen Lasergravierer selbst zu bauen, aber dazu keine Zeit hatte, kann stattdessen auch zu diesem Gerät greifen.

Das darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die gesamte offene Konstruktion an sich unsicher ist. Bei der beiliegenden Brille weist selbst der Hersteller darauf hin, dass es sich nicht um eine Sicherheitsbrille für die Arbeit mit Lasern handele. Auch wenn die Bedienung äußerst einfach ist und das schicke Acrylgehäuse optisch auch ins Wohnzimmer passt - keinesfalls sollte das Gerät irgendjemanden in die Hand gedrückt werden, der sich der Gefahren nicht bewusst ist. Ein Spaßgerät fürs Basteln mit den Kindern am Wochenende sind die Neje-Geräte auf keinen Fall.

 Die Anleitung ist besser als erwartet

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Equinox1st 12. Nov 2016

Ja, ich denke auch lieber Finger davon lassen. Ich schreib mir jetzt ne eigene Software...

Themenstart

Niaxa 18. Okt 2016

Lasergeräte müssen einer Klasse (1-4) nach DIN EN 60825-1 zugeord- net und entsprechend...

Themenstart

Niaxa 18. Okt 2016

Und was hast du sonst noch für Ängste? Also sorry....

Themenstart

Marvin99 18. Okt 2016

Vielen Dank! :)

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nmex 17. Okt 2016

Man könnte aber einfach mit dem Laser belichten und danach entwickeln bzw ätzen

Themenstart

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