Nawaro: Ein Fahrrad aus heimischem Anbau
Holzrad: Schutzblech aus Flachfasern (Bild: Werner Pluta/Golem.de)

Nawaro Ein Fahrrad aus heimischem Anbau

Ein Berliner Studentenprojekt baut Fährräder aus nachwachsenden Rohstoffen wie Holz oder Bambus. Im Sommer wollen die Berliner damit auf große Fahrt gehen.

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Fahrradfahren ist ökologisch: Wer radelt, produziert keine Schadstoffe und schont das Klima. Oder? Zumindest für die Produktion des Velozipeds müssen Energie und Rohstoffe aufgewendet werden.

  • Holzrad auf der Hannover Messe 2013 (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
  • Das eine hat einen Rahmen aus Bambus,... (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
  • .. das andere einen aus Holz. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
  • Auch Lenker, Gepäckträger und Schutzblech bestehen aus nachwachsenden Rohstoffen. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
Holzrad auf der Hannover Messe 2013 (Foto: Werner Pluta/Golem.de)

"Warum nicht ein Fahrrad entwickeln, das ohne Rohstoffe auskommt?", haben sich Studenten der Technischen Universität (TU) in Berlin gedacht. Sie bauen im Rahmen der Projektwerkstatt Nawaro-Fahrrad ein Zweirad aus regionalen nachwachsenden Rohstoffen. Ziel sei, das Fahrrad zu 90 Prozent aus biologischen Rohstoffen herzustellen, erklärt Thomas Finger von der TU Berlin im Gespräch mit Golem.de.

Rahmen aus Holz und Bambus

Zwei Prototypen hat Finger mit auf die Hannover Messe gebracht (Halle 2, Stand C31): Der Rahmen des einen besteht aus Bambus, der des anderen aus Holz. Es hat auch einen Lenker aus Holz. Hinzu kommen Felgen aus Holz, Speichen aus Bambus oder Handgriffe aus Kork - wobei einige der Komponenten nicht selbst gebaut sind, wie Finger zugibt.

Am Stand zeigen die Berliner zudem einen Gepäckträger aus Holz mit Stützstreben aus Bambus sowie ein Schutzblech aus gepressten Flachsfasern. Mit dem ist Finger jedoch unzufrieden: Es sei mit Epoxidharz laminiert, einem nicht gerade umweltfreundlichen Stoff. Da müssten sie noch einen Ersatzstoff finden.

Kautschuk aus Löwenzahn

Selbst beim Antrieb können erneuerbare Materialien eingesetzt werden: Das eine Fahrrad hat statt einer Kette einen Zahnriemen aus einer Mischung aus synthetischem Kautschuk und Kunstfasern. Der Kautschuk lasse sich auch aus regionalen Stoffen gewinnen, erzählt Finger, nämlich aus Löwenzahn. Daraus könnten auch die Reifen hergestellt werden.

Die Sättel der Fahrräder sind Ledersättel aus alten DDR-Beständen. Die Berliner suchen noch nach einer Lösung, wie sie die selbst herstellen können. Leder komme nicht infrage, sagt Finger: Die Rohstoffe sollen pflanzlichen Ursprungs sein. Die Sättel könnten aus Rinde oder Weidengeflecht gebaut werden.

Schweres Holzrad

Nachteil ist allerdings das Gewicht: Ein Holzrad wiegt 12 bis 13 Kilogramm. Der Rahmen mache allein 5 Kilogramm aus, sagt Finger. Er glaubt, dass sich noch gut 1 bis 2 Kilogramm einsparen lassen. Ein leichterer Rahmen in Schichtbauweise sei gerade in Arbeit.

Für den Sommer planen die Berliner eine Fahrt, um ihre Idee bekanntzumachen: Sie wollen mit ihren Ökorädern von Freiburg über Berlin nach Kopenhagen fahren. Dafür reichten die vorhandenen Fahrräder allerdings nicht aus, sagt Finger. Für so eine Tour sollten es schon zehn sein. Die Berliner suchen derzeit nach Sponsoren, die den Bau finanzieren. Ein Velo aus nachwachsenden Rohstoffen kostet rund 800 Euro.


dEEkAy 15. Apr 2013

Raubtiere töten ihre jeweiligen Beutetiere weil sie überleben möchten, nicht weil sie...

morningstar 14. Apr 2013

Dann aber bitte auch komplett aus dem Artikel zitieren: währen bei einer veganen...

flow77 13. Apr 2013

Ich habe ein S-Bahn was circa 50 Jahre alt ist und noch immer seinen Dienst verrichtet...

ölpest 13. Apr 2013

ernsthaft? Eine Neuentwicklung sollte eine gewisse Sicherheit mitbringen. Die besten...

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