nachtausgabe.de: Markenstreit um Hackathons
Hackathons gibt es schon seit 1999. (Bild: Tobias Schwarz/Reuters)

nachtausgabe.de: Markenstreit um Hackathons

Ein Unternehmen hat sich die Marke "Hackathon" schützen lassen und Rechnungen an Nutzer des Begriffs versendet. Jetzt soll aber alles nur ein großes Missverständnis gewesen sein. Der Begriff "Hackathon" wird für zahlreiche Veranstaltungen genutzt, die erste fand vermutlich bereits 1999 statt.

Anzeige

Aufregung um eine Markenanmeldung: Eine Berliner Firma mit dem Namen "nachtausgabe.de" hat Rechnungen an Veranstaltungen mit dem Titel Hackathon verschickt. Die Wortmarke wurde im vergangenen Jahr beim Deutschen Patent- und Markenamt angemeldet. Hackathons gibt es schon seit 1999. Laut einer jetzt veröffentlichten Erklärung soll alles nur ein großes Missverständnis gewesen sein. Die Firma will von ihren Forderungen absehen und die Marke wieder löschen.

Hackathons sind informelle Treffen, die von den unterschiedlichsten Akteuren veranstaltet werden. Sie verbindet im Wesentlichen eins: Es geht darum, gemeinsam etwas zu programmieren. Der mutmaßlich erste Hackathon wurde von Entwicklern des freien Betriebssystems OpenBSD im Jahr 1999 in Kanada veranstaltet. Zuletzt haben etwa Google oder die US-Regierung in Washington Hackathons veranstaltet.

Die Firma nachtausgabe.de hat offenbar wenig mit IT-Veranstaltungen zu tun. Der Webseite zufolge handelt es sich eher um einen Veranstalter von Club-Events und Partys. Laut einer nun auf der Webseite Young Targets erschienenen Mitteilung hatte man mit der Markenanmeldung ausschließlich Gutes im Sinn. Young Targets ist offenbar eine Tochtergesellschaft von nachtausgabe.de. Der Plan sei die Gründung einer gemeinnützigen Organisation gewesen, die Gelder für die Nutzung der Wortmarke einsammelt und an Community-Events weiterverteilt.

Die Firma tape.io erhielt nach der Markenanmeldung eine Rechnung über 2.500 Euro für die Nutzung des Begriffs. Tape.io veröffentlichte das Anschreiben im Netz und sorgte damit für einige Aufregung. Auf Facebook gründete sich eine Gruppe, die die Löschung der Marke erwirken will. Der Rails-Entwickler Jan Kus kündigte an, seinen Anwalt mit der Löschung der Marke zu beauftragen.

Das wird nun wohl nicht mehr nötig sein. Laut der Mitteilung auf der Young- Targets-Webseite will man nun die Marke Hackathon wieder löschen. "Die 10 von uns angeschriebenen Unternehmen wurden bereits informiert, dass wir von den Plänen Abstand nehmen, Lizenzgebühren zu verlangen", heißt es weiterhin.

Der Hackathon ist kein Einzelfall, immer wieder versuchen Firmen, sich bekannte Begriffe als Marke schützen zu lassen. Teilweise handelt es sich um schlichte Versehen, teilweise wird versucht, damit schnelles Geld zu machen. Ein britisches Unternehmen wollte etwa kürzlich die Marke Python anmelden. Ähnliche Fälle gab es bereits vor über zehn Jahren, etwa den Streit um die Marke Explorer oder - schon in den 90er Jahren - die Firma Tricon, die behauptete, ihr Name sei dem Intel-Chipsatz Triton zum Verwechseln ähnlich. Zahlreiche Computerhändler, die den Intel-Chipsatz im Angebot hatten, waren damals betroffen. Der Fall ist in dem inzwischen kostenlos erhältlichen Buch Hackertales beschrieben.


olleIcke 08. Mai 2013

@golem: Sachtma wärs nich irgendwie sinnvoll entweder links automatisch umzuwandeln, oder...

yeppi1 08. Mai 2013

Was hat Marke mit Patent zu tun? Zumindest in Österreich muss, anders als ein Patent...

fratze123 08. Mai 2013

Es ist mir völlig unverständlich, wieso das Patent- und Markenamt keinerlei Prüfung...

SaSi 07. Mai 2013

hauptsache alles zu geld machen was geht... ;) demnächst lass ich mir das Babymachen...

Kommentieren



Anzeige

  1. Wissenschaftliche Mitarbeiterin / Wissenschaftlicher Mitarbeiter - Sicherheit in Informationssystemen
    Universität Passau, Passau
  2. Service Manager Lehrveranstaltung / Raumplanung (m/w)
    Duale Hochschule Baden-Württemberg, Stuttgart
  3. Spezialist (m/w) IT-Sicherheitsarchitektur
    GAZPROM Germania GmbH über Personalberatung Dr. Stehle-Hartwig, Berlin
  4. IT-Business Analyst Business Intelligence (m/w)
    Omnicare IT Services GmbH, Unterföhring

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       


  1. Threshold

    Beta von Windows 9 erst im Oktober 2014, aber mit Startmenü

  2. Neue AGB

    Kickstarter klärt Regeln für gescheiterte Projekte

  3. Handelsplattform

    Datenschützer warnt vor Alibaba

  4. Playstation

    Remote-Play-Funktion für viele Android-Geräte portiert

  5. Apple

    10 Millionen neue iPhones am ersten Wochenende verkauft

  6. Deutsche Post

    Sicherheitslücke in Sendungsverfolgung von DHL

  7. Star-Wars-Dreharbeiten

    Drohnenabwehr gegen übermütige Fans

  8. Asus Vivo Tab 8

    Windows-Tablet mit 8-Zoll-Display kommt für 200 Euro

  9. Test Wasteland 2

    Abenteuer in der postnuklearen Textwüste

  10. Galaxy Mega 2

    Neues Riesensmartphone mit 6-Zoll-Display und LTE



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de



Ascend Mate 7 im Test: Huaweis fast makelloses Topsmartphone
Ascend Mate 7 im Test
Huaweis fast makelloses Topsmartphone
  1. Cloud Congress 2014 Huawei verkauft Intel-Standardserver nur als Türöffner
  2. Huawei Cloud Congress Huawei will weltweit der führende IT-Konzern werden
  3. Ascend G7 Huawei-Smartphone mit 13-Megapixel-Kamera für 300 Euro

Onlinebestellung: Media Markt eröffnet ersten Drive-in
Onlinebestellung
Media Markt eröffnet ersten Drive-in
  1. Preisvergleich Ergebnisse in Preissuchmaschinen nicht zuverlässig
  2. Prepaid Media Markt und Saturn starten eigenen Mobilfunktarif

Photokina 2014: Olympus stellt Open-Source-Kamerakonzept vor
Photokina 2014
Olympus stellt Open-Source-Kamerakonzept vor
  1. Sony, Panasonic, JVC Hightech-Unternehmen auf der Suche nach sich selbst
  2. Olympus Pen E-PL7 Systemkamera für Selfies

    •  / 
    Zum Artikel