Nach Stuxnet und Duqu: Cyberwaffe Flame ist per Lua scriptbar und enthält SQLite
Kaspersky-Gründer und -CEO Eugene Kaspersky (Bild: Alexey Sazonov/AFP/Getty Images)

Nach Stuxnet und Duqu Cyberwaffe Flame ist per Lua scriptbar und enthält SQLite

Kaspersky Lab hat zusammen mit der ITU nach Stuxnet ein weiteres Schadprogramm entdeckt, das als Cyberwaffe gegen Ziele in mehreren Ländern eingesetzt wird. Die "Flame" genannte Software soll besonders flexibel sein und Angreifern dadurch mehr Möglichkeiten bieten als jede bisher bekannte Schadsoftware.

Anzeige

Entdeckt wurde die neue Schadsoftware zur Cyber-Spionage von Kaspersky Lab bei einer von der ITU beauftragten Untersuchung. Kaspersky taufte sie auf den Namen Worm.Win32.Flame. Gefunden wurde Flame bei der Suche nach einer anderen, destruktiven Schadsoftware namens Wiper, die die ITU in Auftrag gab, nachdem in Westasien wiederholt Daten gelöscht wurden. Wiper wurde noch nicht gefunden, dafür aber Flame.

Laut Kaspersky ist Flame in der Lage, Screenshots und auch Audioaufnahmen anzufertigen und an die Angreifer zu senden. Die Software kann aber auch Dateien ausspähen. Flame soll seit März 2010, also seit über zwei Jahren, zum Einsatz kommen. Da die Software sehr komplex sei und nur sehr zielgerichtet eingesetzt werde, sei sie bisher von keiner Sicherheitssoftware entdeckt worden, so Kaspersky.

Die Funktionen von Flame unterscheiden sich dabei von anderen "Cyber-Waffen" wie Duqu und Stuxnet, die geografische Verbreitung, die Art, wie Sicherheitslücken ausgenutzt werden und die Tatsache, dass Flame sehr zielgerichtet zum Einsatz komme, zeigten aber eine Nähe zu Duqu und Stuxnet. Allerdings basiert Flame nicht auf der Tilded-Plattform, die von Duqu und Stuxnet verwendet wird.

Nach Ansicht von Kasperky wurde Flame in erster Linie zur Cyber-Spionage entwickelt. Die Software entwendet Informationen von infizierten Systemen und sendet sie an ein Netz von Kommando- und Kontrollservern, das weltweit verzweigt ist. Dabei ist Flame auch in der Lage, Netzwerkverkehr abzufangen.

Noch ist nicht ganz klar, wie sich Flame verbreitet, laut Kaspersky ist aber sicher, dass sich Flame über lokale Netze replizieren kann und dabei unter anderem die gleiche Drucker-Schwachstelle und USB-Methoden nutzt wie Stuxnet. Dabei besteht Flame aus rund 20 Modulen und umfasst insgesamt mehrere Megabyte an ausführbarem Code. Insgesamt ist Flame rund 20-mal größer als Stuxnet, wodurch die Analyse wohl deutlich länger dauern wird.

Dass Flame so groß ist, liegt vor allem daran, dass die Software diverse Bibliotheken enthält, darunter zlib, libbz2 und ppmd zur Kompression, die Datenbank SQlite3 und eine Lua Virtual Machine zur Ausführung der Scriptsprache Lua, in der Teile von Flame geschrieben sind. Kaspersky geht davon aus, dass der in Lua geschriebene Flame-Kern nur etwa 3.000 Codezeilen umfasst. Flame nutzt dabei verschiedene DLLs, die beim Systemstart geladen werden.

Der Einsatz von Lua in einer Schadsoftware ist eher ungewöhnlich, Gleiches gilt für die Nutzung von Bluetooth: Flame sammelt Informationen über entdeckbare Bluetoothgeräte und kann zudem dafür sorgen, dass das infizierte System per Bluetooth erkennbar wird, um auf diesem Weg Statusinformationen der Malware auszugeben.

Darüber hinaus macht Flame regelmäßig Screenshots, vor allem dann, wenn Software wie Instant Messenger laufen.

Mit Flame infizierte Systeme befinden sich laut Kaspersky vor allem im Nahen Osten. Das russische Unternehmen listet 189 Infektionen im Iran, 98 in den palästinensischen Gebieten Israels, 32 in Sudan, 30 in Syrien, 18 im Libanon, zehn in Saudi-Arabien und fünf in Ägypten.

Neben Kaspersky haben auch Crysys Lab aus Budapest und Irans National Cert (Maher) die Malware untersucht: Bei Crysys heißt sie Skywiper, bei Maher "Flamer". Kaspersky hat unter Securelist.com eine FAQ zu Flame veröffentlicht.


Little_Green_Bot 29. Mai 2012

Ja, kann man so sehen, denn genau wie bei Stuxnet dürfte Israel der Urheber sein. Die...

Mister Tengu 29. Mai 2012

Soll das witzig sein?

Youssarian 29. Mai 2012

Sie verleiht dem Benutzer eine elitäre Aura.

bugmenot 29. Mai 2012

Ich glaube, da muss stehen 189 infizierte Rechner im IraN und nicht IraK ;)

Kommentieren




Anzeige

  1. Teamleiter Java Softwareentwicklung (m/w)
    über HRM CONSULTING GmbH, Berlin
  2. Manager (m/w) Softwareentwicklung
    WTS Group AG Steuerberatungsgesellschaft, Erlangen (Raum Nürnberg)
  3. Entwicklungsingenieur (m/w) Software
    EBE Elektro-Bau-Elemente GmbH, Leinfelden-Echterdingen bei Stuttgart
  4. Java Entwickler/in
    Robert Bosch Car Multimedia GmbH, Hildesheim

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       


  1. Wildstar

    NC Soft entlässt Mitarbeiter

  2. Mozilla

    Einfache Web-Apps auf dem Smartphone erstellen

  3. Civ Beyond Earth Benchmark

    Schneller, ohne Mikroruckler und geringere Latenz mit Mantle

  4. Allview X2 Soul mini

    Sehr dünnes Smartphone im Alu-Gehäuse für 200 Euro

  5. Toybox Turbos

    Codemasters veranstaltet Rennen auf dem Frühstückstisch

  6. Xamarin

    C# dank Mono für die Unreal Engine 4

  7. Tor-Router

    Invizbox will besser sein als die Anonabox

  8. Moore's Law

    Totgesagte schrumpfen länger

  9. Agents of Storm

    Free-to-Play-Strategie von den Max-Payne-Machern

  10. Sipgate

    Dienste nach DDoS-Angriff wiederhergestellt



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de



Schenker XMG P505 im Test: Flaches Gaming-Notebook mit überraschender GTX 970M
Schenker XMG P505 im Test
Flaches Gaming-Notebook mit überraschender GTX 970M
  1. Getac S400-S3 Das Ruggedized-Notebook mit SSD-Heizung
  2. Geforce GTX 980M und 970M Maxwell verdoppelt Spielgeschwindigkeit von Notebooks
  3. Toughbook CF-LX3 Panasonics leichtes Notebook mit der Lizenz zum Runterfallen

Legale Streaming-Anbieter im Test: Netflix allein macht auch nicht glücklich
Legale Streaming-Anbieter im Test
Netflix allein macht auch nicht glücklich
  1. Netflix-Statistik Die Schweiz streamt am schnellsten
  2. Deutsche Telekom Entertain ab dem 14. Oktober mit Netflix
  3. HTML5-Videostreaming Netflix bietet volle Linux-Unterstützung

Windows 10 Technical Preview ausprobiert: Die Sonne scheint aufs Startmenü
Windows 10 Technical Preview ausprobiert
Die Sonne scheint aufs Startmenü
  1. Build 9860 Windows 10 jetzt mit Info-Center für Benachrichtigungen
  2. Microsoft Neue Fensteranimationen für Windows 10
  3. Windows 10 Microsoft will nicht an das unbeliebte Windows 8 erinnern

    •  / 
    Zum Artikel