Sicherheitslücken und Designfehler ermöglichen den Angriff

Anzeige

Dass das überhaupt geht, liegt an zahlreichen Sicherheitslücken und konzeptionellen Schwächen. Cui und Costello zollen Cisco aber durchaus Respekt. Das Cisco Native Unix bietet nur wenig Angriffsfläche, da nur das Nötigste überhaupt aktiv ist. Außerdem benutzt Cisco signierte Firmware und sichert alle wichtigen Dateien über eine Checksumme ab. Wer an dem System herumspielt, sorgt dafür, dass das Telefon nicht mehr arbeitet.

Allerdings kann das Telefon über Sicherheitslücken zum Absturz gebracht werden. Zudem ist es den Hackern gelungen, ein Root-Standardpasswort in Cisco-Telefonen auszumachen. Diese Lücke soll für alle Telefone gelten. Insgesamt haben die Hacker 60 Syscalls entdeckt, die zu Kernel Panics führen. Sie haben nur wenige daraufhin untersucht, ob sie sich für Angriffe eignen.

ROM der Telefone ist beschreibbarer Speicher

Der nächste Schritt ist das Absetzen eines Rootkits im ROM, der eigentlich ein Flash-Speicher ist. Laut den Hackern ist es sogar möglich, den Flash-Speicher danach so zu sperren, dass das Rootkit nicht mehr per Patch entfernt werden kann, also wirklich zu einem ROM wird. Nur ein Austausch des Flash-Chips bringt dann nach Cuis Angaben die Sicherheit zurück. Die Funktion des Telefons, zumindest aus reiner Nutzersicht, wird durch den Angriff nicht beeinträchtigt. Es ist also weiterhin möglich, Telefongespräche zu führen. Der Hacker kann aber die Telefongespräche abhören oder auch andere Telefone im Netzwerk zu Abhörstationen umkonfigurieren.

Um ein Telefongespräch abzuhören, muss lediglich das Mikrofon aktiviert werden. Cisco hat jedoch an diesen Fall gedacht. Das Mikrofon der Freisprechanlage wir nur aktiviert, wenn sichergestellt wurde, dass die Mikrofon-LED aktiviert wurde. Die Hacker haben keinen Weg gefunden, diese LED zu deaktivieren. Das Abhören würde also schnell auffallen.

Doch Cisco hat nicht daran gedacht, dass ihre Telefone ein zweites Mikrofon enthalten, nämlich das im Telefonhörer, das nur über den digitalen Offhook-Switch abgesichert wird, einem Gabelumschalter. Dieser Schalter aber lässt sich hacken. Dem Telefon wird signalisiert, dass der Hörer abgenommen worden wäre, so dass es das Mikrofon aktiviert. Für die Aufnahmequalität ist das kein Problem, auch wenn das Mikrofon nicht ideal positioniert ist. Zudem gehen die Hacker davon aus, dass der Draht zur Ohrmuschel sich als Antenne oder auch als Funtenna, wie Cui sie nennt, missbrauchen lässt. Funktion und Reichweite der Antenne müssen aber erst noch erforscht werden. Im Moment können die beiden Hacker diese Antenne nicht nutzen.

 Nach dem HP-Drucker-Hack: Abhören und Übernehmen von Ciscos IP-TelefonenFirmware-Upgrades per TFTP 

SirFledermaus 02. Jan 2013

Laut dem Vortrag sind sogar diese 60 (oder die Meisten davon) SysCalls vulnerable...

SirFledermaus 02. Jan 2013

Über den AUX-Port baut das Ding ne Console-Session über RS232 auf. Darüber wird dann das...

SaSi 29. Dez 2012

weis zwar nicht ob das geht, wäre doch aber vorstellbar mit hp und tk?

Valentinouno 29. Dez 2012

Danke vielmals, ich bin auch neu hier.... :)

Kommentieren



Anzeige

  1. Java Entwickler (m/w)
    Siemens AG, Erfurt
  2. Entwicklungsingenieur/in Hands Free Akustik
    Daimler AG, Sindelfingen
  3. DB2 Senior Consultant (m/w)
    ORDIX AG, Wiesbaden, Köln oder Neu-Ulm
  4. Tagungstechniker/IT Supporter/IT Techniker (m/w)
    BB onsite GmbH, München

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       


  1. Heartbleed-Bug

    Techfirmen zahlen Millionen für Open-Source-Sicherheit

  2. Sofortlieferung

    Base liefert Smartphone noch am gleichen Tag

  3. Leica T

    Teure Systemkamera mit Touchscreen

  4. The Elder Scrolls Online

    Inhaltserweiterung und Goldfarmer

  5. Sensabubble

    Display aus duftenden Seifenblasen

  6. Lulzsec

    FBI soll von Anonymous-Hacks profitiert haben

  7. Opera Coast 3.0

    Der Gesten-Browser fürs iPhone ist da

  8. Linux 3.13

    Canonical übernimmt erneut Kernel-Langzeitpflege

  9. Klötzchen

    Dänemark in Minecraft nachgebaut

  10. Netcat

    Musikalbum als Linux-Kernel-Modul veröffentlicht



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Energieversorgung: Forscher übertragen Strom drahtlos über 5 Meter
Energieversorgung
Forscher übertragen Strom drahtlos über 5 Meter

Südkoreanische Wissenschaftler haben einen Fernseher aus 5 Metern Entfernung ohne Kabel mit Strom versorgt. Sie träumen von öffentlichen Bereichen, in denen Nutzer ihre Geräte drahtlos laden können - vergleichbar mit heutigen öffentlichen WLANs.

  1. Genetik Forscher wollen Gesicht aus Genen rekonstruieren
  2. Leslie Lamport Turing-Award für LaTeX-Erfinder
  3. Bionik Pimp my Plant

LG LED Bulb ausprobiert: LED-Leuchtmittel als Ersatz für 100- und 150-Watt-Glühlampen
LG LED Bulb ausprobiert
LED-Leuchtmittel als Ersatz für 100- und 150-Watt-Glühlampen

Light + Building Zur vergangenen Lichtmesse in Frankfurt hat LG zwei LED-Lampen angekündigt, die vor allem Philips Konkurrenz machen werden. Mit 20 und 33 Watt zieht LG mit Philips gleich beziehungsweise überholt die Niederländer sogar. Wir konnten uns das 20-Watt-Exemplar bereits anschauen.

  1. Rückruf durch ESTI Schweizer Starkstrominspektorat warnt vor Billig-LED-Lampen
  2. Power over Ethernet Philips will Lichtsysteme mit Netzwerkkabeln versorgen
  3. Intelligentes Licht von Osram Lightify als Hue-Konkurrent

Test The Elder Scrolls Online: Skyrim meets Standard-MMORPG
Test The Elder Scrolls Online
Skyrim meets Standard-MMORPG

Es ist so groß wie mehrere Rollenspiele zusammen und bietet auch Soloabenteurern Unterhaltung für Wochen und Monate. Vieles in The Elder Scrolls Online erinnert an Skyrim - und leider noch mehr an das altbekannte Strickmuster gängiger MMORPGs.

  1. The Elder Scrolls Online Zenimax deaktiviert umstrittene Bezahlmethoden
  2. Abopflicht Verbraucherschützer mahnen The Elder Scrolls Online ab
  3. Zenimax Online The Elder Scrolls Online ohne Server-Schlangen gestartet

    •  / 
    Zum Artikel