MySQL: Entwickler bemängeln Oracles Community-Praxis
MySQL-Entwickler kritisieren Oracles Umgang mit der Community. (Bild: MySQL)

MySQL Entwickler bemängeln Oracles Community-Praxis

Nichtöffentliche Fehlermeldungen, veraltete Bazaar-Archive und fehlende Tests zum Fehlerfinden - das werfen MySQL-Entwickler Oracle vor. Das Unternehmen schade damit der Entwicklergemeinschaft.

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Der Entwickler Sergei Golubchik bemängelt im offiziellem MariaDB-Blog, mit dem aktuellen MySQL 5.5.27 seien nicht wie üblich Tests für die behobenen Fehler veröffentlicht worden. Die Tests sollen verhindern, dass ein einmal behobener Fehler nicht wieder verursacht wird. Der langjährige MySQL-Entwickler Golubchik vermutet, dass Oracle diese Strategie zwar beibehalten wird, jedoch nur intern. Damit würde die Gemeinschaft um die freie Datenbank geschädigt.

Interne Tests

Als Indiz dafür führt Golubchik ein Skript im MySQL-Quellcode an, welches in einem mit Internal bezeichneten Verzeichnis nach Tests suche. Ein Commit zeige, dass Oracle eigene Tests in diesem Verzeichnis ablege. Der Entwickler fragt sich deshalb, ob die Tests überhaupt noch Open Source seien.

Besonders wichtig seien die Tests für Unternehmen wie Facebook oder Twitter, die den MySQL-Quellcode selbst erweiterten. Gleiches gelte für Linux-Distributionen, die MySQL eigene Patches hinzufügten. Besonders enttäuscht zeigt sich Golubchik darüber, dass Oracle das auf dem Ubuntu Developer Summit in Oakland gegebene Versprechen nicht halte, freundlicher mit Beitragenden und Distributionen umzugehen.

Alter Code

Zusätzlich dazu merkt der Percona-Entwicklungschef Stewart Smith an, dass der per Versionsverwaltung Bazaar erhältliche Quellcode auf Launchpad den offiziellen Veröffentlichungen per Tar-Archiv deutlich hinterherhinke. Deshalb stelle dieser nun Klone der offiziellen Veröffentlichungen per Bazaar über Launchpad zur Verfügung.

Ebenso habe Oracle nach Aussage eines Entwicklers die Existenz eines Fehlers verschleiert. Der Bericht zu einem Fehler, welcher einen Absturz des Datenbankservers herbeiführen könnte, sei zunächst öffentlich zugänglich gewesen, danach aber als privat markiert worden. Zudem werde der Fehler beziehungsweise dessen Beseitigung nicht in den aktuellen Release Notes erwähnt.

Golubchik stellte abschließend die rhetorische Frage, ob es ein erfolgreiches Open-Source-Projekt ohne Entwicklergemeinschaft gebe. Sollte Oracle mit seiner Taktik freie Entwickler abschrecken, könnte es um MySQL nicht gut bestellt sein.


mgoldhand 20. Aug 2012

wer mal eine sybase DB eingerichtet hat ohne den oracle kurs zu besuchen der kann sich...

blizzy 20. Aug 2012

Schließlich möchte Oracle ja auch seine kommerzielle DB verkaufen. Was hätten sie also...

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