Abo
  • Services:
Anzeige
Konflikte bei der GSM-Standardisierung
Konflikte bei der GSM-Standardisierung (Bild: Jewel Samad/AFP/Getty Images)

Mobilfunk: Geheimdienst sorgte für schwache GSM-Verschlüsselung

Als der Mobilfunkstandard GSM Anfang der 1980er Jahre entwickelt wurde, hat der britische Geheimdienst darauf gedrängt, eine schwache Verschlüsselung einzusetzen. Deutschland setzte sich hingegen für eine stärkere Verschlüsselung ein - vor allem aus Angst vor Spionage durch den Ostblock.

Anzeige

Der GSM-Standard hat vielfach heute eine weniger starke Verschlüsselung als es technisch möglich gewesen wäre, berichtet die norwegische Tageszeitung Aftenposten mit Verweis auf mehrere Experten, die bei der Entwicklung des GSM-Standards dabei waren. Anfang der 1980er Jahre begannen die Arbeiten am GSM-Standard, mit dabei war auch Jan Arild Audestad, der lange Zeit beim norwegischen Mobilfunknetzbetreiber Telenor arbeitete und Professor an der Gjøvik-Universität war.

Audestad erinnert sich, dass der GSM-Standard zunächst eine 128-Bit-Verschlüsselung bieten sollte. Die betreffende A5/1-Verschlüsselung hat allerdings nur 54 Bit. Grund dafür ist laut Audestad, dass sich die britischen Teilnehmer für eine möglichst schwache Verschlüsselung aussprachen. Die Briten wollten nur eine 48-Bit-Verschlüsselung.

Deutschland und Großbritannien stritten um Stärke der Verschlüsselung

Dagegen protestierten die Teilnehmer aus der Bundesrepublik Deutschland. Zu der Zeit war der Kalte Krieg noch allgegenwärtig und die Bundesrepublik hatte Sorge, dass der Ostblock durch eine zu schwache Verschlüsselung die Telefonate zu einfach abhören könnte. Dabei sei es zu dem Kompromiss gekommen, dass eine 64-Bit-Verschlüsselung verwendet wird. Allerdings werden die letzten 10 Bits auf null gesetzt, was effektiv eine 54-Bit-Verschlüsselung ergibt.

Audestad vermutet, dass der Wunsch der Briten daher rührte, dass es dem britischen Geheimdienst einfacher gemacht werden sollte, Mobilfunktelefonate abzuhören. Aftenposten hat sich die Schilderungen von Audestad von anderen Teilnehmern bestätigen lassen. Peter van der Arend aus den Niederlanden erinnert sich, dass die britische Seite verhindern wollte, dass sich ein bestimmtes asiatisches Land durch eine zu starke Verschlüsselung einer Überwachung entziehen kann.

Anfang der 1990er Jahre gingen die ersten GSM-Mobilfunknetze an den Start. Zu dem Zeitpunkt war der Kalte Krieg Geschichte, aber bei der Entwicklung des GSM-Standards spielte er noch eine große Rolle, wie der Bericht von Aftenposten zeigt.

Telekom verspricht bessere Verschlüsselung

Der bisherige Verschlüsselungsstandard A5/1 wurde mehrfach geknackt und eröffnete selbst halbwegs technisch versierten Hobbybastlern die Möglichkeit, mit überschaubarem finanziellen Aufwand von kaum mehr als 100 Euro Lauschstationen zu bauen, mit denen sich Mobiltelefonate auch aus 100 Metern Entfernung gezielt abhören ließen.

Nach Aussage der Deutschen Telekom wurde das eigene Mobilfunknetz bis Ende des vergangenen Jahres mit der verbesserten Verschlüsselungssoftware A5/3 versehen. Vodafone, E-Plus und O2 wollen ihre Netze erst in den kommenden Jahren aufrüsten.


eye home zur Startseite
Eheran 14. Jan 2014

Ist das ein schlechter Scherz? Derartig Inkompetenz ist der absolute Hammer.

Prinzeumel 13. Jan 2014

Wieso? Selbst dürfen sie nicht flächendeckend das eigene volk belauschen. Dann lässt man...



Anzeige

Stellenmarkt
  1. Daimler AG, Esslingen
  2. Daimler AG, Ulm
  3. Schaeffler Technologies AG & Co. KG, Herzogenaurach
  4. Landeshauptstadt München, München


Anzeige
Hardware-Angebote
  1. und Samsung Galaxy S7 edge, Galaxy S7 oder Galaxy Tab E gratis erhalten

Folgen Sie uns
       

Anzeige
Whitepaper
  1. Sicherheitsrisiken bei der Dateifreigabe & -Synchronisation
  2. Globale SAP-Anwendungsunterstützung durch Outsourcing
  3. Mit digitalen Workflows Geschäftsprozesse agiler machen


  1. Petya-Variante

    Goldeneye-Ransomware verschickt überzeugende Bewerbungen

  2. Sony

    Mehr als 50 Millionen Playstation 4 verkauft

  3. Weltraumroboter

    Ein R2D2 für Satelliten

  4. 300 MBit/s

    Warum Super Vectoring bei der Telekom noch so lange dauert

  5. Verkehrssteuerung

    Audi vernetzt Autos mit Ampeln in Las Vegas

  6. Centriq 2400

    Qualcomm zeigt eigene Server-CPU mit 48 ARM-Kernen

  7. VG Wort Rahmenvertrag

    Unis starten in die Post-Urheberrecht-Ära

  8. Ultrastar He12

    WD plant Festplatten mit bis zu 14 Terabyte

  9. LG

    Weitere Hinweise auf Aufgabe des bisherigen Modulsystems

  10. Onlinewerbung

    Forscher stoppen monatelange Malvertising-Kampagne



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Gigaset Mobile Dock im Test: Das Smartphone wird DECT-fähig
Gigaset Mobile Dock im Test
Das Smartphone wird DECT-fähig

Civilization: Das Spiel mit der Geschichte
Civilization
Das Spiel mit der Geschichte
  1. Civilization 6 Globale Strategie mit DirectX 12
  2. Take 2 GTA 5 saust über die 70-Millionen-Marke
  3. Civilization 6 im Test Nachhilfestunde(n) beim Städtebau

Oculus Touch im Test: Tolle Tracking-Controller für begrenzte Roomscale-Erfahrung
Oculus Touch im Test
Tolle Tracking-Controller für begrenzte Roomscale-Erfahrung
  1. Microsoft Oculus Rift bekommt Kinomodus für Xbox One
  2. Gestensteuerung Oculus Touch erscheint im Dezember für 200 Euro
  3. Facebook Oculus zeigt drahtloses VR-Headset mit integriertem Tracking

  1. Währe es Teuerer/Unlokrativ

    Arystus | 17:30

  2. "den kaum flotteren Core i7-6700K"

    otraupe | 17:29

  3. Re: Schwungradgeneratoren - preiswerter und...

    pica | 17:28

  4. Re: Nicht schlecht für den Anfang, aber...

    oxybenzol | 17:27

  5. Re: CPU Entwicklung eh lächerlich...

    ckerazor | 17:26


  1. 17:04

  2. 16:33

  3. 16:10

  4. 15:54

  5. 15:50

  6. 15:40

  7. 15:34

  8. 14:43


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel