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Apple-Manager Craig Federighi
Apple-Manager Craig Federighi (Bild: Justin Sullivan/Getty Images)

Mobilfunk: Apple will die SIM-Karte abschaffen

Apple-Manager Craig Federighi
Apple-Manager Craig Federighi (Bild: Justin Sullivan/Getty Images)

Apple probt einen Mobilfunk-Aufstand: Mit seiner Apple SIM können Kunden zwischen verschiedenen Mobilfunk-Anbietern wählen, ohne die Karte auszutauschen.

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Ein fremdes Stück Hardware in eigene Geräte zu integrieren, ist für Apple ein Ärgernis. Das designfixierte Unternehmen kann die Größe der fremden Bauteile nicht kontrollieren, es kann Fehlfunktionen nicht ausschließen und muss eine komplette Infrastruktur aufbauen, um den Kunden die richtige Hardware zu liefern. iPhone- und iPad-Besitzer müssen deshalb schon immer ohne erweiterbare Speicherkarten auskommen, wie sie bei der Android-Konkurrenz üblich sind. Mit dem gestern vorgestellten iPad Air 2 schafft Apple nun auch die ungeliebte SIM-Karte ab - zumindest teilweise.

Dass die neue Apple SIM noch kein Meilenstein, sondern nur ein Anfang ist, zeigt sich schon daran, dass CEO Tim Cook die Neuerung bei der gestrigen Vorstellung von iPad Air 2 und iPad Mini 3 mit keinem Wort erwähnte. Genannt wird das neue Feature nur in einer unscheinbaren Produktübersicht.

"Die Apple SIM erlaubt es Ihnen, zwischen verschiedenen Datenplänen ausgesuchter Netzbetreiber zu wählen - direkt auf Ihrem iPad", heißt es dort. Das bedeutet: Kunden in Amerika und Großbritannien müssen sich beim Providerwechsel nicht länger eine neue SIM-Karte beim Netzbetreiber besorgen, PIN und PUK aufrubbeln und die Karte mit Hilfe einer Büroklammer in einen winzigen Kartenschacht bugsieren. Stattdessen können sie ihr Gerät einschalten, einen Provider auswählen und sofort mobil lossurfen. Das hat allerdings einen gewichtigen Nachteil: Die Kunden können die SIM-Karte nicht in einem anderen Gerät verwenden.

Komplett abschaffen konnte Apple die SIM-Karte noch nicht. Wer in anderen Ländern mit dem iPad mobil surfen will oder zum Beispiel Kunde des US-Marktführers Verizon ist, muss nach wie vor zur alten SIM-Karte greifen. Es ist - wenn überhaupt - ein Abschied auf Raten.

Preiskampf ist absehbar

Für die Nutzer ist die Lösung nicht nur bequem, sie verspricht auch günstigere Preise. Wenn sie den Anbieter ohne Aufwand wechseln können, entsteht ein viel stärkerer Wettbewerb zwischen den Mobilfunkprovidern, wenn auch zunächst nur um die Tablet-Kundschaft. Erhöht ein Anbieter seine Preise, sind die Kunden innerhalb von Minuten bei der Konkurrenz. Gleiches gilt, wenn sie von der Abdeckung des Mobilfunknetzes eines Anbieters enttäuscht sind. Doch das alles klappt nur, wenn die Provider mitspielen.

Die ersten Apple-Partner versuchen es nur mit kurzfristigen Verträgen, die darauf ausgerichtet sind, Wechselkunden zu ködern. Ob ein solcher Wettbewerb auch beim nächsten iPhone funktionieren könnte, muss sich noch herausstellen. Denn ein Klick auf eine iPhone-Einstellung würde nicht automatisch die hierzulande üblichen Zwei-Jahres-Verträge beim Mobilfunkanbieter beenden. Und dass die Provider ihre in den USA üblicherweise subventionierten iPhones für die Konkurrenz freigeben, ist vorerst nicht zu vermuten.

Apple zeigt Stärke

Dass sich mehrere Branchengewichte auf das Experiment eingelassen haben, ist auf alle Fälle ein strategischer Sieg für Apple. Schon als das Unternehmen die daumennagelgroße Original-SIM-Karte im jahr 2010 durch die kleinere Micro-SIM-Karte und später durch die Nano-SIM ersetzte, mussten die Mobilfunk-Provider weltweit mitspielen und den für sie aufwendigen Formatwechsel in die Wege leiten.

Wenn Apple es schafft, den SIM-Karten-Slot in den nächsten Generationen komplett wegzurationalisieren, entledigt es sich auch der Konkurrenz für das eigene Bezahlsystem Apple Pay. Provider wie die Telekom und Vodafone versuchen nämlich, mit einer per Krypto-Chip aufgewerteten SIM-Karte ihre eigenen Bezahlsysteme in Smartphones zu integrieren und damit Plattformbetreiber wie Google zu umgehen. Solche Krypto-SIM-Karten funktionierten zwar bisher sowieso nur mit Android-Geräten - ohne SIM-Karte ist dieser Zugang bei Apple aber endgültig geschlossen.


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Boris.Henkel 20. Okt 2014

.. und sich in jeder Hinsicht von anderen versuchst abzugrenzen und ständig das Rad neu...

Icestorm 20. Okt 2014

Zumal bei gängigen 1- oder 2-Jahresverträgen der "schnelle Wechsel" sowieso fraglich ist.

Icestorm 20. Okt 2014

ist doch der SIM-Slot das am Häufigsten ausfallende Bauteil ... Apple gehts nur darum...

Icestorm 20. Okt 2014

Naja ... Jetzt kann man mit einer SIM-Card sein Smartphone in Deutschland und im Urlaub...

Katsuragi 19. Okt 2014

Wunderbar, in absehbarer Zeit haben Apple-Kunden dann die "Freiheit" sich nur noch...



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