Mobee: Roboter wie aus dem Aufklappbilderbuch
Mobee zum Aufklappen: keine mühsame Handarbeit mehr (Bild: Pratheev Sreetharan)

Mobee Roboter wie aus dem Aufklappbilderbuch

Harvard-Wissenschaftler haben eine Methode zur Massenfertigung von Minidrohnen entwickelt. Am Ende werden die Roboterinsekten wie aus einem Aufklappbilderbuch herausgedrückt.

Anzeige

Robobees sind kleine Roboter, die nach dem Vorbild von Insekten konstruiert sind. Wie diese könnten auch die Robobees künftig in großen Schwärmen auftreten - zwei Harvard-Wissenschaftler haben nämlich eine Methode entwickelt, wie diese Miniroboter einfach in großen Mengen hergestellt werden können. Inspiriert worden seien sie von Origami und Aufklappbilderbüchern, sagen Pratheev Sreetharan und Peter Whitney.

Roboterinsekt aus 18 Schichten

Die Roboter wie etwa die Harvard Monolithic Bee (Mobee) sind etwa 2 Zentimeter groß und einige Millimeter hoch. Die Mobee besteht aus verschiedenen Materialien, die in verschiedenen Lagen übereinanderliegen. Insgesamt 18 Schichten aus Kohlefaser, Kapton, Titan, Messing, Keramik und Klebefolien sind für eine Mobee nötig.

Jede Lage liegt als Sechseck vor, aus dem ein Laser das jeweilige Teil ausschneidet. Dann werden die 18 Sechsecke übereinandergelegt und miteinander verklebt. Heraus kommt ein dreidimensionaler, sechseckiger Block von der Größe einer 50-Cent-Münze, auf dem oben eine Flachversion des Roboters sitzt, die über 22 Scharniere mit der Grundplatte verbunden ist. Nun wird die Mobee von unten aus dem Block in ihre dreidimensionale Form gedrückt - ähnlich wie eine Figur in einem Aufklappbuch ausklappt.

Mühsame Handarbeit

Vor der Entwicklung dieser Fertigungsmethode hätten sie die kleinen Flugroboter per Hand zusammenbauen müssen, was eine ziemlich mühsame Angelegenheit gewesen sei, erzählt Sreetharan. "Man nahm einen sehr dünnen Wolframdraht und tauchte ihn in ein wenig Superklebstoff. Mit dem Tröpfchen Klebstoff daran versuchte man, ihn wie ein Chirurg unter dem Mikroskop am richtigen Platz anzubringen."

  • Schema der Lagen einer Mobee (Bild: Pratheev Sreetharan)
  • Block mit Mobee - vor und nach dem Aufklappen (Bild: Pratheev Sreetharan)
Schema der Lagen einer Mobee (Bild: Pratheev Sreetharan)

Für ihre Arbeit brauchen sie aber viele der Roboterinsekten. Diese sollen nämlich wie ihre natürlichen Vorbilder als Schwarm eingesetzt werden. Mit der neuen Fertigungsmethode sei es einfach, Schwärme von Robobees zu bauen. Die Wissenschaftler müssen am Computer ein Modell für die Lagen entwerfen. Die Fertigung selbst ist dann ein automatisierter Prozess.

Vielfältig nutzbar

Die Technik eigne sich aber nicht nur für die kleinen Flugroboter, sagt Rob Wood von der Harvard School of Engineering and Applied Sciences (SEAS). Mit ihr könnten Polymere, Metalle, Keramik oder Verbundstoffe verarbeitet werden. "Die Möglichkeit, jede Art und Anzahl der Materialschichten zusammen mit integrierter Elektronik zu verarbeiten, bedeutet, dass wir komplette Systeme in beliebiger dreidimensionaler Form herstellen können." Auf diese Weise könnten die unterschiedlichsten hochintegrierten elektromechanischen Geräte in der Größenordnung von wenigen Mikrometern bis mehreren Zentimetern in Masse gefertigt werden.

Ihre Fertigungsmethode wollen die Wissenschaftler in der März-Ausgabe der Fachzeitschrift Journal of Micromechanics and Microengineering vorstellen.


__destruct() 07. Apr 2012

Gibt es dazu einen Link, hinter dem eine genauere Beschreibung dieser Stelle steckt? Das...

tilmank 18. Feb 2012

..die Brille vergessen? :D

__destruct() 18. Feb 2012

Das hat er doch genau an der Stelle im Video gesagt, an der die Flügel anfangen, zu...

Kommentieren



Anzeige

  1. SAP-Modulbetreuer (m/w) Rechnungswesen und Controlling
    HiPP-Werk Georg Hipp OHG, Pfaffenhofen (Raum Ingolstadt)
  2. SAP Business Process Expert (m/w)
    Brüel & Kjaer Vibro GmbH, Darmstadt
  3. Mitarbeiter/-in im Storage-Systemengineering
    Deutsche Bundesbank, Düsseldorf
  4. Inhouse Spezialist SAP (m/w)
    ROTA YOKOGAWA GmbH & Co. KG, Wehr am Rhein

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       


  1. Wildstar

    NC Soft entlässt Mitarbeiter

  2. Mozilla

    Einfache Web-Apps auf dem Smartphone erstellen

  3. Civ Beyond Earth Benchmark

    Schneller, ohne Mikroruckler und geringere Latenz mit Mantle

  4. Allview X2 Soul mini

    Sehr dünnes Smartphone im Alu-Gehäuse für 200 Euro

  5. Toybox Turbos

    Codemasters veranstaltet Rennen auf dem Frühstückstisch

  6. Xamarin

    C# dank Mono für die Unreal Engine 4

  7. Tor-Router

    Invizbox will besser sein als die Anonabox

  8. Moore's Law

    Totgesagte schrumpfen länger

  9. Agents of Storm

    Free-to-Play-Strategie von den Max-Payne-Machern

  10. Sipgate

    Dienste nach DDoS-Angriff wiederhergestellt



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de



Schenker XMG P505 im Test: Flaches Gaming-Notebook mit überraschender GTX 970M
Schenker XMG P505 im Test
Flaches Gaming-Notebook mit überraschender GTX 970M
  1. Getac S400-S3 Das Ruggedized-Notebook mit SSD-Heizung
  2. Geforce GTX 980M und 970M Maxwell verdoppelt Spielgeschwindigkeit von Notebooks
  3. Toughbook CF-LX3 Panasonics leichtes Notebook mit der Lizenz zum Runterfallen

Legale Streaming-Anbieter im Test: Netflix allein macht auch nicht glücklich
Legale Streaming-Anbieter im Test
Netflix allein macht auch nicht glücklich
  1. Netflix-Statistik Die Schweiz streamt am schnellsten
  2. Deutsche Telekom Entertain ab dem 14. Oktober mit Netflix
  3. HTML5-Videostreaming Netflix bietet volle Linux-Unterstützung

Windows 10 Technical Preview ausprobiert: Die Sonne scheint aufs Startmenü
Windows 10 Technical Preview ausprobiert
Die Sonne scheint aufs Startmenü
  1. Build 9860 Windows 10 jetzt mit Info-Center für Benachrichtigungen
  2. Microsoft Neue Fensteranimationen für Windows 10
  3. Windows 10 Microsoft will nicht an das unbeliebte Windows 8 erinnern

    •  / 
    Zum Artikel