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Auf den Schwertschlucker, der Probleme beim Tablettennehmen hat, zugeschnittene Facebook-Anzeige
Auf den Schwertschlucker, der Probleme beim Tablettennehmen hat, zugeschnittene Facebook-Anzeige (Bild: My Social Sherpa)

Mitbewohner geärgert: Böser Streich mit Facebook-Werbung

Facebook ist bekannt für seine zielgenauen Werbeanzeigen. Um seinem neuen Mitbewohner eins auszuwischen, hat ein Computerspezialist so spezifische Banner kreiert, dass er das Streichopfer damit fast in die Paranoia getrieben hat.

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Auf Facebook lassen sich Werbeanzeigen speziell für eine einzelne Person schalten. Wie genau das geht, beschreibt der Computerspezialist Brian Swichkow in einem ausführlichen und sehr amüsanten Blog-Post - inklusive diverser Screenshots - auf dem Portal My Social Sherpa. Er nennt es den "aufwendigsten und manipulativsten Streich meines Lebens (bis jetzt)".

Swichkow beginnt seine Geschichte damit, wie sein anonymer Mitbewohner und er zusammenfanden: Offenbar sind beide Personen klug und technisch ebenso gewandt wie obsessiv. So hatte der neue Mitbewohner, bevor er sich per E-Mail vorstellte, bereits das Grundbuchregister durchsucht, gegoogelt und einen gemeinsamen Bekannten ausfindig gemacht und befragt. Während die meisten dieses Vorgehen wohl aufdringlich bis unheimlich fänden, war Swichkow umgehend überzeugt davon, dass die beiden gut zusammenpassten.

Zielgenaue Werbung als Streich

Die ausführliche Vorgeschichte ist wichtig, um zu verstehen, auf welcher Ebene sich die beiden Computerspezialisten und ihr Humor befanden. Bald nach dem Einzug wurden sie Freunde und teilten sich schnell auch einen gemeinsamen Freundeskreis. Nachdem der Mitbewohner ihm einen ausgeklügelten Streich gespielt hatte, der nicht weiter erläutert wird, suchte Swichkow nach einer passenden Rachemöglichkeit - und fand sie auf Facebook. In Sachen zielgenauer Werbung hatte er Übung. Aber: "Was ist, wenn ich nur eine Person in meiner Zielgruppe habe? Ich sollte das austesten - an meinem Mitbewohner."

Dafür nötig war seinen Angaben zufolge nur die auf Facebook öffentlich zugängliche E-Mail-Adresse beziehungsweise die UID des Facebook-Benutzers, die mit der Eingabe der Adresse des Facebook-Profils über findmyfacebookid.com ermittelt werden kann. Dabei ist egal, ob das Profil privat oder öffentlich ist. Damit erstellte Swichkow eine "Zielgruppe" mit nur seinem Mitbewohner als Mitglied. Swichkow räumt ein, dass Facebook inzwischen die Mindestanzahl von Mitgliedern einer Gruppe auf 20 erhöht hat, erklärt aber zugleich, wie diese Schranke umgangen werden kann. So konnte er seinem Mitbewohner, einem Schwertschlucker, folgende speziell zugeschnittene Anzeige vorspielen: "Probleme beim Pillenschlucken? Ist es nicht widersinnig, dass es so einfach ist, ein Schwert zu schlucken, das Schlucken von Pillen Dich aber würgen lässt?"

Mit Anzeigen in den Wahnsinn

Bei seinem Streich kam ihm zugute, dass Facebook niemals preisgibt, warum wer welche Werbung erhält. Oftmals liegt laut Swichkow die platzierte Werbung aber ziemlich daneben, etwa wenn er als Jude Anzeigen zu christlichen Dating-Seiten bekommt. Um sich zu tarnen, entschied er sich, seine präparierte Werbung an der Seite zu platzieren und sie mit Webseiten zu verlinken, die halbwegs mit dem Inhalt zu tun hatten. Hätte er seine Werbung im Newsfeed platziert, hätte er noch eine dazugehörige falsche Facebookseite erstellen müssen. Das sei ihm doch zu mühsam gewesen, er arbeite zwar gründlich, aber auch effizient, schreibt Swichkow.

Jetzt habe er nur noch warten müssen, bis die Anzeige im Profil seines Opfers erschien. Das habe etwa zwei Tage gedauert und sei seinem ahnungslosen Mitbewohner gleich aufgefallen. Perfiderweise wechselte Swichkow seine fiese Werbung so häufig, dass sie selten mehr als einmal auftauchte. Damit hatte sein ahnungsloser Zimmerkollege meist keine Gelegenheit, einen Screenshot zu machen und die Werbung seinen Freunden zu zeigen. Zuerst fand sein Zimmerkollege die Aktion lustig. Nach und nach begann er sich doch zu wundern, wie Facebook es schaffen kann, so präzise Werbung zu schalten. Mit einer Anzeige enttarnte sich Swichkow fast, indem er auf etwas Bezug nahm, das nur er und die Freundin seines Mitbewohners wissen konnten. Das machte seinen Mitbewohner misstrauisch. Deshalb fuhr er seine gezielte Werbekampagne zurück.

Auflösung per Werbung

Kurz darauf machten die NSA-Enthüllungen Edward Snowdens erneut Schlagzeilen und Swichkow hatte den Eindruck, sein Mitbewohner sei inzwischen davon überzeugt, überwacht zu werden. Als dieser sich schließlich weigerte, ein Gespräch am Telefon zu führen, war für Swichkow der Moment gekommen, seinen Streich aufzudecken, natürlich in stilechter Form - als Werbung.

Für die Anzeigen, mit denen er seinen Mitbewohner drei Wochen lang fast in den Wahnsinn trieb, habe er insgesamt 1,70 US-Dollar ausgeben, schreibt Swichkow. Der Freundschaft der Nerds habe es nicht geschadet. Er warte aber jetzt auf die Rache seines Kumpels. Möglicherweise komme sie gar nicht, und er müsse den Rest seines Lebens misstrauisch über seine Schulter gucken.


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igor37 20. Sep 2014

...und nachdem man bereits etwas gekauft hat bekommt man immer noch eine halbe Ewigkeit...

slashwalker 19. Sep 2014

Wenn schon mit Magazin, dann muss man das auch per Cronjob steuern können!

slashwalker 19. Sep 2014

Ach ja die gute alte Kolbeninnenbeleuchtung gepaart mit der Kolbenrückzugsfeder

blubby666 19. Sep 2014

doch weil stalking heißt ja das man ständig überall die person überwacht. Wenn man sich...

DebugErr 19. Sep 2014

Mir fehlt weiterhin das Witz-Element.



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