Megaupload: Neuseelands Geheimdienst spionierte Kim Dotcom aus
Megaupload-Gründer Kim Schmitz und seine Frau am Gebäude eines Berufungsgerichts in Wellington (Bild: Mark Coote/Reuters)

Megaupload Neuseelands Geheimdienst spionierte Kim Dotcom aus

Der neuseeländische Geheimdienst hat dabei geholfen, Megaupload-Gründer Kim Schmitz zu finden. Legal war das nicht, der Premier kündigte eine Untersuchung an.

Anzeige

Neuseelands Premier John Key ist ziemlich "geschockt darüber", wie der neuseeländische Geheimdienst bei der Ermittlung gegen Kim Schmitz, den Gründer von Megaupload, die Polizei unterstützt hat. Die Behörde habe in mehreren Fällen Kommunikationsvorgänge abgefangen, ohne dass dies gesetzlich gedeckt gewesen wäre, hieß es.

Key hat eine Untersuchung angeordnet. Sie soll erhellen, warum der Geheimdienst Government Communications Security Bureau (GCSB) auf der Suche nach Megaupload-Gründer Kim Schmitz illegal andere Personen überwachte.

Kim Schmitz, der sich seit einiger Zeit Kim Dotcom nennt, ist in den USA angeklagt: Er soll geschäftsmäßig Urheberrechtsverletzungen begangen und Geld gewaschen haben. Für die Ermittlungen hatte das FBI Neuseeland um Amtshilfe gebeten, da Schmitz dort lebt. Daher hatte die dortige Polizei ihn festgenommen, sein Haus durchsucht und seine Konten beschlagnahmt. Und offensichtlich zuvor auch seine Kommunikation abgehört. Wie Premier Key erklärte, habe der Geheimdienst im Zusammenhang mit den Haftbefehlen dabei geholfen, mehrere Personen zu lokalisieren. Was und wer genau abgehört wurde, ist derzeit nicht bekannt.

GCSB darf nicht im Inland handeln

Dabei hat es sich aber wahrscheinlich nicht nur um Schmitz selbst gehandelt. Außerdem darf der GCSB laut neuseeländischem Gesetz keine Bürger oder ständigen Bewohner des Landes überwachen - Schmitz gilt als solcher.

Key sagte nach Angaben neuseeländischer Zeitungen, er halte das Ganze für einen Einzelfall und ein Versehen, aber das sei nun alles Gegenstand der Untersuchung. Damit beauftragt wurde der Generalinspekteur der Geheimdienste.

Die Anwälte von Schmitz wollen sich noch nicht dazu äußern, ob das den ganzen Fall gegen ihren Mandanten beendet. Man werde erst einmal die Untersuchung abwarten, hieß es. Es ist aber nicht die erste Seltsamkeit, die die Ermittler unternahmen. Schon im Juni hatte der High Court in Neuseeland festgestellt, dass der Durchsuchungsbeschluss für das Haus des Megaupload-Gründers illegal war. Inzwischen ist er auf Kaution frei und hat wieder Zugriff auf einige seiner Konten.

Schmitz hofft auf die Wende

Schmitz begrüßte, dass die Regierung das "ungesetzliche Vorgehen" der Behörde nun untersuche. Er appellierte an die Regierung, die Untersuchung auf den gesamten Fall auszuweiten.

  • Der Tweet von Kim Schmitz, in dem er die Untersuchungen der Regierung begrüßt
Der Tweet von Kim Schmitz, in dem er die Untersuchungen der Regierung begrüßt

Die amerikanische Regierung wirft Schmitz vor, durch Urheberrechtsverletzungen einen Schaden von 500 Millionen Dollar verursacht und 175 Millionen Dollar mit kriminellen Geschäften verdient zu haben. Sie verlangt seine Auslieferung und will ihn nach amerikanischem Recht anklagen.

In Kürze wird der High Court in Neuseeland darüber entscheiden.


hackfin 19. Okt 2012

Na und? Der BND macht doch in Deutschland dasselbe. Was regt ihr Euch denn so auf...

gaym0r 26. Sep 2012

Ernsthaft? :D "Lesen hilft"? Verstehen hilft auch!

Garius 25. Sep 2012

Na jetzt bin ich doch mal auf die Quelle gepannt. Jetzt sag mir bitte nicht, dass ein...

JackyChun 25. Sep 2012

Tatsächlich gibt es in Neuseeland bereits Gerüchte das einer der Minister ein Dokument...

Charles Marlow 25. Sep 2012

Dein Versuch die USA in Schutz zu nehmen, ist mindestens genauso peinlich. Mit...

Kommentieren



Anzeige

  1. IT-Netzwerkadministrator (m/w)
    Imtech Deutschland GmbH & Co. KG, Hamburg
  2. Leiter IT-Management (m/w)
    DEW21, Dortmund
  3. Leiter Systemsteuerung (m/w)
    Sparkasse Herford, Herford
  4. Business Intelligence Expert (m/w) (BI-Management & -Reporting)
    DÖHLERGRUPPE, Darmstadt

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       


  1. Projekt DeLorean

    Microsofts Game-Streaming rechnet 250 ms Latenz weg

  2. Digitale Agenda

    Bitkom fordert komplette Nutzung des 700-Megahertz-Bandes

  3. Watch Dogs

    Gezielt Freunde hacken

  4. Test Rules

    Gehirntraining für Fortgeschrittene

  5. Transformer Pad TF303

    Neues Asus-Tablet mit Full-HD-Display und Tastatur-Dock

  6. Kalifornien im Rechner

    Google wollte fahrerlose Autos nur in virtueller Welt testen

  7. Affen-Selfie

    US-Behörde spricht Tieren Urheberrechte ab

  8. LG PW700

    LED-Projektor funkt Ton per Bluetooth an Lautsprecher

  9. Formel E

    Motorsport zum Zuhören

  10. Streaming

    Maxdome-App für Xbox One ist verfügbar



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de



Test Swing Copters: Volle Punktzahl auf der Frustskala
Test Swing Copters
Volle Punktzahl auf der Frustskala
  1. Flappy Birds Family Amazon krallt sich die flatternden Vögel

Digitale Agenda: Ein Papier, das alle enttäuscht
Digitale Agenda
Ein Papier, das alle enttäuscht
  1. Digitale Agenda 38 Seiten Angst vor festen Zusagen
  2. Breitbandausbau Telekom will zehn Milliarden Euro vom Staat für DSL-Ausbau
  3. Zwiespältig Gesetz gegen WLAN-Störerhaftung von Cafés und Hotels fertig

Sofia: Der fliegende Blick durch den Staub
Sofia
Der fliegende Blick durch den Staub
  1. Audio aus Video Gefilmte Topfpflanze verrät Gespräche
  2. Nahrungsmittel Trinken statt Essen
  3. Bioelektronik Pilze sind die besten Zellschnittstellen

    •  / 
    Zum Artikel