Umstrittenes Verfahren: Key-Erstellung im Browser
Umstrittenes Verfahren: Key-Erstellung im Browser (Bild: Screenshot Hanno Böck)

Mega: Eine Sicherheitslücke - oder auch nicht

Ein Javascript-Bookmarklet ist in der Lage, den privaten Schlüssel zu einem Account des Filehosters Mega zu extrahieren. Die Frage ist: Ist das eine Sicherheitslücke?

Anzeige

Der Softwareentwickler Michael Koziarski hat das kleine Tool Bookmarklet MEGApwn entwickelt, mit dem sich der private RSA-Schlüssel zu einem Account beim Filehosting-Service Mega extrahieren lässt. Koziarski sieht darin ein gravierendes Sicherheitsproblem.

Dass sich der RSA-Schlüssel auf einem lokalen Rechner auslesen lässt, ist wenig überraschend. Mega weist in seinen FAQs auch darauf hin. Denn der von Kim Dotcom gegründete Filehoster legt per Javascript einen RSA-Key auf dem Rechner des Nutzers an und verschlüsselt damit Dateien, bevor sie hochgeladen werden. Für Michael Koziarski ist das jedoch eine bedeutende Sicherheitslücke in dem von Mega eingesetzten Verschlüsselungsverfahren. Denn nicht nur der Nutzer selbst, auch ein bösartiger Javascript-Code könnte den Key auslesen.

Aufgrund der sogenannten Same-Origin-Policy von Browsern kann Javascript-Code nur auf Objekte zugreifen, die von derselben Domain stammen. Ein solcher Javascript-Code könnte daher nur dann ausgeführt werden, wenn er entweder von Mega selbst ausgeliefert wurde oder über eine Cross-Site-Scripting-Lücke in die von Mega ausgelieferten Seiten eingefügt wird. Auch ein bösartiges Browser-Plugin könnte über Javascript Zugriff auf den privaten Schlüssel erlangen.

Mega hat Zugriff auf die Schlüssel

Mega tut vergleichsweise viel, um das Einschleusen von bösartigem Code durch Dritte zu verhindern. Die Seite ist nur über SSL erreichbar und verhindert mit der Technologie HSTS, dass einzelne Seitenaufrufe unverschlüsselt erfolgen. Außerdem nutzt die Seite den Content-Security-Policy-Header, um Cross-Site-Scripting-Angriffe zu erschweren. Das nützt aber alles nichts, wenn der Zugriff auf den Key von Mega selbst ausgeht.

Laut Koziarski wäre es vorstellbar, dass Mega aufgrund einer gerichtlichen Anordnung gezwungen wird, mittels Javascript den privaten Schlüssel eines Nutzers auszulesen und außerdem Mega zu verbieten, über die gerichtliche Anordnung zu sprechen. Ähnliches habe es bereits beim Vorgehen gegen Hushmail und Lavabit gegeben. Allerdings befanden sich diese beiden Mailhoster in den USA, ein mit den geheimen Fisa-Gerichten vergleichbares System gibt es in Neuseeland, dem Firmensitz von Mega, bislang nicht. Allerdings gehört Neuseeland auch zu der Gruppe der "Five Eyes", einem Zusammenschluss der Geheimdienste unter der Ägide der USA und Großbritannien.

Ein derartiges Einschleusen von Javascript-Code durch Mega könnte theoretisch durch den Nutzer entdeckt werden. In der Praxis wird aber kaum ein Nutzer die von einem Server ausgelieferten Javascript-Dateien regelmäßig auf Änderungen überprüfen.

Browser-Erweiterung gegen unberechtigten Schlüsselzugriff

Auf der Webseite Torrentfreak wurden Stellungnahmen von Koziarski und Mega-Pressesprecher Bram van der Kolk veröffentlicht. Van der Kolk verteidigt das Verschlüsselungssystem von Mega. Wer Angst habe, dass der Service bösartigen Javascript-Code ausliefert, könne stattdessen auf die Browsererweiterung von Mega zurückgreifen. Dann werde nur Code ausgeführt, der sich auf dem Rechner des Nutzers befindet und der von unabhängiger Seite überprüft werden kann.

Michael Koziarski hält die Nutzung von Kryptographie via Javascript generell für keine gute Idee. Besser sei es, wenn Nutzer ihre Daten vor dem Upload auf einen Cloud-Service mit einer clientseitigen Software wie GnuPG verschlüsseln. Dann sei es auch egal, ob man dem Cloud-Anbieter vertrauen kann.


Julius Csar 17. Sep 2013

Warum nicht ohne Browserextension verschlüsseln? Stichwort: AESload.de

Citrixx 07. Sep 2013

Der Haken bei der Kommunikation mit PGP ist, dass die Betreffzeile unverschlüsselt...

Citrixx 05. Sep 2013

Und wenn du Zugriff auf die Server von Mozilla bekommst, kannst du mit einer bösartigen...

tundracomp 05. Sep 2013

Bookmarklet werden im Context der aktuellen Seite ausgeführt und können ebenfalls keine...

Citrixx 05. Sep 2013

Schließlich könnten ja auch die Macher von GnuPG per Anweisung von ganz oben dazu...

Kommentieren



Anzeige

  1. SAP-PM Projektbetreuer (m/w)
    Stadtwerke Schwerin GmbH, Schwerin
  2. Projektmitarbeiter (m/w) für die Weiterentwicklung des Campus- und Ressourcenmanagements
    Fachhochschule Südwestfalen, Hagen
  3. Junior Java Software Developer (m/w) - Smart Home
    Bosch Software Innovations GmbH, Waiblingen
  4. Anwendungs- / Softwareberater/in Business Intelligence (BI)
    Robert Bosch GmbH, Stuttgart-Feuerbach

 

Detailsuche


Spiele-Angebote
  1. The Witcher 3: Wild Hunt
    44,99€ USK 18
  2. PlayStation 4 - Konsole Ultimate Player 1TB Edition
    399,00€ - Release 15.07.
  3. PS4-Spiele reduziert
    (u. a. Lego der Hobbit 26,72€, The Crew 29,19€, Assassins Creed Unity 29,19€, The Wolf Among...

 

Weitere Angebote


Folgen Sie uns
       


  1. Internet.org

    Mark Zuckerberg will Daten per Laser auf die Erde übertragen

  2. TLC-Flash

    Samsung plant SSDs mit 2 und 4 TByte

  3. Liske

    Bitkom schließt Vorstandsmitglied im Streit aus

  4. Surfen im Ausland

    Apple SIM in Deutschland erhältlich

  5. Haushaltshilfe

    Rockets Helpling kauft Hassle.com

  6. Zynq Ultra Scale Plus

    Xilinx lässt erste 16-nm-Chips fertigen

  7. Apple

    iOS 8.4 soll Akku stärker belasten

  8. Soziale Netzwerke

    Reddit-Moderatoren streiken gegen Entlassung

  9. Worldwide Telescope

    Microsoft legt virtuellen Weltraum offen

  10. BND-Selektorenaffäre

    Die Hasen vom Bundeskanzleramt



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de



Anonymes Surfen: Die Tor-Zentrale für zu Hause
Anonymes Surfen
Die Tor-Zentrale für zu Hause
  1. Anonymisierung Zur Sicherheit den eigenen Tor-Knoten betreiben
  2. Tor Hidden Services leichter zu deanonymisieren
  3. Projekt Astoria Algorithmen gegen Schnüffler im Tor-Netzwerk

Xperia Z4 Tablet im Test: Dünn, leicht und heiß
Xperia Z4 Tablet im Test
Dünn, leicht und heiß
  1. First Flight Sony stellt Crowdfunding-Plattform für eigene Ideen vor
  2. Android-Entwicklung Sony bietet Android-M-Vorschau für Xperia-Geräte an
  3. Android Recovery Mode jetzt offiziell für Sony-Smartphones verfügbar

Protokoll: DNSSEC ist gescheitert
Protokoll
DNSSEC ist gescheitert
  1. Security Viele VPN-Dienste sind unsicher

  1. Re: Nicht nur online schulden

    User_x | 19:05

  2. Re: Ich mag die menschliche Einstellung einfach nicht

    stefanreich | 19:04

  3. Fenster öffnen

    geeky | 19:04

  4. Re: ...und das ist nicht schlimm. Im Gegenteil.

    stuempel | 19:00

  5. Re: Konsequenzen?

    Prinzeumel | 18:59


  1. 16:52

  2. 16:29

  3. 16:25

  4. 15:52

  5. 14:39

  6. 14:35

  7. 14:25

  8. 14:24


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel