Medizin: Roboter aus Molekülen markieren Zellen
Maria Rudchenko im Labor: Zellen in 15 Minuten markiert (Bild: Hospital for Special Surgery)

Medizin Roboter aus Molekülen markieren Zellen

US-Forscher haben Nanoroboter aus Antikörpern und DNA-Strängen entwickelt, die bestimmte Zellen im Körper kennzeichnen. So können diese Zellen gezielt bekämpft oder von einer Behandlung ausgenommen werden.

Anzeige

US-Wissenschaftler haben winzige Roboter in Molekülgröße entwickelt. Diese sollen künftig dabei helfen, Arzneimittel an ganz bestimmten Stellen im Körper abzuliefern.

Molekülroboter oder Molekülautomaten nennen die Forscher um Maria Rudchenko vom Hospital for Special Surgery (HSS) in New York City ihre Entwicklung. Sie bestehen aus Antikörpern und kurzen DNA-Strängen, sogenannten Oligonukleotiden. Diese können im Labor gezielt aus bestimmten Sequenzen hergestellt werden.

Verschiedene Rezeptoren

Jede Zelle hat verschiedene Rezeptoren, an denen Antikörper oder Arzneimittel andocken und dadurch eine bestimmte Reaktion in der Zelle auslösen. So setzen sich Arzneimittel beispielsweise an Zellen fest, die eine Krankheit auslösen und machen sie unschädlich. Bei anderen Zellen funktioniert das jedoch nicht so gut, da diese keinen einzigartigen Rezeptor haben. Das bedeutet, dass ein Wirkstoff nicht nur kranke, sondern auch gesunde Zellen im Umfeld beeinflusst.

Die Molekülroboter sollen helfen, das zu verhindern: Sie sind so beschaffen, dass sie nur bestimmte Zellen ansteuern. Die Forscher schufen Molekülroboter mit Rezeptoren, die nur ein bestimmter Teil der weißen Blutkörperchen im menschlichen Blut aufweist. Es gibt drei verschiedene Typen von Robotern. Jeder ist mit einem Rezeptor und einem DNA-Strang ausgestattet. Die DNA-Stränge sind so beschaffen, dass sie eine hohe Affinität zu den Strängen der anderen Roboter haben.

Test mit weißen Blutkörperchen

Die Wissenschaftler ließen die Roboter auf weiße Blutkörperchen los, die sie zuvor gesunden menschlichen Spendern abgenommen hatten. Fanden zwei verschiedene Roboter jeweils einen passenden Rezeptor an der gleichen Zelle, reagierten deren DNA-Stränge miteinander: Bestimmte Teile der Stränge wurden abgeworfen, die anderen Teile verbanden sich zu einem Strang, der an der Zelle hing. Auf diese Weise seien nur bestimmte Zellen gekennzeichnet worden, schreiben die Forscher vom HSS und der Columbia-Universität in der Fachzeitschrift Nature Nanotechnology.

Dieser Vorgang gehe relativ schnell, sagt Rudchenko. Es habe etwa 15 Minuten gedauert, bis Zellen mit einer solchen Markierung versehen worden seien. Die Idee ist, auf diese Weise eine Sorte von Zellen zu kennzeichnen - entweder, um sie bekämpfen oder schützen zu können. Dadurch soll eine gezielte Therapie möglich werden.


NeverDefeated 31. Jul 2013

Mal abgesehen davon, dass ich mir keine "Roboter" mit von Menschen "designter" DNA in...

teebhar 31. Jul 2013

Zu deiner ersten Frage: Man kann Medikamente so entwickeln, dass sie genau darauf...

Gl3b 30. Jul 2013

Dachte ich mir auch eben

Kommentieren



Anzeige

  1. Enterprise Architekt IT (m/w)
    Daimler AG, Sindelfingen
  2. Mitarbeiter in der Beratung (m/w) Prozesse und Methoden Produktdatenmanagement
    Daimler AG, Stuttgart-Untertürkheim
  3. Berater für ERP-Software (m/w)
    MACH AG, Berlin, Lübeck, Düsseldorf, München
  4. Kaufmännischer Sachbearbeiter (m/w) im Bereich Zahlungsverkehr
    LogPay Financial Services GmbH, Eschborn

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       


  1. iFixit

    Amazon Fire Phone ist nur schlecht zu reparieren

  2. Entwicklerstudio

    Crytek räumt finanzielle Probleme ein

  3. M-net

    Über 390 Kilometer Glasfaserkabel verlegt

  4. Bioelektronik

    Pilze sind die besten Zellschnittstellen

  5. Deanonymisierung

    Russland bietet 83.000 Euro für Enttarnung von Tor-Nutzern

  6. MyGlass

    Google-Glass-App offiziell in Deutschland verfügbar

  7. Google

    Youtube und der falsche Zeitstempel

  8. Western Digital

    Erste günstige 6-TByte-Festplatten sind verfügbar

  9. Projekt Baseline

    Google misst den menschlichen Körper aus

  10. IMHO

    Share Economy regulieren, nicht verbieten



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Sony RX100 Mark III im Test: Klein, super, teuer
Sony RX100 Mark III im Test
Klein, super, teuer
  1. Custom ROM Sonys Bootloader einfacher zu entsperren
  2. Sony Xperia T3 kommt als Xperia Style für 350 Euro
  3. Auge als Vorbild Sony entwickelt gekrümmte Kamerasensoren

Oneplus One im Test: Unerreichbar gut
Oneplus One im Test
Unerreichbar gut
  1. Oneplus One Eigenes ROM mit Stock Android 4.4.4 vorgestellt
  2. Oneplus One-Update macht verkürzte Akkulaufzeit rückgängig
  3. Oneplus One könnte ab dem dritten Quartal vorbestellbar sein

Luftfahrt: Die Rückkehr der Überschallflieger
Luftfahrt
Die Rückkehr der Überschallflieger
  1. Verkehr FBI sorgt sich um autonome Autos als "tödliche Waffen"
  2. Steampunk High Tech trifft auf Dampfmaschine
  3. Aerovelo Eta Kanadier wollen mit 134-km/h-Fahrrad Weltrekord aufstellen

    •  / 
    Zum Artikel