Abo
  • Services:
Anzeige
3D-gedrucktes Objekt aus Glas: Flüssiges Glas läuft durch die Düse.
3D-gedrucktes Objekt aus Glas: Flüssiges Glas läuft durch die Düse. (Bild: Andy Ryan/MIT)

Mediated Matter: 3D-Drucken mit Glas

3D-gedrucktes Objekt aus Glas: Flüssiges Glas läuft durch die Düse.
3D-gedrucktes Objekt aus Glas: Flüssiges Glas läuft durch die Düse. (Bild: Andy Ryan/MIT)

Die Vase aus dem 3D-Drucker: US-Forscher haben einen 3D-Drucker entwickelt, der Glas verarbeitet, und damit sehr ansprechende Objekte aufgebaut. Die sind bereits reif fürs Museum.

Anzeige

3D-Drucken einmal anders: Statt Kunststoff, Keramik oder Metall verarbeitet die Arbeitsgruppe Mediated Matter am Massachusetts Institute of Technology (MIT) Glas. Entsprechend nennen sie ihr Verfahren Glass 3D Printing, kurz: G3DP (3D-Drucken mit Glas). Damit haben sie bereits kunstvolle Objekte aufgebaut.

Der Prozess ähnelt dem verbreiteten Schmelzschichtungsverfahren (Fused Deposition Modeling, FDM): Durch eine Düse wird das geschmolzene Material in Schichten aufgebracht. Die Düse ist in zwei Richtungen beweglich. Um in die Höhe zu bauen, wird die Arbeitsplattform nach jeder Lage abgesenkt.

Glas wird sehr heiß verarbeitet

Der große Unterschied allerdings ist die Temperatur: Ein Kunststoff wie Polymilchsäure (Polylactic Acid, PLA), der häufig in 3D-Druckern verarbeitet wird, benötigt etwa 150 Grad. Der Schmelzpunkt von Glas hingegen liegt bei etwa 1.000 Grad. Dafür muss der 3D-Drucker anders konstruiert sein: Er besteht aus einer Schmelzkammer für das Glas, die sich mit der Düse zusammen bewegt, und einer Druckkamera. Beide sind gut mit Keramik isoliert.

Das Glas kann im bereits geschmolzenen Zustand in die Schmelzkammer eingefüllt werden. Es können aber darin auch Glasbrocken erhitzt werden, bis das Glas die richtige Konsistenz hat, um es zu verarbeiten. Das dauert rund vier Stunden. Hinzu kommen zwei Stunden, in denen Luftblasen aus dem Glas entweichen. Dann kann gedruckt werden.

Der Arbeitsraum ist beheizt

Auch der Arbeitsraum, in dem gedruckt wird, ist beheizt: Hier ist es etwa 500 Grad heiß. Nach dem Ende des Druckvorgangs wird die Temperatur langsam abgesenkt. Das soll verhindern, dass das Glas beim Abkühlen reißt. Wie bei anderen 3D-Druck-Verfahren muss auch bei G3DP das Werkstück danach noch bearbeitet werden, so müssen etwa Grate (Kanten) entfernt oder der Boden poliert werden.

Das Verfahren ist noch nicht ganz ausgereift: So wird das Glas nicht etwa durch die Düse gedrückt wie der Kunststoff beim FDM, sondern es läuft einfach durch die Düse hinaus. Da das Glas nicht immer gleichmäßig fließt, sind die Lagen teilweise unregelmäßig. Ohnehin sind die Lagen relativ dick: etwa 4,5 Millimeter hoch und knapp 8 Millimeter breit.

Die Forscher entwickeln den Drucker weiter

Allerdings arbeiten die Entwickler an einer Möglichkeit, das Glas durch die Düse zu drücken. Dann sollen auch Düsen mit einem anderen Durchmesser eingesetzt werden können. Zudem fehlt derzeit noch die Möglichkeit, den Druck über die Software zu starten und zu beenden. Das geschieht per Hand.

Trotz dieser Schwachstellen haben die MIT-Forscher schon eine Reihe sehr schöner Glasobjekte gedruckt. Diese werden im kommenden Jahr Teil einer Ausstellung im Cooper Hewitt, Smithsonian Design Museum in New York City.


eye home zur Startseite
Dwalinn 25. Aug 2015

Wenn das Wasser auf einen kalten Untergrund aufkommt dann schon :)

CarstenKnuth 25. Aug 2015

haha ichf reu mich schon auf gedruckte pc mäuse aus glas :D perfekt angepasst ^^



Anzeige

Stellenmarkt
  1. eins energie in sachsen GmbH & Co. KG, Chemnitz
  2. über Ratbacher GmbH, München
  3. B. Metzler seel. Sohn & Co. Holding AG, Frankfurt
  4. NRW.BANK, Düsseldorf


Anzeige
Hardware-Angebote
  1. (täglich neue Deals)
  2. 65,99€ (Bestpreis laut Preisvergleich)
  3. 17,99€ statt 29,99€

Folgen Sie uns
       


  1. Apple

    Aktivierungssperre des iPads lässt sich umgehen

  2. Amazon

    Downloader-App aus dem Fire-TV-Store entfernt

  3. Autonomes Fahren

    Apple zeigt Interesse an selbstfahrenden Autos

  4. Sicherheit

    Geheimdienst warnt vor Cyberattacke auf russische Banken

  5. Super Mario Bros. (1985)

    Fahrt ab auf den Bruder!

  6. Canon EOS 5D Mark IV im Test

    Grundsolides Arbeitstier mit einer Portion Extravaganz

  7. PSX 2016

    Sony hat The Last of Us 2 angekündigt

  8. Raspberry Pi

    Schutz gegen Übernahme durch Hacker und Botnetze verbessert

  9. UHD-Blu-ray

    PowerDVD spielt 4K-Discs

  10. Raumfahrt

    Europa bleibt im All



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Named Data Networking: NDN soll das Internet revolutionieren
Named Data Networking
NDN soll das Internet revolutionieren
  1. Geheime Überwachung Der Kanarienvogel von Riseup singt nicht mehr
  2. Bundesförderung Bundesländer lassen beim Breitbandausbau Milliarden liegen
  3. Internet Protocol Der Adresskollaps von IPv4 kann verzögert werden

Quake (1996): Urknall für Mouselook, Mods und moderne 3D-Grafik
Quake (1996)
Urknall für Mouselook, Mods und moderne 3D-Grafik
  1. Künstliche Intelligenz Doom geht in Deckung

Final Fantasy 15 im Test: Weltenrettung mit der Boyband des Wahnsinns
Final Fantasy 15 im Test
Weltenrettung mit der Boyband des Wahnsinns
  1. Square Enix Koop-Modus von Final Fantasy 15 folgt kostenpflichtig

  1. Re: Aktuelle Geräte auf denen SailfishOS läuft...

    TheConen | 21:28

  2. Re: Was für eine tolle NEWS: Auf das Spiel freue...

    motzerator | 21:24

  3. Re: 4000¤ - WTF?

    Nawo | 21:17

  4. Re: Ein Sprung in den Hyperspace macht knapp 90...

    Komischer_Phreak | 21:13

  5. Re: total spannend

    motzerator | 20:57


  1. 12:54

  2. 11:56

  3. 10:54

  4. 10:07

  5. 08:59

  6. 08:00

  7. 00:03

  8. 15:33


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel