Martin Gräßlin "KWin wird ein Wayland-Compositor"

Martin Gräßlins Arbeit an der KDE-Fensterverwaltung KWin zielt auf das Zusammenspiel mit dem Displayserver Wayland. KWin soll langfristig ein Wayland-Compositor werden. Diese Entscheidung habe das KDE-Team bereits gefällt, lange bevor Canonicals Mir-Projekt bekanntwurde, sagt er.

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Langfristig werde KWin zu einem Wayland-Compositor umgebaut, schreibt KWin-Entwickler Martin Gräßlin in seinem Blog. Die Arbeiten daran liefen bereits seit etwa zwei Jahren. Er sei verwundert, warum diese Entscheidung jetzt bei Bekanntwerden des Mir-Projekts nochmals so öffentlich diskutiert werde. Sie sei lange davor vom KDE-Team beschlossen worden.

Erste Patches für Wayland habe er bereits im Juni 2011 eingereicht, schreibt Gräßlin. Zu dem Zeitpunkt sei Wayland aber ein Forschungsprojekt gewesen. Die vielen Änderungen an den APIs bis zur Veröffentlichung der Version 1.0 des Displayservers hätten es schwierig gemacht, KWin anzupassen. Erst seit das Entwicklerteam um den X11-Ersatz mit Wayland 1.0 die APIs stabilisiert und festgelegt habe, seien konkrete Pläne für Umbauten möglich.

Fundamentale Änderungen

Allerdings war Gräßlin in der Zwischenzeit nicht untätig. Für weitere Anpassungen an Wayland hat er das KWin-Scripting umgeschrieben. Das erleichtert es, den verwalteten Client innerhalb von KWin zu identifizieren. Dass KWin seit Version mit OpenGL auf EGL läuft, sei ebenfalls den Anpassungen für Wayland zu verdanken, schreibt er. Seit Dezember 2012 arbeite er an einer Portierung auf Qt5, mit der Qt-basierte Anwendungen leichter zu integrieren sind als über die native C-Bibliothek.

Am 22. Januar 2013 hatte Sebastian Kügler (sebas) einen offiziellen Zeitrahmen für den Übergang der KDE Plasma Workspaces auf Qt5 und Wayland veröffentlicht. Darin ist unmissverständlich formuliert, dass KWin in einen Wayland-Compositor verwandelt wird.

Längst gefällte Entscheidung

Deshalb sei er überrascht gewesen, dass eine Diskussion über die Verpflichtung zum Wayland-Projekt entbrannte, als Canonical sein Mir-Projekt bekanntgab. Zwar kritisiert Gräßlin weiterhin Canonicals Entscheidung, seinen eigenen Displayserver zu entwickeln, da Canonical damit das Open-Source-Ökosystem verlasse. Aber die Entscheidung des KDE-Teams zugunsten von Wayland sei eine historische und davon unabhängige Entscheidung. Gegenwärtig sei Wayland besser für KDEs Plasma Workspaces geeignet als andere Lösungen.

Einer der Vorteile freier Softwareprojekte sei es eben, dass Entwicklung und Diskussionen offenliegen. Dadurch sei es leichter, "anderen Entwicklern die Hand zu reichen".


Tapirleader 24. Apr 2013

Man sollte einfach nicht vergessen wie oft man die Brille absetzen muss, um in der...

Seitan-Sushi-Fan 23. Apr 2013

Man kann sich auch alles schön reden. Konkurrenz zu entwickeln soll also...

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