Marktanteil Grafikchips The Future is Fusion - AMD legt zu

Jon Peddie Research hat Zahlen für den Marktanteil der drei großen Hersteller von Grafikchips vorgelegt. Intel führte im zweiten Quartal 2013 mit weitem Abstand, AMD gewann nach mehreren Quartalen Verlust kräftig hinzu und Nvidia verlor.

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Der PC-Sektor selbst wird immer kleiner - ohne wirklich klein zu sein - und die Marktteile beginnen sich zu verschieben. Im zweiten Quartal 2013 hat AMD rund 11 Prozent bei den Grafikchips hinzugewonnen und erreicht damit etwa 22 Prozent. Angesichts von über 25 Prozent Marktteil im zweiten Quartal 2012 und dem Absturz auf gut 20 Prozent im ersten Quartal 2013 ist dies eine für AMD erfreuliche Entwicklung, die vor allem auf die Accelerated Processing Units (APUs) zurückzuführen ist. Die Vereinigung von CPU und GPU samt dem Slogan "The Future is Fusion" wirkt sich somit nach bald fünf Jahren positiv aus. Microsoft und Sony hat das Konzept ebenfalls überzeugt, in der Xbox One sowie der Playstation 4 stecken Semi-Custom-Chips von AMD. Laut dem ehemaligen Strategiechef Bob Feldstein hat alleine Microsoft drei Milliarden US-Dollar an AMD gezahlt.

Intel legte rund 6 Prozent zu und ist mit 62 Prozent klarer Marktführer. Als Verlierer ging Nvidia ins zweite Quartal 2013, laut den Schätzungen der Marktforscher von Jon Peddie Research verloren die US-Amerikaner 8 Prozent und erreichen nur noch 16 Prozent Anteil. Das ist immer noch deutlich besser als letztes Jahr, der Abwärtstrend ist jedoch nicht zu übersehen.

HerstellerMarktanteil Q2/2013Marktanteil Q1/2013Q1 gegen Q2Marktanteil Q2/2012Marktanteil Q1/2012Q2/2012 gegen Q2/2013
Intel62,0 Prozent61,1 Prozent+6,2 Prozent59,1 Prozent62,0 Prozent+4,9 Prozent
AMD21,9 Prozent20,6 Prozent+10,9 Prozent25,2 Prozent22,7 Prozent-18,3 Prozent
Nvidia16,1 Prozent18,3 Prozent-8,0 Prozent15,1 Prozent14,8 Prozent +21,2 Prozent
Marktanteile PC-Grafikchips (Quelle: Jon Peddie Research)

Der Grafikchipmarkt ging im Vergleich zum vorherigen Quartal um 2,5 Prozent zurück, die Auslieferung an Grafikchips jedoch erhöhte sich um knapp 5 Prozent. Gegenüber dem Vorjahr aber macht sich das Schwinden der PC-Verkäufe mit 7 Prozent weniger bemerkbar.

Die Zahlen des Institutes beschränken sich nicht auf klassische Desktop-Computer, sondern enthalten auch Notebooks. Dadurch werden neben dedizierten Grafikkarten die integrierten GPUs mitgezählt. Die meisten aktuellen Prozessoren von AMD und Intel, vor allem solche, die sich an Endkunden richten sowie in mobilen Geräten stecken, verfügen über einen solchen Grafikchip. Allerdings nutzen viele Anwender diesen nicht, sondern nur den schnelleren dedizierten Pixelbeschleuniger, in die Statistik fließen aber beide ein. Gerade Spieler sind für den PC-Markt wichtig, halten sie doch den Umsatz einigermaßen oben.

AMDs APUs eben den Weg im mobilen Markt

AMDs Auslieferung bei Desktop-APUs ging gegenüber dem ersten Quartal 2013 um etwa 10 Prozent zurück, dafür lieferte das Unternehmen satte 47 Prozent mehr Notebook-APUs aus. Nicht eingerechnet sind die Chips, welche in der Wii U, der Xbox One und der Playstation 4 stecken. Die Strategie von Firmenchef Rory Read scheint also aufzugehen, Richland kommt offenbar bei den OEMs gut an. Auch die neuen APUs Kabini und Temash dürften ihren Teil zum Wachstum im mobilen Segment beitragen, wenngleich alle drei Chips im zweiten Quartal 2013 noch nicht durchweg im Markt vertreten waren.

Intel wiederum hält seinen Marktanteil seit langem recht konstant, jedes Jahr erscheint eine neue Prozessorgeneration mit integrierten GPUs und die verkauft sich millionenfach. Mit den Haswell-Chips hat der Hersteller die Grafikleistung deutlich gesteigert und damit die Konkurrenz teilweise eingeholt. Im Herbst 2013 baut Intel sein Portfolio mit Bay Trail nach unten aus, was sich aber erst im vierten Quartal 2013 oder 2014 auf den Marktanteil auswirken wird.

Geforce gut dabei, Tegra schwächelt

Nvidia hat durch die Kepler-Grafikkarten im Vergleich zum Vorjahr zwar Marktanteile hinzugewonnen, durch die integrierten GPUs von AMD und Intel wird der Marktanteil von Nvidias langsamen dedizierten Geforce-Modellen aber immer mehr verringert, im HPC-Markt ringen die Xeon Phi den Tesla Marktanteile ab.

Um dies auszugleichen und sich ein weiteres Standbein zu schaffen, soll der Tegra-Chip wie er beispielsweise im Nvidia Shield steckt, für Umsatz sorgen. Bisher klappt das nicht, Gewinn macht der Hersteller dank seiner Grafikkarten dennoch. AMD hingegen ist seit Jahren in den roten Zahlen, auch das zweite Quartal 2013 schloss man mit Verlust ab - ein Kurswechsel dürfte im kommenden Jahr durch die Gewinne in Form der ausgelieferten Konsolenchips eintreten.


redmord 18. Aug 2013

Was für die Gesamtbetrachtung des Automarktes absolut korrekt wäre.

supermulti 18. Aug 2013

Seh auch kein Problem in der Überschrift.. AMDs APUs zeigen zum ersten Mal richtigen...

vol1 17. Aug 2013

bei solchen Statistiken nicht in Prozentpunkten gerechnet wird. Das war schon dumm genug...

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