Bruce Springsteen bei einem Konzert in Oslo am 22. Juli 2012
Bruce Springsteen bei einem Konzert in Oslo am 22. Juli 2012 (Bild: Reuters/Norsk Telegrambyra AS)

Marek Lieberberg Konzert von Bruce Springsteen bringt Gema 150.000 Euro

Der Konzertveranstalter Marek Lieberberg geht mit der Gema in einem Interview hart ins Gericht. Der Verein habe nur seine "Selbstversorgung perfektioniert" und verlange viel höhere Gebühren als international üblich.

Anzeige

Während die Gema vor allem durch neue Tarife für die Musiknutzung in Diskotheken derzeit besonders in der Kritik steht, meldet sich nun auch Marek Lieberberg zu Wort. Der Inhaber der Agentur MLK gilt als einer der erfahrensten Veranstalter von musikalischen Großereignissen und präsentierte unter anderem Acts wie Bon Jovi, Madonna oder auch das Festival Rock am Ring.

In einem Interview mit der Hamburger Stadtzeitung Oxmox sagte Lieberberg, Bruce Springsteen - ebenfalls seit vielen Jahren einer der Lieberberg-Künstler - werde durch die Gema durchschnittlich "mit 150.000 Euro zwangsvereinnahmt". Wie hoch die Gebühr im internationalen Vergleich für einen solchen Stadien füllenden Superstar ist, sagte Lieberberg aber nicht.

In Deutschland 30.000 Euro, in den USA 500 US-Dollar

Dafür brachte er einen anderen Vergleich. Ein Konzert in der Blaisdell-Arena in Hawaii koste bei den US-Verwertungsgesellschaften 500 US-Dollar. Für eine vergleichbare Location mit bis zu 9.000 Besuchen müsse er in Deutschland aber zwischen 30.000 und 40.000 Euro bezahlen, sagte der Konzertveranstalter.

Laut Lieberberg liegen die sehr hohen Gema-Gebühren unter anderem daran, dass der Verein ein "Machtmonopol" habe. In anderen Ländern gebe es einen Wettbewerb der Verwertungsgesellschaften, für die USA nannte Lieberberg die Organisationen ASCAP und BMI. Bei beiden, so meinte er in seinem Beispiel, würde das Konzert in Hawaii den gleichen Betrag kosten.

Lieberbergs Ausführungen sind besonders interessant, weil die Veranstalter von so großen Konzerten sich nur selten in ihre Kalkulationen blicken lassen. Anders als bei Diskotheken, wo es Pauschalen nach Raumgröße und Öffnungszeit gibt, werden Großkonzerte oft einzeln mit der Gema abgerechnet. Das liegt unter anderem daran, dass die entsprechenden Locations häufig nicht jeden Tag für Musik-, sondern auch für Sport- und Firmenveranstaltungen genutzt werden.

Für solche Einzelabrechnungen ist dann eine der Bezirksorganisationen der Gema zuständig, wo es laut Lieberberg auch "verständnisvolle und vernünftige Repräsentanten" gibt .Die zitterten aber vor dem "allmächtigen Vorstand", der "Kadavergehorsam" verlange.

Eine Reform der Gema hält der Veranstalter für unumgänglich, "sonst geht sie den Weg aller Dinosaurier, selbst wenn das Monstrum derzeit unbesiegbar erscheint", sagte Marek Lieberberg.


martindjr 31. Aug 2013

Es hätte wahrscheinlich ausgereicht, Fotokopien aller CD-Cover im Voraus an die GEMA zu...

derdiedas 29. Aug 2012

tschuldigung vergessen @yomico

Endwickler 29. Aug 2012

Ich halte es für ein Gerücht, dass der Künstler nicht zahlt. Dazu die Gema-Netzseite...

lemgostanislaw 28. Aug 2012

Als Protest gegen die hohen GEMA-Gebühren könnten Veranstalter doch große Konzerte in's...

wasabi 28. Aug 2012

Der Interpret hat mit der ganzen Sache doch eh nichts zu tun, das interessiert die VG...

Kommentieren



Anzeige

  1. IT-Projektleiter/-in für SAP SD und MS Dynamics CRM
    ZF Friedrichshafen AG, Friedrichshafen
  2. Berater IP Netze (m/w)
    IABG Industrieanlagen-Betriebsgesellschaft mbH, Dresden, Berlin
  3. Software Entwickler Systemidentifikation und Regelungstechnik (m/w)
    GIGATRONIK Technologies GmbH, Ulm und Stuttgart
  4. Storage Administratorin / Administrator
    IT.Niedersachsen, Hannover

 

Detailsuche


Folgen Sie uns
       


  1. Nick Hayek

    Swatch-Chef hat keine Angst vor der Apple Watch

  2. Hdmyboy

    HDMI-Ausgang für den ersten grauen Gameboy

  3. Merkel-Handy

    NSA-Ausschuss kritisiert Stopp von Ermittlungen

  4. Unitymedia

    Liberty Global schafft Marke KabelBW ab

  5. NSA-Ausschuss

    BND trickst bei Auslandsüberwachung in Deutschland

  6. IT-Anwalt

    "Facebook geht bei neuen AGB illegal vor"

  7. Erbgut

    DNA überlebt Ausflug ins All

  8. Windows-Nachbau

    ReactOS bekommt neuen Explorer

  9. Bundesgerichtshof

    Kopierschutzmaßnamen für Konsolen sind zulässig

  10. Linshof i8

    Achteck-Smartphone mit Übertaktung und Turbo-Speicher



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de



Smarthome: Das intelligente Haus wird nie fertig
Smarthome
Das intelligente Haus wird nie fertig
  1. Smart Home Das vernetzte Zuhause hilft beim Energiesparen
  2. Leuchtmittel Die Leuchtdiode kommt aus dem 3D-Drucker
  3. Agora, Energy@home und EEBus Einheitliche Sprache für europäische Smart Homes

Test Escape Dead Island: Urlaub auf der Zombieinsel
Test Escape Dead Island
Urlaub auf der Zombieinsel

Yoga Tablet 2 Pro im Test: Das Tablet mit dem eingebauten Kino
Yoga Tablet 2 Pro im Test
Das Tablet mit dem eingebauten Kino
  1. Lenovos Yoga Tablet 2 im Test Das Tablet mit dem Aufhänger
  2. Motorola Lenovo übernimmt Googles Smartphone-Sparte
  3. Yoga Tablet 2 Pro Lenovos 13-Zoll-Tablet mit Projektor und Subwoofer

    •  / 
    Zum Artikel